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THEMA: Harzer-Statik vs. MBaec Baustatik

Harzer-Statik vs. MBaec Baustatik 20 Nov 2019 10:31 #66256

  • ZAG
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Oh, hier hat sich ja einiges an Beiträgen getan!
Ich will gar nicht Pro oder Kontra mbaec bzw. Harzer schreiben, aber ich denke ich kann zu der allgemeinen Diskussion etwas beitragen. Daher wird das etwas mehr Text, sorry.

Wir sind bei uns auch zu 80-90% bei mbaec zuhause, denn die durchgängige Dokumentenstatik hat enorme Vorteile, wie ich finde. Gerade heutzutage, wo wir jede Statik, selbst die für ein EFH, mindesten 2x anpacken müssen ist der Änderungskomfort einfach toll. Für einige Dinge nutzen wir RFEM(RStab). Vor allem für Stabwerke.

Die Lizenzpolitik von mbaec ist jedoch nicht sehr kundenfreundlich. Oftmals haben wir uns schon darüber geärgert.
Mal ein grobe Historie:
- Ich glaube noch zu mb (nicht mbaec) Zeiten haben wir für teuer Geld eine so genannte Bürolizenz gekauft. Damit konnte man innerhalb des Büros alle PCs damit ausstatten. Für große Büros natürlich super. Dem Missbrauch war damit aber auch Tür und Tor geöffnet worden, denn die Freischaltung erfolgte quasi nur über den Lizenzcode. Ich glaube, dass daran die ursprüngliche Firma dann auch kaputt gegangen ist.
- Von mbaec wurden wir dann später quasi gezwungen unser Lizenzmodell wieder umzustellen, da wir sonst kein Update mehr bekommen hätten. Das war zu Zeiten der Umstellung auf Eurocode meine ich, was ja ein enormer Aufwand für die Firma war. Grundsätzlich kann ich diesen Schritt zwar nachvollziehen, unschön war es für uns trotzdem. Wir bekamen 7 Dongels für unsere Bürolizenz.
- (Hier bin ich mir nicht 100%ig sicher) Wieder später wurden dann die Updateverträge so angepasst, dass wir es uns nicht mehr leisten konnten/wollten alle 7 Dongel mit Vollversionen auszustatten. Wir haben sie dann reduziert.
- Die nächste Änderung war die Einführung von so genannten Ultimate Versionen, die einen zusätzlichen Wartungsvertrag je Modul und Lizenz erfordern.
- Diese zusätzlichen Wartungsverträge wurden/werden nach und nach auf weitere Module erweitert, wobei ich mich bei manchen echt fragen muss, warum, denn dort ändert sich augenscheinlich nichts von Jahr zu Jahr.
- Als letztes wurde noch die Rabattierungsstaffel für mehrere Lizenzen des gleichen Moduls geändert. Ich habe es nicht mehr genau im Kopf aber es reduzierte sich bis auf 30% des Listenpreises herunter. Jetzt ist es deutlich weniger.
- Die Module sind alle für "de" Module. at oder it muss man gesondert kaufen (falls diese jemand braucht).

Soviel nur zur Lizenzpolitik. Muss man nicht mögen, vor allem weil man nicht weiß, wo die Reise noch hin geht.
Man sollte sich daher darüber vorher im Klaren sein. Daher finde ich es auch gut, dass es noch andere Anbieter gibt, jedoch sind diese entweder sehr spezialisiert (Dlubal) oder als Komplettangebot spielen sie nicht in der Liga von mbaec. Früher war ja Lochner noch der Platzhirsch, die haben den Umstieg nach Windows jedoch komplett verpennt und die Umsetzung hinterher war mehr als dürftig.


Ich will mbaec damit keinesfalls schlecht machen. Mit den Programmen an sich sind wir sehr zufrieden.
Damit komme ich zur Anwendung.
Baustatik:
Ich kann verstehen, dass das Eingabekonzept vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig ist, vor allem nach der Überarbeitung der Oberfläche. Der große Vorteil ist aber der, dass wenn man es einmal verinnerlicht hat nahezu jedes Modul genauso funktioniert und man sich sofort zurecht findet.
Lastübergabe, Dokumentenstatik, Nachtragsverwaltung, etc. wurden ja schon von den Vorrednern erwähnt.

MicroFE:
Das hier so viele Probleme mit dem Umgang mit MicroFE haben, verwundert mich. Auch hier: Wenn man die Struktur einmal verinnerlicht hat, dann ist es sehr einfach. Zumindest im 2D Platten-/Scheibenbereich. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Ausgabezusammenstellung. Da braucht man etwas Erfahrung was man wie übergibt, damit es nicht zu viel aber auch nicht zu wenig wird. Hat man es jedoch einmal, kann man es als Vorlage ablegen und muss bei neuen Platten, wenn überhaupt, nur minimale Änderungen vornehmen. Zu MicroFE könnt ihr mich gerne in einem gesonderten Thread löchern.

ViCADo:
Tja, ViCAOo...das ist bei mir so eine Hassliebe. Ich mochte ViCADo eigentlich von Beginn an. War ja so eine Art Arcon Klon. Wenn man kein CAD Experte ist, dann kann man mit ViCADo recht schnell und einfach schon gute Ergebnisse erzielen. Umso aufwendiger wird es meiner Meinung nach, wenn man von den einfachen Dingen abweicht.
Wenn man die vielen voreingestellten Darstellungen so nutzen möchte ist es super. Arbeit ist es vor allem, wenn man die Darstellung anpassen möchte. Das kostet richtig Zeit, die man aber, wenn man es gleich richtig macht, nur einmal erledigen muss und sie dann als Vorlage abspeichert.
Bis einschließlich Schalplanung ist ViCADo gut zu verwenden. Für Bewehrungspläne taugt es unserer Meinung nach nicht. Wir haben es immer wieder probiert, es sieht erstmal auch schön aus auf den Präsentationen aber in der Praxis passt es für unseren Workflow nicht. Ich kann gar nicht verstehen, dass angeblich so viele damit wirklich Bewehrungspläne erstellen.

Jetzt kommen wir aber zu einer neuen Funktion in ViCADo, die es seit der 2019er Version gibt und die meines Erachtens super ist: Das Strukturmodell!
Man kann in ViCADo den Bauteilen mitteilen, ob sie tragend sind, usw. Daraus wird dann ein Strukturmodell generiert. Man kennt das vielleicht aus Revit. Dieses Strukturmodell besteht nur noch aus Flächen (Decke/Wand) und Stäben (Stützen/Balken). Diese sind zwar mit den eigentlichen Bauteilen verknüpft, können aber verschoben, etc. werden. So ist es schon in ViCADo möglich, dass man Wände statisch in eine Flucht schiebt. Beispiel: 30er Wand unten, 24er oben. Strukturflächen (Mittelachse) um 3cm zueinander verschoben. Diese kann man ganz einfach bündig schieben, was für die Lastweiterleitung enorm von Vorteil ist. Und dies ist nur einer der Vorteile.
Man kann die Decken z.B. alle 2D mit Lastweiterleitung rechnen, den Keller jedoch, wenn es nötig ist, als 3D "steifer Kasten" inkl. der Bodenmodellierung, um somit das Zusammenspiel von Decke/Stb.-Wänden/Bodenplatte besser abbilden zu können.
Ab 2020 kann man jetzt daraus auch sein Aussteifungsmodell generieren und via MicroFE oder Baustatik nachweisen. Alles ohne die Dinge x Mal eingeben zu müssen.

Ihr merkt schon: Ich bin davon sehr angetan. Vor allem bei Änderungen ist das eine enorme Erleichterung.
Wenn man dann noch die Positionspläne in ViCADo erstellt, dann macht dieses Vorgehen sogar noch mehr Sinn. Einfach weniger Eingaben.

Rein von der arbeitstechnischen Seite bin ich voll zufrieden mit mbaec. Die Preispolitik muss man dafür aber so akzeptieren.

So, fertig mit der Wall of Text.
Ich hoffe ich konnte etwas Einblick in unsere Arbeitsweise mit mbaec geben und es wird einigen bei der Entscheidungsfindung helfen.

Gruß
ZAG
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COM_KUNENA_THANKYOU: schröder

Harzer-Statik vs. MBaec Baustatik 21 Nov 2019 15:51 #66270

  • Baumann
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...nur eines muss ich kommentieren:
F+L hat eine durchgängige und anwenderorientierte Windows Lösung
und zudem nicht so ein Hin und Her mit Lizenz Modelle wie beschrieben......….
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