Die Zukunft der Software für Gebäudestatik?
- Sergej
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Re: Die Zukunft der Software für Gebäudestatik?
08 Okt. 2013 20:24 - 08 Okt. 2013 20:25
Hallo Werte Kollegen,
an der Stelle möchte ich mich nochmals zum Video-Track äußern.
Ich habe am Anfang des Beitrages geschrieben, dass "... meine Englich Kentnisse praktisch Null sind,
aber Animationen sehen gut aus".
Wir sind Ingenieure, und wollen/ möchten für Menschen "Sachen" schaffen/ erbauen und nicht zerstörren!
Ich stelle mir nur eine Frage: wie konnte dieses Video-Track und der Softwarehersteller es ins NETZ schaffen und
Werbung verbreiten, um bis jetzt nicht gesperrt worden zu sein?
Bin schon gespannt auf die Antworten.
an der Stelle möchte ich mich nochmals zum Video-Track äußern.
Ich habe am Anfang des Beitrages geschrieben, dass "... meine Englich Kentnisse praktisch Null sind,
aber Animationen sehen gut aus".
Wir sind Ingenieure, und wollen/ möchten für Menschen "Sachen" schaffen/ erbauen und nicht zerstörren!
Ich stelle mir nur eine Frage: wie konnte dieses Video-Track und der Softwarehersteller es ins NETZ schaffen und
Werbung verbreiten, um bis jetzt nicht gesperrt worden zu sein?
Bin schon gespannt auf die Antworten.
Letzte Änderung: 08 Okt. 2013 20:25 von Sergej.
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- statiker99
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Re: Die Zukunft der Software für Gebäudestatik?
09 Okt. 2013 07:29
Hallo Sergej,
wenn ich das richtig verstehe berechnet das Programm nicht die benötigte Sprengstoffmenge um eine Gebäude zu zerstören.
Vielmehr ist es möglich verschieden Katastrophenszenarien durchzurechnen um das Bauwerk insgesamt für außergewöhnliche Einwirkungen zu konstruieren / bemessen und die Schäden an der Struktur möglichst gering zu halten.
Ich hab das nicht als Werbung mit Zielgruppe böse Buben gehalten.
wenn ich das richtig verstehe berechnet das Programm nicht die benötigte Sprengstoffmenge um eine Gebäude zu zerstören.
Vielmehr ist es möglich verschieden Katastrophenszenarien durchzurechnen um das Bauwerk insgesamt für außergewöhnliche Einwirkungen zu konstruieren / bemessen und die Schäden an der Struktur möglichst gering zu halten.
Ich hab das nicht als Werbung mit Zielgruppe böse Buben gehalten.
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- Sergej
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Re: Die Zukunft der Software für Gebäudestatik?
09 Okt. 2013 19:12 - 09 Okt. 2013 19:43
Hallo statiker99,
Obwohl ich kein Englisch verstehe, aber aus dem Werbefilm würde ich folgendes behaupten:
es ist keine große Kunst, mit Hilfe dieses Softwares die benötigte Sprengstoffmenge zu berechnen.
Ich bin trotz der Meinung, dass einige Instanzen das Programm "unter die Lupe" nehmen sollten,
da der Werbefilm einige "unschöne" Stellen enthält, z.B. ein kleiner Lieferwagen.
Ist aber nur meine Meinung dazu.
Für die zivile Nutzung (Schutz der Menschen, Abriss mittels Sprengung usw.) ist ok.
Aber reinfliegende Flugzeuge und Lieferwagen im Werbefilm darzustellen, finde ich nicht gut, und muss
nicht sein. Da kommt man schon automatisch auf andere Gedanken (Beiträge voher von anderen Kollegen).
Grüße, Sergej
statiker99 schrieb: Hallo Sergej,
wenn ich das richtig verstehe berechnet das Programm nicht die benötigte Sprengstoffmenge um eine Gebäude zu zerstören.
Obwohl ich kein Englisch verstehe, aber aus dem Werbefilm würde ich folgendes behaupten:
es ist keine große Kunst, mit Hilfe dieses Softwares die benötigte Sprengstoffmenge zu berechnen.
Ich bin trotz der Meinung, dass einige Instanzen das Programm "unter die Lupe" nehmen sollten,
da der Werbefilm einige "unschöne" Stellen enthält, z.B. ein kleiner Lieferwagen.
Ist aber nur meine Meinung dazu.
Für die zivile Nutzung (Schutz der Menschen, Abriss mittels Sprengung usw.) ist ok.
Aber reinfliegende Flugzeuge und Lieferwagen im Werbefilm darzustellen, finde ich nicht gut, und muss
nicht sein. Da kommt man schon automatisch auf andere Gedanken (Beiträge voher von anderen Kollegen).
Grüße, Sergej
Letzte Änderung: 09 Okt. 2013 19:43 von Sergej.
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- traehe00
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Re: Die Zukunft der Software für Gebäudestatik?
22 Okt. 2013 12:28
Hab einige Jahre im Stahlbau konstruiert. Zunächst mit BOCAD, später mi Tekla structures. Bin absoluter Fan von 3D-Konstruktion und kann das nur befürworten.
Wenn erfahrene Konstrukteure länger brauchen, dann deshalb, weil sie oft noch 2D denken bei Verwendung eines 3D-Programms.
BOCAD fand ich persönlich immer besser. Tekla hat zwar den schöneren Editor auf der Eingabeseite, aber meiner Meinung nach ist für den versierten Anwender Bocad schneller und es ist einfacher exakt zu arbeiten.
Und die Zeichnungsgenerierung läuft bei Bocad definitv besser. Bei einfachen Bauten mit graden Trägern und Standardanschlüssen müssen die computergenerierten Zeichnungen eigentlich nicht mehr nachbearbeitet werden.
Mann muss natürlich beim Modellbau wissen, wie sich dies oder jenes nachher auf die Zeichnung auswirkt.
Dann baut man sein Bauwerk im Rechner als Modell und dann kann der Computer die Zeichnungen und Stücklisten machen. Super Sache.
3D-Statik ist da etwas problematischer. Wie einige Kollegen schon anführten, manchmal fürht man die Lasten durchs ganze Gebäude spazieren. Aber auch dies passiert woh nur solange man sich nicht wirklich damit auskennt. Wer von anfang an 3D-Statik gemacht hat, wird diese Probleme eher weniger haben.
Man muss halt auch hier die verschiedenen Bauteilgruppen entsprechend entkoppeln, damit z.B. ein Einfeldträger auch einer bleibt und nicht irgendwelche Endmomente oder Torsionsmomente hat, die man nicht will.
Die 80-Prozent-Vorgabe kenn ich übrigens auch z. B. von einem großen franz Kraftwerkshersteller.
War übrigens früher z.B. bei BASF noch viel extremer. Da wurden oft riesige Träger verbaut, da man wusste, dass der Bau in den nächsten Jahrzehnten mehrmals umgenutzt werden würde.
Wenn erfahrene Konstrukteure länger brauchen, dann deshalb, weil sie oft noch 2D denken bei Verwendung eines 3D-Programms.
BOCAD fand ich persönlich immer besser. Tekla hat zwar den schöneren Editor auf der Eingabeseite, aber meiner Meinung nach ist für den versierten Anwender Bocad schneller und es ist einfacher exakt zu arbeiten.
Und die Zeichnungsgenerierung läuft bei Bocad definitv besser. Bei einfachen Bauten mit graden Trägern und Standardanschlüssen müssen die computergenerierten Zeichnungen eigentlich nicht mehr nachbearbeitet werden.
Mann muss natürlich beim Modellbau wissen, wie sich dies oder jenes nachher auf die Zeichnung auswirkt.
Dann baut man sein Bauwerk im Rechner als Modell und dann kann der Computer die Zeichnungen und Stücklisten machen. Super Sache.
3D-Statik ist da etwas problematischer. Wie einige Kollegen schon anführten, manchmal fürht man die Lasten durchs ganze Gebäude spazieren. Aber auch dies passiert woh nur solange man sich nicht wirklich damit auskennt. Wer von anfang an 3D-Statik gemacht hat, wird diese Probleme eher weniger haben.
Man muss halt auch hier die verschiedenen Bauteilgruppen entsprechend entkoppeln, damit z.B. ein Einfeldträger auch einer bleibt und nicht irgendwelche Endmomente oder Torsionsmomente hat, die man nicht will.
Die 80-Prozent-Vorgabe kenn ich übrigens auch z. B. von einem großen franz Kraftwerkshersteller.
War übrigens früher z.B. bei BASF noch viel extremer. Da wurden oft riesige Träger verbaut, da man wusste, dass der Bau in den nächsten Jahrzehnten mehrmals umgenutzt werden würde.
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- DeO
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Re: Die Zukunft der Software für Gebäudestatik?
22 Okt. 2013 13:24traehe00 schrieb: Die 80-Prozent-Vorgabe kenn ich übrigens auch z. B. von einem großen franz Kraftwerkshersteller.
War übrigens früher z.B. bei BASF noch viel extremer. Da wurden oft riesige Träger verbaut, da man wusste, dass der Bau in den nächsten Jahrzehnten mehrmals umgenutzt werden würde.
yo .. und dann die vielen traurigen Augen, wenn man erklärt, dass zwar die aufgehende Konstruktion 20% und mehr Reserven hat, aber leider die Gründung nicht :silly:
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- statiker99
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Re: Die Zukunft der Software für Gebäudestatik?
22 Okt. 2013 15:00
Hallo traehe00,
da sollte man doch mal unterscheiden zwischen Stahlbau und Massivbau.
Der Stahlbau ist grundsätzlich von der Systemabbildung her sauberer als der Massivbau.
Im Massivbau stecken so viele Vereinfachungen bzw. Annahmen, daß die 3-D - Berechnung
mit der angeblichen größeren Genauigkeit ein Irrweg ist.
Wollte man den Massivbau wirklich 3-D berechnen müßte man grob gesagt folgende Dinge berücksichtigen:
- nichtlineares Werkstoffverhalten
- Eigenspannungen aus Kriechen + Schwinden
- Spannungsumlagerung inf. Schwinden und Kriechen
- Temperatureinflüsse Bauzustand + Endzustand
- Lastgeschichte
- usw. usw.
Das fällt mir auf die Schnelle ein.
Allein der Verbundwerkstoff Stahlbeton hat so seine Tücken.
Selbst eine Wandscheibe als 2 - D Problem ist mitunter nicht mehr sinnvoll linear mit FE zu berechnen. Hier werden Fachwerkmodelle für den Nachweis empfohlen.
da sollte man doch mal unterscheiden zwischen Stahlbau und Massivbau.
Der Stahlbau ist grundsätzlich von der Systemabbildung her sauberer als der Massivbau.
Im Massivbau stecken so viele Vereinfachungen bzw. Annahmen, daß die 3-D - Berechnung
mit der angeblichen größeren Genauigkeit ein Irrweg ist.
Wollte man den Massivbau wirklich 3-D berechnen müßte man grob gesagt folgende Dinge berücksichtigen:
- nichtlineares Werkstoffverhalten
- Eigenspannungen aus Kriechen + Schwinden
- Spannungsumlagerung inf. Schwinden und Kriechen
- Temperatureinflüsse Bauzustand + Endzustand
- Lastgeschichte
- usw. usw.
Das fällt mir auf die Schnelle ein.
Allein der Verbundwerkstoff Stahlbeton hat so seine Tücken.
Selbst eine Wandscheibe als 2 - D Problem ist mitunter nicht mehr sinnvoll linear mit FE zu berechnen. Hier werden Fachwerkmodelle für den Nachweis empfohlen.
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