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3D FEM Gebäudemodell 25 Jan 2020 13:42 #66780

Hallo zusammen,
ich bin mal wieder bei Statiker99.
Ein ganz passabler Kompromiss ist das Arbeiten mit einem Scheibenmodell:
Das Gebäude wird komplett modelliert, aber nicht mit Schalenelementen sondern mit Scheibenelementen.
Wir arbeiten mit Infograph. Da kann man aus demselben Modell die Decken herausziehen und in neuen Dateien ganz normal als Platten berechnen und anschließend die Auflagerkräfte in das 3-D-Scheibenmodell importieren.
Dann kann man die Windlasten an den Deckenrändern angreifen lassen und kann so eine vernünftige Überlagerung von H- und V-Lasten vornehmen, hat direkt eine Vertikallastermittlung am Fuß.
Auch die (meistens vernachlässigten) Abtriebskräfte, die entstehen, wenn eine hohe Einzellast am Wandende angreift, gehen so voll in das System ein.
Und dass die Stützmomente im 6. Obergeschoss verschwinden, kann dabei nicht passieren.
Geht natürlich nur bei waagerechten Decken und nur, wenn man zur Aussteifung nicht noch irgendwelche Rahmenwirkungen heranziehen muss.

Schönen Sonntag!

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3D FEM Gebäudemodell 30 Jan 2020 12:48 #66890

Platten- und Scheibenprogramm
www.be-statik.de/
aufmerksam (Überschrift) lesen...…. ;-)

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3D FEM Gebäudemodell 01 Sep 2020 14:35 #68611

DeO schrieb: Vor einiger Zeit hatte ich mich interesshalber auch damit beschäftigt.
Ich wollte prüfen, ob es in die Zukunft gerichtet sinnvoll sein könnte, Gebäude 3D-mäßig zu erfassen um insbesondere bei Änderungen schneller zu sein. Am Ende sollte aber alles wie eine Positionsstatik ausgegeben werden können, weil ich das nach wie vor für am übersichtlichsten halte.

Es stellten sich folgende Hürden heraus:

Für übliche MW-Bauwerke uninteressant, da
1. alle Wände von angrenzenden Wänden und den Decken momentenmäßig abgekoppelt werden müssen.
2. dafür gesorgt werden muss, dass keine Zugkräfte durch Wände fließen können.

Das führt zu einem sehr hohen Bearbeitungs- und Berechnungsaufwand und macht die Sache uninteressant.


Vorteil, wenn es denn wirtschaftlich ginge, wäre:

dass man nicht mehr die von oben kommenden Wandlasten auf die Decke und via Wand wieder auf die Decken bis zur Gründung eingeben müsste.

Das man realere Werte für die Gründungsberechnung erhalten würde.

Wenn bei Änderungen Wände verschoben werden ist (fast) alles durch. "Fast", weil natürlich alle seperat nachgewiesenen Balken, Wände und Stützen neu anzupassen wären. Das wäre bei mir der Fall, da der Ausdruck der 3D-Programme bei Einzelnachweisen nicht meinen Ansprüchen genügt *).


Daher sage ich, dass wenn man es mit Stb zu tun hat, es Sinn machen kann. Oder aber wenn das Bauwerk wirklich so komplex ist, dass man es 3D-mäßig rechnen sollte. Aber als Standard sehe ich das bis auf weiteres nicht (für mich).









*) habe gerade den Fall vorliegen, wo jemand mit einem sehr mächtigen 3D-Stabwerk eine Rohrbrücke bis in die Fundamente nachgewiesen hat. Zahlenmäßig mag alles hinkommen, aber die Ausdrucke sind einfach nur schlecht. Tote Tabellen, Zahlenkolonnen und viele bunte 3D-Grafiken. Aussagekräftige Lastherleitungen? Nicht vorhanden. Skizzen zur Konstruktion? Nix da und so weiter. Nicht nachvollziehbar, geht gar nicht. Hochwissenschaftlicher 3D-Müll.


Gestern wurde auf unserer Seite ein interessanter Artikel von Walter Rustler zu diesem Thema veröffentlicht.

www.dlubal.com/de/support-und-schulungen...nowledge-base/001680

Er trägt die wichtigsten Argumente zusammen, die für die Verwendung von 3D-Modellen sprechen. Es lohnt sich, über die Argumente nachzudenken.

Viele Grüße
Frank Faulstich (Dlubal Software GmbH)

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3D FEM Gebäudemodell 01 Sep 2020 19:49 #68612

Warum sollte man ein Rahmensystem, wie beispielsweise ein Hochregallager oder eine Stahlhalle aus hintereinander stehenden Rahmen in 3d rechnen, wo man mit dem Nachweis zweier Rahmen und der Längsaussteifung alles erschlagen kann.
Keine Frage, der Trend geht dahin.
Ein Hochregallager in 3d ist am Bildschirm durch das Auge gar nicht mehr zu erfassen, ein einziges Gewürge von Stützen, nur um die paar Stäbe für die Längsaussteifung nachzuweisen.
Da kann man einen Absolventen dransetzen. Irgendwo hängen Stäbe in der Luft und die Lasten auch irgendwo und das Programm rechnet auch noch den ganzen Mist. Fehlt nur, dass die hundert Seiten ausgedruckt und zur Prüfung eingereicht werden. Und da sitzt dann auch noch ein Absolvent, der das durchwinkt.
Das ist die Realität. Außer dass es nicht so weit gekommen ist, weil jemand mal die vertikalen Stützkräfte mit dem Taschenrechner addiert hat.

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3D FEM Gebäudemodell 02 Sep 2020 06:35 #68617

frank schrieb: Gestern wurde auf unserer Seite ein interessanter Artikel von Walter Rustler zu diesem Thema veröffentlicht.

www.dlubal.com/de/support-und-schulungen...nowledge-base/001680

Er trägt die wichtigsten Argumente zusammen, die für die Verwendung von 3D-Modellen sprechen. Es lohnt sich, über die Argumente nachzudenken.


Vielen Dank für den Link und Artikel.
Er bestätigt indirekt das, was ich vorgetragen habe. In dem Artikel geht es viel um ausgeprägte Stabwerke. Auch umfangreiche Geschossbauten mit Stb-Stützen werden auf den Screenschots gezeigt. Da wird 3D sicherlich eine valide Option sein.

Meine Gedanken bezogen sich auf Massivbau inkl. MW-Wänden und das Thema wird bisher beim Thema 3D vollkommen ausgeklammert. Sobald man MW als Wand oder Stütze im Bauwerk hat, wird es schwierig mit der Anwendung von 3D. Da muss man schon arge Verrenkungen vollführen um fehlerarm durchzukommen und dann stellt sich die Frage immer noch, ob tatsächlich ein echter (1) Vorteil gegeben ist. Ich vermag derzeit keinen zu erkennen.


(1) mit "echt" meine ich einen Vorteil, der sich in der Bemessung und Ausführung bemerkbar macht.

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3D FEM Gebäudemodell 02 Sep 2020 07:34 #68619

Megapond schrieb: Warum sollte man ein Rahmensystem, wie beispielsweise ein Hochregallager oder eine Stahlhalle aus hintereinander stehenden Rahmen in 3d rechnen, wo man mit dem Nachweis zweier Rahmen und der Längsaussteifung alles erschlagen kann.


Wenn man so alle Effekte erschlagen kann, dann macht 3D keinen Sinn.

Aber speziell Hochragallager haben wir mehrere zusammen mit einem Kunden vor einigen Jahren in 3D gerechnet. Alle Lager hatten deutlich über 10000 Stäbe. Sie wurden alle in Erdbebengebieten errichtet. Eins war als Kühllager ausgeführt. Es steht auf der Arabischen Halbinsel. Bei Temperaturen >30°C wurde es errichtet und dann im Betrieb auf 4°C abgekühlt. Der Eingang befand sich an der Seite, so dass es da zu einer Unregelmäßigkeit im Tragwerk kam. Dadurch traten Effekte im Tragwerk auf, die man bei ebener Berechnung nicht bemerkt hätte.

Keine Frage, der Trend geht dahin.
Ein Hochregallager in 3d ist am Bildschirm durch das Auge gar nicht mehr zu erfassen, ein einziges Gewürge von Stützen, nur um die paar Stäbe für die Längsaussteifung nachzuweisen.


Dafür gibt es Tool und Eingabestrategien, mit denen sich auch richtig große Modelle übersichtlich darstellen und bemessen lassen.

Da kann man einen Absolventen dransetzen. Irgendwo hängen Stäbe in der Luft und die Lasten auch irgendwo und das Programm rechnet auch noch den ganzen Mist.


Für die Plausibilitätskontrolle muss man etwas Zeit investieren. Aber auch dafür git es Tools zur Unterstützung.

Viele Grüße
Frank Faulstich (Dlubal Software GmbH)

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