Norm DIN 1045 aus dem Jahr 1972
- statiker99
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Re: Norm DIN 1045 aus dem Jahr 1972
19 Sep. 2023 08:15 - 19 Sep. 2023 08:16
- zuerst würde ich mal in die DIN 1045 Ausg. 1972 schauen
www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&s...2EDHG56&opi=89978449
- der lambda - Wert ist die Schlankheit (sk/i; sk = Knicklänge, i = Trägheitsradius)
- der Bn 250 hat eine rechnerische Druckfestigkeit von 17,5 MN/m²; die zul. Druckfestigkeit = 17,5/2,1 = 8,33 MN/m²
- der Betonstahl in druckbeanspruchten Stützen wurde mit einer zul. Druckfestigkeit von 20 KN/cm² begrenzt (Stauchung max. 2 *1/1000)
Die Stützenbemessung bei Entfall Knicksicherheit war relativ einfach:
Mindestbewehrung = 0,8 /1000 vom statisch erforderlichen Mindestquerschnitt
erf. As = (Stützenlast - Betontraglast)/zul. Stahlspannung
Ob man bei einer derart geringen Laststeigerung ein weiteres "Fass" aufmacht oder das einfach nach alter Norm einfach nachweist?
- der lambda - Wert ist die Schlankheit (sk/i; sk = Knicklänge, i = Trägheitsradius)
- der Bn 250 hat eine rechnerische Druckfestigkeit von 17,5 MN/m²; die zul. Druckfestigkeit = 17,5/2,1 = 8,33 MN/m²
- der Betonstahl in druckbeanspruchten Stützen wurde mit einer zul. Druckfestigkeit von 20 KN/cm² begrenzt (Stauchung max. 2 *1/1000)
Die Stützenbemessung bei Entfall Knicksicherheit war relativ einfach:
Mindestbewehrung = 0,8 /1000 vom statisch erforderlichen Mindestquerschnitt
erf. As = (Stützenlast - Betontraglast)/zul. Stahlspannung
Ob man bei einer derart geringen Laststeigerung ein weiteres "Fass" aufmacht oder das einfach nach alter Norm einfach nachweist?
Letzte Änderung: 19 Sep. 2023 08:16 von statiker99.
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- statiker99
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Re: Norm DIN 1045 aus dem Jahr 1972
19 Sep. 2023 08:38Der Ansatz kann eher nicht funktionieren.Ich habe die Lasteinwirkung um die neuen Lasten ergänzt und weil aus der Norm die Herkunft des lambda-Wertes nicht ersichtlich war,...
Wenn z. Bsp. im EG und UG der Beton auf Druck zu 100 % ausgenutzt ist geht jedes KN Zusatzlast
in die Bewehrung.
Bei 75 KN Zusatzlast kommt zusätzlich 75/20 = 3,75 cm²
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- Alsheimer
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Re: Norm DIN 1045 aus dem Jahr 1972
19 Sep. 2023 18:15 - 19 Sep. 2023 18:51Moin,...
Nun zum Projekt:
Es handelt sich um eine Sanierung, welche Geschossanbau und auch Aufstockung beinhaltet. Die Bestandsstatik ist aus dem Jahr 1975 und nach DIN 1045 aus dem Jahr 1972 gerechnet. Die Anbaukonstruktion habe ich in Abstimmung mit meinem Mentor fertig. Gerade kümmere ich mich um die Lasteinleitung in das bestehende Gebäude.
Konkret sitze ich an einer Rundstütze mit Beton Bn250 und Bst 42/50. Ich habe die Lasteinwirkung um die neuen Lasten ergänzt und weil aus der Norm die Herkunft des lambda-Wertes nicht ersichtlich war, in Absprache mit meinem Mentor eine Funktion aufgestellt. Berechnet hab ich jetzt die neuen Flächenbewehrungen As für alle Geschosse. Ich frage mich nun wie ich die berechnete Bewehrung As abgleichen kann und ob es dafür auch eine Bemessungstabelle gibt. Wie im Anhang hoffentlich ersichtlich ist für die vorhandene Bewehrung nur die Anzahl plus Durchmesser gegeben aber nicht die Flächenbewehrung As.
Ich hoffe sehr, dass Sie mir weiterhelfen können.
der lambda-Wert (Schlankheit) ergibt sich aus Knicklänge sk geteilt durch Trägheitsradius i. Bei Rundstützen ergibt sich i zu d/4.
Demnach ist i = 40/4 = 10 cm im UG und i = 35/4 = 8,75 im EG und OG. In allen Geschossen ist lambda kleiner als 45 und damit durfte bei (elastisch eingespannten) Innenstützen in regelmäßigen, ausgesteiften Rahmensystemen nach DIN 1045 (Ausg. 1972) ein Knicksicherheitsnachweis entfallen.
Somit ergibt sich die Traglast N aus der Addition der Traglast der Betonstütze und der Traglast der eingelegten Bewehrung:
N = (AbxbetaR + Asxsigmas)/2,1
mit 2,1 = Sicherheitsbeiwert bei Betonversagen. N ist damit die Stützenlast unter 1-facher Belastung, also unter "Gebrauchslasten" (globales Sicherheitskonzept).
Diese Formel kann man nun nach As umstellen. Außerdem galt für betaR = 175 kp/cm² (Bn 250) und für sigmas = 4.200 kp/cm² (Stahlspannung bei 2 Promille Stauchung; der Wert ist für BSt III und BSt IV daher identisch, wobei damals i.d.R. BSt III = BSt 42/50 verwendet wurde).
Somit ist also
As = [(2,1xN/Ab - 175) / 4.200] x Ab
Der Term [(2,1xN/Ab - 175)/4.200] lässt sich tabellarisch für verschiedene N/Ab auswerten, und so ergeben sich für N/Ab = 150 kp/cm² der Faktor 0,0333 und für 140 kp/cm² der Faktor 0,0283 (=ca. 0,0285), also die verwendeten Faktoren in der alten Statik.
Im OG wird die Mindestbewehrung von 0,8 Prozent des statisch erforderlichen Betonquerschnittes maßgebend (wie schon Statiker99 anmerkte).
Viele Grüße
P.S.: Da der Betontraganteil bei dieser Berechnung voll ausgenutzt ist, müssen zusätzliche Beanspruchungen voll von der Bewehrung aufgenommen werden - wie schon Statiker99 sagte. Evtl. sind noch geringe Reserven vorhanden, wenn die gewählte Bewehrung vorh As > erf As nach Berechnung ist. Ansonsten bleibt sowieso nur der Nachweis nach aktuellem Eurocode.
Letzte Änderung: 19 Sep. 2023 18:51 von Alsheimer.
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Re: Norm DIN 1045 aus dem Jahr 1972
19 Sep. 2023 18:53 - 19 Sep. 2023 18:55
Ich würde es auch wie Rootpickel machen:
Stützenquerschnitt (d=40cm) und Bewehrungsquerschnitt (8 d28) sowie Bewehrungsstahl (BSt42/50 = BSt420)bekannt
Knicklänge (3,60m) bekannt, Alt-Beton (B250 = C20/25)bekannt
Anzunehmen sind: Betondeckung oder Randabstand, ggf. mit Sicherheitszuschlag
Damit kann man direkt die Tragfähikeit der Stütze auf Design-Niveau oder Gebrauchslastniveau (Zulässige Lasten) nachrechnen: Ich komme hier auf zulässig ca. 2000 kN
Stützenquerschnitt (d=40cm) und Bewehrungsquerschnitt (8 d28) sowie Bewehrungsstahl (BSt42/50 = BSt420)bekannt
Knicklänge (3,60m) bekannt, Alt-Beton (B250 = C20/25)bekannt
Anzunehmen sind: Betondeckung oder Randabstand, ggf. mit Sicherheitszuschlag
Damit kann man direkt die Tragfähikeit der Stütze auf Design-Niveau oder Gebrauchslastniveau (Zulässige Lasten) nachrechnen: Ich komme hier auf zulässig ca. 2000 kN
Letzte Änderung: 19 Sep. 2023 18:55 von cebudom.
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- statiker99
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Re: Norm DIN 1045 aus dem Jahr 1972
19 Sep. 2023 20:20Finde ich jetzt nicht gutIch komme hier auf zulässig ca. 2000 kN
Sich einfach hinstellen und sagen: "das hält" könnte ich auch.
Die angehende Kollegin möchte etwas lernen, finde ich gut.
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Re: Norm DIN 1045 aus dem Jahr 1972
20 Sep. 2023 07:48
Ich danke Ihnen für alle Antworten! Gestern Abend hab ich noch einiges per Hand nachgerechnet, um es auch für mich nachvollziehen zu können. Ich hab mich auf jeden Fall über die vielen verschiedenen Herangehensweisen gefreut und fand auch die Begründungen interessant wieso meine erste Berechnung nicht machbar wäre.
Die Lösung meines Mentors ist jetzt dann aber doch was anderes geworden, weil es noch viel mehr Stützen gibt und auch noch eine Geschossaufstockung Thema ist. Ich sollte die Position jetzt mit gleicher Betongüteklasse und auch mit gleichem Baustahl in FRILO nach Norm 1988 rechnen und dann die erforderliche Bewehrung der neuen Lastkonstellation mit der vorhandenen Bewehrung vergleichen.
Die Lösung meines Mentors ist jetzt dann aber doch was anderes geworden, weil es noch viel mehr Stützen gibt und auch noch eine Geschossaufstockung Thema ist. Ich sollte die Position jetzt mit gleicher Betongüteklasse und auch mit gleichem Baustahl in FRILO nach Norm 1988 rechnen und dann die erforderliche Bewehrung der neuen Lastkonstellation mit der vorhandenen Bewehrung vergleichen.
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