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THEMA: Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung

Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung 09 Dez 2019 06:46 #66443

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Die Unterscheidung zwischen setzungserzeugenden Lasten und Bemessungslasten bei Fundamenten ist mir ehrlich gesagt noch nie untergekommen. Auch nicht in Funktion als Prüfer.

Das hieße ja, dass wenn es mal eng wird für ein Fundament, man mit dem Prüfer eine höhere Spannung "aushandelt" mit der Begründung, dass die max. Lasten ja nicht dauerhaft gegeben sind.... mmh. wäre mal ein Versuch wert. Mal sehen was passiert B)
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Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung 09 Dez 2019 09:10 #66444

  • statiker99
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Guten Morgen DeO,

im Regelfall stimme ich mich mit dem Gutachter wie folgt ab:

- Ich liefere die "setzungserzeugenden Lasten" an OK Fundament + (überschlägige) Fundamentabmessungen.
Dies sind charakteristische Lasten Gk + 0,5 * Qk

Auf dieser Grundlage erstellt der Gutachter die Setzungsprognose bzw. Prognose
der Setzungsdifferenzen.
Gleichzeitig gibt er für Einzel- und Streifenfundamente zul. Bodenpressungen
unter charakteristischen setzungserzeugenden Lasten an um im Rahmen der Setzungsprognose
zu bleiben.


- Die Fundamentbemessung (Stahlbetonbemessung + Grundbruchnachweis) führe ich durch.
Beim Grundbruchnachweis hatte ich dann schon den Fall P / T und A nachzuweisen.


Das ganze lohnt aber nur wenn der Bauherr bereit ist den Gutachter bis zum Schluß
im Boot zu halten und das BV groß genug ist.

Mit dem Prüfer handele ich eher nichts aus, bis der kommt sind die Abstimmungen
in der Entwurfsplanung mit dem Gutachter "ausgehandelt". :)

Das ganze ist natürlich mit Aufwand und der notwendigen Kommunikation verbunden. B)
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Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung 09 Dez 2019 22:26 #66448

  • cebudom
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  • Was nicht passt - wird passend gemacht !
@Deo und @statiker:

Finde beide Zugänge richtig, kommt eben auf das BVH und die Protagonisten an ;)
Aber egal wie man das spielt, mit dem BodenGutachter zu kommunizieren kann nie verkehrt sein.

Das ist nicht nur im unserem Sinne (Statik/TWP), das ist auch in seinem sinne (BG) und vor allem im Sinne des Bauherren... aber da muss der Bauherr mitspielen.

Die wenigen Baustellen die ich miterlebt habe die in dem Sinne schlecht liefen, waren die wo die Statik und Bodengutachten nicht zusammengearbeitet haben sondern nebeneinander oder schlimmer gegeneinander (aus welchen Gründen auch immer). Und zum Schluss geht es nie um technische Lösung/Machbarkeit sondern ums Geld (Spätestens wenn die Baufirma anfängt zu graben)


@ Topic:
Die Unterscheidung zwischen setzungserzeugenden Lasten und Bemessungslasten bei Fundamenten ist mir ehrlich gesagt noch nie untergekommen
Setzungen: Charakteristische bzw. Quasi-Ständige Kombi je nach Norm
Grundbruch: GZT mit Gamma-fach je nach Norm

Sigma-zulässig oder "Einfache Gründung" oder charakteristischer Widerstandswert der Sohlspannnung (der eigentlich ein Bemessungswert im Sigma-Zul-Konzept ist) ... oder wie das auch bei euch in Deutschland heißt... Diese Werte decken eben Setzung+Grundbruch in einem ab
Das hieße ja, dass wenn es mal eng wird für ein Fundament, man mit dem Prüfer eine höhere Spannung "aushandelt" mit der Begründung, dass die max. Lasten ja nicht dauerhaft gegeben sind
Ja das ist auch im Sinne vom Sigma-Zulässig Konzept gar nicht verkehrt (So wie früher die Zulässigen Spannungen für die Fälle: H ; H+Z; H+S). Das ist doch das gleiche wie ständige/veränderliche/aussergewöhnliche Lasten mit Gamma&Psi-Kombi nach EuroKot.
Ich habe auch schon BG's gehabt da steht zB Sigma_m = 100% ; Sigma_max = +30% ; Sigma_kurzzeit= +50%
Aber wenn alle Bodenkennwerte angegeben sind, kann man genauso gut Grundbruch rechnen
Letzte Änderung: 09 Dez 2019 22:44 von cebudom.
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Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung 10 Dez 2019 07:10 #66449

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cebudom schrieb:
Die wenigen Baustellen die ich miterlebt habe die in dem Sinne schlecht liefen, waren die wo die Statik und Bodengutachten nicht zusammengearbeitet haben sondern nebeneinander oder schlimmer gegeneinander (aus welchen Gründen auch immer). Und zum Schluss geht es nie um technische Lösung/Machbarkeit sondern ums Geld (Spätestens wenn die Baufirma anfängt zu graben)

Ja. Es passiert hier immer mal wieder, dass eine sehr kreative Firma beauftragt wird. Die versucht ihren Preis über nachträgliche Einsparungen zu reparieren. Können sie ja machen, nur eben ohne mich. (Im Grunde kann mir gar nichts besseres passieren als das die Firma eigenmächtig von der Statik abweicht).
@ Topic:
Die Unterscheidung zwischen setzungserzeugenden Lasten und Bemessungslasten bei Fundamenten ist mir ehrlich gesagt noch nie untergekommen
Setzungen: Charakteristische bzw. Quasi-Ständige Kombi je nach Norm
Grundbruch: GZT mit Gamma-fach je nach Norm

Das wären ja immer noch quantitativ die gleichen Lasten. Ich verstand es mehr wie die quasi-ständigen Lasten bei der Verformungsberechung im Stahlbetonbau. Das sind ja nicht die Bemessungslasten, egal ob mit oder ohne Faktoren.
Ich habe auch schon BG's gehabt da steht zB Sigma_m = 100% ; Sigma_max = +30% ; Sigma_kurzzeit= +50%

ok, habe ich zwar so noch nicht gesehen, klingt aber glaubhaft.
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Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung 10 Dez 2019 09:45 #66451

  • statiker99
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@Deo

"Ich verstand es mehr wie die quasi-ständigen Lasten bei der Verformungsberechung im Stahlbetonbau. Das sind ja nicht die Bemessungslasten, egal ob mit oder ohne Faktoren."

Für die Setzungsprognose des Bodengutachters sind es
"quasi-ständigen" Lasten an OK Fundament (das Fundamenteigengewicht wird hier nicht angesetzt), jedoch vereinfacht Gk + 0,5 * Qk.

Dies ist aber mit dem Gutachter abzustimmen welche Lasten er haben will.
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Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung 10 Dez 2019 10:18 #66452

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statiker99 schrieb:
@Deo

"Ich verstand es mehr wie die quasi-ständigen Lasten bei der Verformungsberechung im Stahlbetonbau. Das sind ja nicht die Bemessungslasten, egal ob mit oder ohne Faktoren."

Für die Setzungsprognose des Bodengutachters sind es
"quasi-ständigen" Lasten an OK Fundament (das Fundamenteigengewicht wird hier nicht angesetzt), jedoch vereinfacht Gk + 0,5 * Qk.

Dies ist aber mit dem Gutachter abzustimmen welche Lasten er haben will.

yo, also so wie vermutet. Habe ich in Gutachten so direkt noch nicht gesehen, würde ich aber dennoch nicht anzweifeln. Macht schon Sinn.
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