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THEMA: Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung

Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung 04 Dez 2019 15:31 #66411

  • ba
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Hallo,

m.E. gehen eure Gedanke etwas in die falsche Richtung
Im Schneider 12. Aúfl. steht sehr schön

>>in einfachen Regelfällen darf anstatt des Grundbruch- und Setzungsnachweises ersatzweise der Sohldrucknachweis geführt werden.<<

Im weiteren Verlauf wird deutlich, das es sich auf die einfache Nachweisform Spannung = Kraft/Fläche bezieht. In der angegebenen zul. Bodenpressung (gem. Baugrundgutachten) ist sowohl der Grundbruch als auch die Begrenzung der Setzung (meines Wissen <= 2 cm ) enthalten.

Zur Frage: wie mit dem MB-Ergebnis umgehen,
1.) die Bewehrung im Balken mit MB berechnen, zusätzl. von Hand Sigma=F/A <= zul. Sigma oder
2.) MB-Berechnung nehmen und interpretieren + begründen, ob ich mit der Setzung leben kann und ob Grundbruch überhaupt ein Thema sein kann, bzw. Grundbruch nach DIN 4017 nachweisen womit man aber auch nur wieder bei (1.) S = F/A ist.

ba.
In nichts zeigt sich der Mangel an mathematischer Bildung mehr als in einer übertrieben genauen Rechnung.[Gauß]
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Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung 04 Dez 2019 22:09 #66413

  • statiker99
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zeemann schrieb:

Die Frage war mehr, wie man den EDV Ausdruck (der sich nun mal ergibt, wenn man mit dem MB-Modul gebetteter Balkem rechnet) gegenüber einem Prüfer interpretiert, welche Bodenpressung man dann ansetzt. Zudem können sich ja auch weit komplexere Balken ergeben, die man dann nicht mehr einfach so händisch überschlagen kann.

Was soll das "tolle" Steifemodulverfahren, wenn die verwertbaren Ergebnisse schlechter sind als beim einfachen Bettungsmodulverfahren von z.B. Harzer Statik oder anderen.

Kollege zeemann,

ich kann ihnen nur meine Vorgehensweise schildern.

Regelfall:

Steifezifferverfahren (Bettungskragen)

- Bemessung der Bodenplatte (Stahlbetonbemessung)
- kein Ansatz Versteifung durch Überbau
- kein Ausdruck von Bodenpressungen

falls notwendig:

zusätzlicher Rechenlauf mit Bettungszifferverfahren:
- Nachweis der Bodenpressungen

Ich würde nicht die "tollen" Ergebnisse des Steifezifferverfahrens kritisieren.
Ich habe jetzt gerade wieder den Fall mit einem Bodengutachter der in seinem Gutachten
schreibt:

... Bettungsziffer C = X, im Bereich von Lastkonzentrationen C = 2 * X
Für die weitere Planung sind diese Werte noch abzustimmen ......

Den ganzen Käse spare ich mir, habe vorgeschlagen die Bemessung nach dem
Steifezifferverfahren mit folgenden Ansätzen durchzuführen ....., wurde bestätigt und gut ist.

Die Doppelberechnung (einmal Steifeziffer und einmal Bettungsziffer) ist schnell gemacht, die iterative Anpassung der Bettungsziffer ist sehr Zeitaufwändig.


@Kollege ba

Sie schrieben:

"In der angegebenen zul. Bodenpressung (gem. Baugrundgutachten) ist sowohl der Grundbruch als auch die Begrenzung der Setzung (meines Wissen <= 2 cm ) enthalten."

Dagegen kämpfe ich seit langem (und in der Regel auch mit Erfolg) an.

Der Grundbruchnachweis ist Sache des Statikers, die Angabe der Bodenkennwerte und der
Setzungsprognosen Sache des Baugrundgutachters.

Es gibt ein Optimum zur Auslegung von Einzel- und Streifenfundamenten in dessen Nähe
man kommen sollte.
Letzte Änderung: 04 Dez 2019 22:10 von statiker99.
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Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung 04 Dez 2019 22:13 #66414

  • statiker99
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ba schrieb:
2.) MB-Berechnung nehmen und interpretieren + begründen, ob ich mit der Setzung leben kann und ob Grundbruch überhaupt ein Thema sein kann, bzw. Grundbruch nach DIN 4017 nachweisen womit man aber auch nur wieder bei (1.) S = F/A ist.

ba.

MB rechnet keine Setzungen aus sondern Verformungen.

Dies ist ein kleiner aber Wesentlicher Unterschied. B)
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Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung 07 Dez 2019 11:07 #66426

  • qwertzuiop
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Moin,

die Antwort ist etwas spät, aber vielleicht interessiert es ja noch jemanden.

In solchen Fällen betrachtet man einen charakteristischen Punkt mit etwas Abstand zum Bauteilrand. Nachzulesen in:

Manfred Kany: Berechnung von Flächengründungen, Band 2 – 2. neu bearb. und erw. Aufl. 1974

Im Anhang findet ihr ein für mich typisches Beispiel aus der Praxis. Die entscheidenen Stellen sind rot markiert (Statik erste und letzte Seite, Positionsplan zweite Seite).

Grüße

Christoff


Dateianhang:

Dateiname: AuszugStatik.pdf
Dateigröße:283 KB


Dateianhang:

Dateiname: Posplan.pdf
Dateigröße:347 KB
Letzte Änderung: 07 Dez 2019 11:12 von qwertzuiop.
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Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung 07 Dez 2019 18:54 #66433

  • statiker99
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@qwertzuiop

ich denke hier geht es um unterschiedliche Dinge (falls ich das noch
so richtig im Kopf habe):

- der "kennzeichnende Punkt" taucht in der Bodenmechanik beim Thema Setzungen auf.
Eigentlich nicht unser Thema als Tragwerksplaner des Bauwerks.

Die Ausgangsfrage ging um die rechnerischen Bodenpressungen beim Steifezifferverfahren, vor allem an den Rändern.

Hier stellt sich die Frage was möchte jemand überhaupt mit den Bodenpressungen anfangen?


Stark vereinfacht gibt es 2 Fragestellungen:

1. Standsicherheit (Grundbruch)
2. Gebrauchstauglichkeit (Setzungen)

Für 1. und 2. sind die lokalen Spannungsspitzen am Rand nicht aussagekräftig.

Für unseren Part als Tragwerksplaner des Bauwerks lasse ich aber die
Finger vom Thema Setzungsprognose des Bauwerks.
Neben der fehlenden Haftpflichtversicherung als Baugrundsachverständiger fehlt mir
hier die Expertise.

Die von uns verwendeten handelsüblichen Programme, z.B. MB, sind meines
Wissens nicht in der Lage Setzungen rechnerisch zu ermitteln.
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Frage zum Steifemodulverfahren - Bodenpressung 08 Dez 2019 05:20 #66436

  • qwertzuiop
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Moin,

an dem kennzeichnenden Punkt für die Setzungen werden in dem von mir genannten Buch auch die Sohldrücke ermittelt, s. Tafel 1 in Band 2. So habe ich das in meinem Beispiel auch gemacht.

Man kann also ohne Vergleichsrechnung das MB-Programm "elastisch gebetteter Balken" benutzen und darum ging es dem Fragesteller doch.

Grüße

Christoff
Letzte Änderung: 08 Dez 2019 05:21 von qwertzuiop.
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