Durchbiegung und Schwingung einer Stb.-Decke
- Alsheimer
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Re: Durchbiegung und Schwingung einer Stb.-Decke
18 Sep. 2014 15:14dvog schrieb: Die quasiständige Endverformung mit Wand als ständige Einwirkung liegt bei ca. 13 m.
... kann nicht sein, oder?? :huh:
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- DeO
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Re: Durchbiegung und Schwingung einer Stb.-Decke
18 Sep. 2014 15:14
Hallo dvog,
also in der Summe etwa 23-25mm? - Das wäre ein Wert den ich durchaus als realistisch ansehen würde. Für eine aufgehende Wand m.E. schon deutlich zu viel.
Bauablaufmäßig ist es heute (leider) so, dass erst ausgeschalt wird nach dem die aufgehenden Wände schon errichtet wurden. Das heißt, die Durchbiegung aus ständiger Last stellt sich dann quasi schlagartig ein. Das finden die Wände oft nicht so gut, insbesondere wenn die aus großformatigen und geklebten Steinen bestehen.
Ich bin bzgl. der Deckenstärke nicht geizig, da der Kubikmeter Beton kaum etwas kostet und man mit 2cm mehr die Decke deutlich steifer bekommt. Bei dieser Decke dürften die Mehrkosten irgendwo um die 120,- €/cm liegen, evtl. sogar darunter.
also in der Summe etwa 23-25mm? - Das wäre ein Wert den ich durchaus als realistisch ansehen würde. Für eine aufgehende Wand m.E. schon deutlich zu viel.
Bauablaufmäßig ist es heute (leider) so, dass erst ausgeschalt wird nach dem die aufgehenden Wände schon errichtet wurden. Das heißt, die Durchbiegung aus ständiger Last stellt sich dann quasi schlagartig ein. Das finden die Wände oft nicht so gut, insbesondere wenn die aus großformatigen und geklebten Steinen bestehen.
Ich bin bzgl. der Deckenstärke nicht geizig, da der Kubikmeter Beton kaum etwas kostet und man mit 2cm mehr die Decke deutlich steifer bekommt. Bei dieser Decke dürften die Mehrkosten irgendwo um die 120,- €/cm liegen, evtl. sogar darunter.
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- dvog
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Re: Durchbiegung und Schwingung einer Stb.-Decke
18 Sep. 2014 22:02
hallo DeO,
Ihre Einwände haben mich zu später Stunde veranlasst, kurz eine Alternative zu untersuchen, die Ihren Überlegungen näher kommt.
Ich habe die fiktive Position 3 entfernt und dadurch in der Mittellinie der Pos. 2 die obere Einspannung entfernt.
Gleichzeitig habe ich keine Abweichung der Ergebnisse von den Sollwerten zugelassen und eine Erhöhung der Biegebewehrung ausgeschlossen.
Den Lastbeginn habe ich auf 14 Tage heruntergesetzt.
Das Ergebnis sehen Sie im Anhang. Dann kommt die Verformungsprognose bei h = 20 cm nicht mehr hin und die Ergebnisse liegen näher bei Ihren Werten.
Die Einspannung an dem oberen Rand bringt folglich sehr viel.
Im Übrigen rechne ich bei den Verformungen gerne die nichttragenden Wände als ständige Last, weil sie so voll in die quasiständige Kombination eingehen. Sonst würden sie evtl. nur mit 30 % berücksichtigt. Zugegebenermaßen reduziert das jedoch den Verformungszuwachs der Nutzlast ( L/500 !!!! ).
gute Nacht dvog
Ihre Einwände haben mich zu später Stunde veranlasst, kurz eine Alternative zu untersuchen, die Ihren Überlegungen näher kommt.
Ich habe die fiktive Position 3 entfernt und dadurch in der Mittellinie der Pos. 2 die obere Einspannung entfernt.
Gleichzeitig habe ich keine Abweichung der Ergebnisse von den Sollwerten zugelassen und eine Erhöhung der Biegebewehrung ausgeschlossen.
Den Lastbeginn habe ich auf 14 Tage heruntergesetzt.
Das Ergebnis sehen Sie im Anhang. Dann kommt die Verformungsprognose bei h = 20 cm nicht mehr hin und die Ergebnisse liegen näher bei Ihren Werten.
Die Einspannung an dem oberen Rand bringt folglich sehr viel.
Im Übrigen rechne ich bei den Verformungen gerne die nichttragenden Wände als ständige Last, weil sie so voll in die quasiständige Kombination eingehen. Sonst würden sie evtl. nur mit 30 % berücksichtigt. Zugegebenermaßen reduziert das jedoch den Verformungszuwachs der Nutzlast ( L/500 !!!! ).
gute Nacht dvog
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- GustavGans
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- Me transmitte sursum, Caledoni!
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Re: Durchbiegung und Schwingung einer Stb.-Decke
19 Sep. 2014 05:53
Me transmitte sursum, Caledoni!
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- statiker99
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Re: Durchbiegung und Schwingung einer Stb.-Decke
19 Sep. 2014 07:43
Und jetzt?
Einerseits können wir mit „geschichteten“ Elementen nach Theorie III. Ordnung
eine „rechnerische Abschätzung“ der Verformungen vornehmen
(deren Rechenansätze vom praktischen Ingenieur kaum nachvollziehbar sein dürften)
oder wir gehen einen pragmatischen Weg (siehe z.B. Andreas 17.09.2014 09:02 oder dvog).
Gemäß Nachweis dvog könnte man mit 20cm Deckenstärke hinkommen,
als Frage bleibt für mich die Einspannung (lokal dürfte dort das Rißmoment überschritten werden
und damit die Einspannwirkung reduziert werden).
Weiterhin ist zu beachten, daß alle Nachweise von einer Drillsteifen Decke ausgehen.
Sollte in den Ecken keine entsprechende Auflast bzw. Rückverankerung wirksam sein,
sieht die Geschichte wieder ganz anders aus.
Als nächstes bleibt die Geschichte mit dem Bauablauf (Einbau der Trennwand vor Ausbau der Hilfsstützen).
Da kommt für mich DeO in’s Spiel.
Nach meiner Einschätzung dürfte 1cm Mehrstärke der Decke <= 100 € kosten.
Eine Decke h=22 cm würde also 200 € Mehrkosten verursachen, hat aber
eine 33% höhere Steifigkeit im Zustand I und ist daher nicht ganz so empfindlich
gegenüber den Widrigkeiten des Baugeschehens.
Einerseits können wir mit „geschichteten“ Elementen nach Theorie III. Ordnung
eine „rechnerische Abschätzung“ der Verformungen vornehmen
(deren Rechenansätze vom praktischen Ingenieur kaum nachvollziehbar sein dürften)
oder wir gehen einen pragmatischen Weg (siehe z.B. Andreas 17.09.2014 09:02 oder dvog).
Gemäß Nachweis dvog könnte man mit 20cm Deckenstärke hinkommen,
als Frage bleibt für mich die Einspannung (lokal dürfte dort das Rißmoment überschritten werden
und damit die Einspannwirkung reduziert werden).
Weiterhin ist zu beachten, daß alle Nachweise von einer Drillsteifen Decke ausgehen.
Sollte in den Ecken keine entsprechende Auflast bzw. Rückverankerung wirksam sein,
sieht die Geschichte wieder ganz anders aus.
Als nächstes bleibt die Geschichte mit dem Bauablauf (Einbau der Trennwand vor Ausbau der Hilfsstützen).
Da kommt für mich DeO in’s Spiel.
Nach meiner Einschätzung dürfte 1cm Mehrstärke der Decke <= 100 € kosten.
Eine Decke h=22 cm würde also 200 € Mehrkosten verursachen, hat aber
eine 33% höhere Steifigkeit im Zustand I und ist daher nicht ganz so empfindlich
gegenüber den Widrigkeiten des Baugeschehens.
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- Jürgi
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Re: Durchbiegung und Schwingung einer Stb.-Decke
19 Sep. 2014 09:39
Hallo zusammen,
die Einschätzungen der Durchbiegung im Zustand II ist genau das nachdem ich gefragt hatte. Dafür Danke!!!
Zu der Anmerkung von statiker99: Ich habe die Decke mit ausfallenden Auflagern gerechnet, so dass eine Einspannung in der Ecke ausgeschlossen ist. Den Hinweis mit dem Rissmoment beim Stützmoment ist super. Das habe ich nicht bedacht. Werde ich mir mal anschauen wie es damit aussieht.
Ich habe die Decke nun mit 20cm C25/30 angegeben und die Feldbewehrung gut angenommen, also etwas mehr als rein rechnerisch raus kommt. Ich denke damit komme ich dann schon hin. Ich werde aber noch mal darauf hinweisen, dass die Stützen erst später entfernt werden sollten.
Gruß Jürgi
die Einschätzungen der Durchbiegung im Zustand II ist genau das nachdem ich gefragt hatte. Dafür Danke!!!
Zu der Anmerkung von statiker99: Ich habe die Decke mit ausfallenden Auflagern gerechnet, so dass eine Einspannung in der Ecke ausgeschlossen ist. Den Hinweis mit dem Rissmoment beim Stützmoment ist super. Das habe ich nicht bedacht. Werde ich mir mal anschauen wie es damit aussieht.
Ich habe die Decke nun mit 20cm C25/30 angegeben und die Feldbewehrung gut angenommen, also etwas mehr als rein rechnerisch raus kommt. Ich denke damit komme ich dann schon hin. Ich werde aber noch mal darauf hinweisen, dass die Stützen erst später entfernt werden sollten.
Gruß Jürgi
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