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Langloch im Stahlbau 28 Aug 2025 06:52 #84786

Moin, mein Senf dazu:

Langlöcher können für verschienliche aber auch für unverschiebliche und sogar für vorgespannte Verbindungen genutzt werden. In den beiden letzten Fällen gleicht man damit nur Ungenauigkeiten bei der Montage aus.

Du möchtest eine verschiebliche Verbindung haben. Dann reicht es in der Regel, wenn du keine HV-Garnituren, sonder 8.8er oder 4.6er Schrauben einplanst, die nur handfest angezogen werden. Je nach Bürophilosophie werden hier manchmal Anziehmomente angegeben oder man schreibt einfach nichts dazu. Die Kontaktflächen werden natürlich NICHT vorbehandelt. Dann hat man sehr kleine Reibungszahlen. Baut man z.B. eine Schraube nach ISO 4017 mit nicht geschmierter Mutter bei unbehandelten Reibflächen ein, dann ergeben sich von ganz alleine nur sehr kleine übertragbare Kräfte. Sind die Belastungen höher, hat man eine verschiebliche Verbindung. Voila!

Treten Beanspruchungen quer zum Langloch auf, wird ganz normal bemessen. Die DASt-Richtlinie 023 ist hier günstiger als EN 1993-1-8, lässt aber deutlich höhere Eindrückungen am Lochrand zu. Deshalb weise ich so etwas nach EN 1993-1-8 nach und habe dann keine Probleme mit der Gebrauchstauglchkeit.

Ob Beanspruchungen in Langlochrichtung nachgewiesen werden müssen, hängt davon ab, ob die Konstruktion nach einer Verschiebung am Lochrand anliegen kann oder nicht. Falls ja, wird hier wie für normale Löcher nach EN 1993-1-8 nachgewiesen.

Sollen mit der Schraube auch Zugkräfte aufgenommen werden oder soll vorgespannt werden (bei einer unverschieblichen Verbindung, s.o.), dann müssen extra Unterlegbleche eingebaut werden. Die Rest-Auflagefläche von Scheibe oder Schraubenkopf reicht nämlich nicht aus, um solche Kräfte zu übertragen.

Viele Grüße
Christoff
Folgende Benutzer bedankten sich: schroeder, cebudom, ql2/99

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Letzte Änderung: von qwertzuiop.

Langloch im Stahlbau 28 Aug 2025 07:10 #84787

...
Treten Beanspruchungen quer zum Langloch auf, wird ganz normal bemessen. Die DASt-Richtlinie 023 ist hier günstiger als EN 1993-1-8, lässt aber deutlich höhere Eindrückungen am Lochrand zu. Deshalb weise ich so etwas nach EN 1993-1-8 nach und habe dann keine Probleme mit der Gebrauchstauglchkeit.
...
Viele Grüße
Christoff
 
Danke für die ausführlichen Infos!

War der maßgebliche Unterschied nicht die Länge der Langlöcher? Ich mein nach DASt-Richtlinie konnte man "längere" Langlöcher nachweisen.

Beste Grüße
 

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Langloch im Stahlbau 28 Aug 2025 07:24 #84788

Vielen Dank ! Es ist richtig, dass der reibungsbeiwert stahl auf stahl sehr gering ist. Aber abhängig von der Auflast kann schon mal ein nennenswerter Reibwiderstand rauskommen. Ein zusätzlicher Reibwiderstand würde über die Schraubverbindung kommen je nach Vorspannung. Diese ist sicher gering beim händischen Anziehen. Aber unter dem Strich ist es meine Befürchtung, dass bei thermischer Ausdehnung die Zwangskräfte im System zu einem gewissen Grad berücksichtigt werden sollten. Ich hatte daher die Vermutung, dass ein absolutes Gleitlager durch elastomerlager notwendig wäre. Vielleicht ist es aber auch übertrieben?

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Letzte Änderung: von Alfredo.

Langloch im Stahlbau 28 Aug 2025 09:30 #84791

Danke für die ausführlichen Infos!

War der maßgebliche Unterschied nicht die Länge der Langlöcher? Ich mein nach DASt-Richtlinie konnte man "längere" Langlöcher nachweisen.

Beste Grüße

 
Moin,
ja, die Anwendungsgrenzen unterscheiden sich. Es gibt aber Anwendungsfälle, die man sowohl nach EN 1993-1-8 als auch nach DASt-Rili 023 nachweisen kann.
Christoff

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Langloch im Stahlbau 28 Aug 2025 09:33 #84792

Moin Alfredo,

ob übertrieben oder nicht, weißt nur du. Wir kennen nicht alle Randbedingungen und Belastungen. Dann lass uns doch mal konkret werden:

Welche Schraube? Wie viele Schrauben? Lochbild? Wie hoch sind die Lasten? Was für thermische Zwangskräfte?

Grüße
Christoff
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Letzte Änderung: von qwertzuiop.

Langloch im Stahlbau 28 Aug 2025 09:49 #84793

Okay .. ich denke ich habe es verstanden. Je nach Größenordnung der noch vorhandenen Zwangskräfte sollte entschieden werden. Momentan muss ich das alles noch bestimmen. In meinem Fall wird sich die Reibkraft bei Müh von max. 0,2 auf maximal 50 kN abspielen. Auf der sicheren Seite würde ich so tun als würden diese Zwangskräfte sich durch Temperatur aufbauen können. Jetzt müsste man halt den Träger auf Biegung und/oder Zug/Druck nachweisen und mit den äußeren Lasten überlagern ?

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Letzte Änderung: von Alfredo.
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