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Punktlagerausdehnung im FE-Modell

Punktlagerausdehnung im FE-Modell

23 Juni 2025 20:34
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Hallo,

ich habe eine Brückenplatte mit h = 100 cm als Dreifeldträger. Schiefwinklig und längs vorgespannt. Die Lagerachsen sind mit etwas stärkeren Querträgern ausgebildet. Bei der Schnittgrößenermittlung des Balkens möchte ich gern die tatsächliche Punktlagerfläche rechnerisch berücksichtigen. Dabei würde ich das Balkenmoment mittels Auflagerkraft und Auflagerbreite ausrunden. Ist es denkbar, auch ein Flächenlager zu modellieren, das zusätzlich zur tatsächlichen Ausdehnung im Grundriss so breit ist wie eine Ausbreitung unter 45° zur Mittellinie des Balkenquerschnitts? Gleiches ist ja geläufig für die Radlasten aus Straßenverkehr. Dann würde ich deutlich günstigere Ergebnisse im Querkraft- und Momentenverlauf erhalten. 

Grüße
Richie
 

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Re: Punktlagerausdehnung im FE-Modell

24 Juni 2025 07:51
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Ohne jetzt verteift einzusteigen.

Wenn es ein Balken ist, sind am Auflager die maßgeblichen Nachweise nach Balkentheorie zu führen. (Druckstrebe etc. Eventuell Knoten nach Schleich Schäfer + Lager). Das lässt sich mit den Schnittgrößen nach Balkentheroie umsetzen.

Insofern es ein "Volumenmodell" ist kann man die Auflager flächig modellieren. zu beachten ist hierbei, das an Flächenlagern eventuell ungewollte Einspannungen auftreten können.

Wenn es sich bei dem Modell um FE-Flächen ohne Stäbe handelt, dann viel Spaß...

Beste Grüße

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Re: Punktlagerausdehnung im FE-Modell

24 Juni 2025 11:42 - 24 Juni 2025 11:42
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Dabei würde ich das Balkenmoment mittels Auflagerkraft und Auflagerbreite ausrunden. Ist es denkbar, auch ein Flächenlager zu modellieren, das zusätzlich zur tatsächlichen Ausdehnung im Grundriss so breit ist wie eine Ausbreitung unter 45° zur Mittellinie des Balkenquerschnitts? 
Bitte aufpassen bitte unterscheiden zwischen Balken-Schnittgrößen und Flächenmodell/Volumenmodell-Schnittgrößen (also in etwa das was ql2/99 geschrieben hat.
In der FEM sind die Flächen mit Null Dicke (Dicke geht in Steifigkeit ein) und die Stäbe null Querschnitt (Querschnitt geht in Steifigkeit als Beiwert ein).... alles andere ist nur optische 3D-Darstellung.
Das Flächenlager würde die Lasten aus der Platte abfangen, bevor die den UZ belasten.... insofern wäre das nicht richtig.
Die richtige Vorgehensweise ist das Ausrunden der Momente im Zuge der Nachweise 
Ich sehe das ist ein RFEM-Screenshot, da sollte es im EC2-Bemessungsmodul irgendwo eine Einstellung für Momentenausrundung geben

Unabhängig davon:
Soweit ich weiß ist die zulässige Momentenausrundung im EuroKot genau definiert. Falls ich es noch richtig im Kopf habe ist es nicht der 45° Ausbreitwinkel sondern der Anschnitt am Auflager bei Monolithischer Lagerung bzw. die t/8 Parabel bei gelenkiger Lagerung auf MWK oder sowas.

Richmondx post=84442 userid=22274
 Gleiches ist ja geläufig für die Radlasten aus Straßenverkehr.
Ja ist richtig. Aber hier wird eine Punktlast auf eine kleine Fläche verteilt und als Flächenlast eingegeben.
Das ist aber was anderes als eine flächige Bettung bzw. Flächenlager
  
Letzte Änderung: 24 Juni 2025 11:42 von cebudom.

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Re: Punktlagerausdehnung im FE-Modell

24 Juni 2025 19:55
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Stimmt, beim Flächenlager müsste ich darauf achten, dass es nur Druck aufnehmen kann, ansonsten kann es zur Einspannung werden. Danke für den Hinweis.
Ja, ausrunden nach EC2 ist das, was ich mindestens tun kann. Leider nur für gelenkige Lagerung, aber immerhin. Du hast recht, das größere Flächenlager würde direkt Last aus der Platte ziehen...
Was wäre denn, wenn ich dies umgehen kann und ich wirklich nur einen Balken mit einer Auflast habe, bliebest du dann bei deiner Meinung? Mein Gedanke ist, dass ich das Auflager ja auch einfach durch eine äußere Kraft ersetzen kann, die auf mit der Flächenausdehnung des Auflagers am unteren Bauteilrand angreift und das Gleichgewicht herstellt. Und wenn ich oben Blocklasten verschmieren kann, warum nicht auch unten?

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Re: Punktlagerausdehnung im FE-Modell

25 Juni 2025 07:01 - 25 Juni 2025 07:05
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Leider nur für gelenkige Lagerung, aber immerhin
Ist ja nicht richtig, bei Einspannung bzw. monolithische Lagerung  (also Beton-Beton) kann man sogar mehr ausrunden
Siehe EuroKot 2 Pkt. 5.3.2.2 (3)

Oder RFEM  www.dlubal.com/de/support-und-schulungen/support/faq/004354

Das andere habe ich nicht verstanden wie gemeint war.
 
Letzte Änderung: 25 Juni 2025 07:05 von cebudom.

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Re: Punktlagerausdehnung im FE-Modell

25 Juni 2025 08:00
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Welche Abemssungen hat denn das Brückenlager? (und eventuell auch die anderen Bauteile)
Ich frage weil bei 30x30cm im Verhältnis zu den Schnittgrößen nicht viel rauskommen wird.
Vieleicht kann man ja den Querkraftverlauf und die Momentenlinie mal hier posten + Querschnitte

Wenn die Platte schon h=100cm, sind die Balken dann höher?
Heruntergebrochen kann man die Momentenbemessung am "Anschnitt" führen.

Viel Problematischer dürfte aber in der Regeln doch die Lasteinleitung (Betondruckspannungen) in das Lager selbst sein?

Beste Grüße
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