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Holzdrempel 19 Nov 2020 08:59 #69409

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Hallo!
Ein Kunde möchte unbedingt einen Holzdrempel bei seinem BV vorsehen, obwohl das Haus massiv erstellt werden wird und die Dachkonstruktion ist als Pfettendach mit konstruktiver Firstpfette und Mittelpfetten geplant. Normalerweise rechne ich dann immer einen Mauerwerksdrempel mit Stb.-Ringbalken und Drempelstützen, die in die Geschossdecke eingespannt sind.
Ich weiß jetzt nicht genau, wie ich diesen Holzdrempel bemessen soll. So eine Drempelwand ist ja eigentlich eine normale Holzwand, nur das ich beim Rähm, welches meine Fußpfette ja auch gleichzeitig ist, Doppelbiegung berücksichtigen muss. Somit rechne ich eine Holzwand die am Kopf eine horizontale Last aus der Dachkonstruktion erhält und beidseitig eine OSB-Platte erhält, oder?
Ich habe gerade irgendwie einen Knoten im Kopf. Verankert wird der Drempel mit Zugankern dann auf der Stb.-Decke ( In einem zweiten BV habe ich wieder einen Holzdrempel, aber eine Holzbalkendecke. Wie mache ich hier am Besten die Verankerung?)
Die Geschosswände selbst sind dann aber wieder in Mauerwerk. Und wie sieht die Aussteifung des Giebelmauerwerkes aus? Normalerweise lässt man ja den Stb.- Ringbalken mindesten 1.50 m in das Giebelmauerwerk einbinden und oberhalb der Giebelfenster weiterlaufen.
Oberhalb der Giebelfenster kann ich ja den Sturz über die gesamte Giebelseitenbreite verlängern, wie sonst auch. Aber reicht dass zur Aussteifung aus? Muss ich Stb.-Stützen anordnen, in denen die Bewehrung aus dem Sturz oberhalb der Giebelfenster rahmenartig einbindet?
Danke für Eure Denkanstöße und Hilfe.

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Letzte Änderung: von venditrice.

Holzdrempel 19 Nov 2020 11:19 #69412

Deckenscheibe im Kehlbalkenbereich ausbilden und dort Lasten einleiten?
Wenn im Drempel kein vert. Zug vorliegt und der Drempel nicht zur Gebäudeaussteifung herangezogen wird, sehe ich keinen dringenden Grund für richtige Zuganker. Aber ordentlch befestigen mußt Du schon.
Was war noch?

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Holzdrempel 19 Nov 2020 11:20 #69413

Moin,
mir erschließt sich nicht warum der Drempel aus Holz gebaut werden soll und der Rest massiv !
Die H-Lasten aus der Dachkonstruktion müssen nicht unbedingt über den Drempel abgeleitet werden.
(Dieses Thema wurde hier schon öfter beackert)
Das feste Auflager kann auch im Bereich der Mittelpfetten liegen die dann auf Doppelbiegung nachgewiesen werden. Neben den stärkeren Pfettenquerschnitten müssen die horizontalen Auflagerkräfte über die Innen- und Giebelwände abgeleitet werden. Und da hakt es meistens. Die entsprechenden Mauerwerksnachweise kommen nicht hin, besonders im Bereich der Giebelwände.
Und dann kommt Beton ins Spiel.
Tragende Firstptetten verringern die H-Lasten an den Fußpunkten.
Ein Holzdrempel zur Abtragung der H-Lasten ist immer problematisch. Wie soll das Einspannmoment in die Decke eingeleitet werden ? Machbar ist das schon aber wirtschaftlich !

Somit rechne ich eine Holzwand die am Kopf eine horizontale Last aus der Dachkonstruktion erhält und beidseitig eine OSB-Platte erhält, oder? Ich habe gerade irgendwie einen Knoten im Kopf. Verankert wird der Drempel mit Zugankern

OSB-Platte außen ist Murks. Was meinst du mit Zuganker ?
Man kann senkrechte Stahlprofile in die Holzwand einbauen. Die H-Kräfte aus dem oberen Wandrähm an das Stahlprofil anschließen und dieses biegesteif in die STB-Decke einbinden.
Bei Holzbalkendecken sinngemäß. Hier muss das Stahlprofil (L-Form) mit einer biegesteifen Ecke an die Deckenbalken angeschlossen werden.
Es gibt auch die Möglichkeit die Ecke Sparren-Wandstützen mit eingelegten Stahlblechen biegesteif herzustellen.
Grundsätzlich muss die Drempelwand auch die Lasten aus den Aussteifungsverbänden in Wandlängsrichtung übertragen.

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Letzte Änderung: von HerrLehmann.

Holzdrempel 19 Nov 2020 11:35 #69414

Doch Zuganker.
Aus den Windrispen kommt ja noch ne Last.
Bei Holzbalkendecke muß man durch die Decke durch in der unteren Wand verankern.

@HerrLehmann
Hast Du sowas schon mal mit dieser aufwendigen Einspannung am Drempel gemacht?

"Was meinst du mit Zuganker ?"
Bei Holzwänden nach Norm, die eine horiz Last im Rähm (also längs des Rähms) haben, müssen immer Zuganker angebracht werden.

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Letzte Änderung: von Jens01.

Holzdrempel 19 Nov 2020 12:02 #69415

@Jens
Bei Drempelwänden über die gesamte Hauslänge kommen doch normalerweise keine Zuglasten mehr raus.
Ich habe die Zuganker in Verbindung mit dem Zitat hinterfragt. Das hörte sich so an, als ob das Moment aus der Drempelwand über beidseitige Zuganker aufgenommen werden soll.
Nein diese biegesteifen Ecke habe ich noch nicht gemacht. Habe das mal in Mikado gesehen.
Oder mal googeln: Kratzer Holzbau biegesteif. Anzeige als Bilder ! Da tauchen 2 Fotos von Mikado auf.
Oder DIB 11/2018 Seite 15 + 16

Grüße

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Letzte Änderung: von HerrLehmann.

Holzdrempel 19 Nov 2020 13:07 #69418

"Bei Drempelwänden über die gesamte Hauslänge kommen doch normalerweise keine Zuglasten mehr raus."
Das kann sein, aber laut Norm müssen die Wände, die diese Längskräfte im Rähm abtragen (also die ganz normalen Wände für die Gebäudeaussteifung) immer links und rechts einen Zuganker haben. Auch wenn die Zugkräfte überdrückt sind.
In meinem ersten Post hatte ich die Lasten aus Windrispen vergessen.

Diese biegesteife Ecke aus Mikado scheint für eine Sanierung zu sein. Zu meiner Zeit ;) wurden die Windlasten vollständig in die Kehlbalkenscheibe eingeleitet. Das waren aber normale EFHs komplett in Holztafel.

P.S.:
Allerdings kann ich auch nicht verstehen, wieso man -ohne Not- Stein und Holzbauweise mischt. Kommt selten was Gutes bei raus. => Immer in Holz bauen!

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