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THEMA: Statiker soll Angeben ob Haus 30 Min stehen kann ?

Statiker soll Angeben ob Haus 30 Min stehen kann ? 24 Jan 2020 15:15 #66764

  • IB Herzogenaurach
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Hallo liebe Kollegen,

ich habe ein Auftrag bekomme für die Statik einer Umbauaktion bei einem Haus.

Jetzt hat der Kunde einen Brandschutzbeauftragt gerufen zu dem Umbauvorhaben.
Der sagt jetzt der Statiker muss sagen wie lange das Gebäude bei einem Brand stehen bleibt.

Das Gebäude wurde mehrmals erweitert in verschiedenen Bauweisen.

Mein Frage ist wie hat man sich als Statiker zu verhalten ?
Ich betone ich habe den Auftrag für die Tragwerksplanung und für nichts anderes.
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Statiker soll Angeben ob Haus 30 Min stehen kann ? 24 Jan 2020 15:19 #66765

  • saibot2107
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Sofern der Brandschutzbeauftragte hier angaben zum konstruktiven Brandschutz der Bauteile benötigt oder meint, ware das eine besondere Leistung der LPH 4 also somit durchaus eine Aufgabe der Tragwerksplaner. Ob sie im konkreten Fall allerdings beauftragt wurde, steht auf einem anderen Blatt, da besondere Leistung.

Ansonsten bei der Bewertung des konstruktiven Brandschutzes das Baujahr und die zu diesem Zeitpunkt gültige Normung beachten, um sich ggfs. auf Bestandsschutz zu berufen, da man sonst insbesondere bei Betonbauteilen schnell am "Ende der Fahnenstange" ist. Will sagen, alte Stahlbetonbauteile, die nach neuer Normung bewertet werden, haben oft noch nicht mal F30, da die Betondeckung deutlich zu gering ist.
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Statiker soll Angeben ob Haus 30 Min stehen kann ? 24 Jan 2020 15:30 #66767

  • IB Herzogenaurach
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Vielen Dank für den Typ mit der Betondeckung.
Es wurde sicher nicht vereinbart das ich diese Dienstleistung anbiete.

Es gibt keine Bestandspläne von keinem der Bauabschnitte. Es wurde immer wieder angebaut mit anderen Bauweisen. Bewehrungspläne gibt es natürlich auch nicht.

1. Stahlbetondecke Ortbeton und Hohlkörperdecke über EG
2. Holzbalkendecke über OG
3. Pfettendach

Ich habe auch keine Angabe wann welcher abschnitt gebaut worden ist.
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Statiker soll Angeben ob Haus 30 Min stehen kann ? 24 Jan 2020 15:35 #66768

  • saibot2107
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Dann bleibt nur eine Bestandsaufnahmen inklusive Bewehrungserkundung bei den Stahlbetonbauteilen. Zusätzlich wäre noch der vorhandene Putz interessant, da er insbesondere bei älteren Stahlbetonbauteilen als "Ersatz" für die Betondeckung berücksichtigt werden durfte.

Beim konstruktiven Brandschutz im Holzbau kenne ich mich zu wenig aus.

Das mit dem Baujahr könnte tatsächlich ein Problem sein. Da muss der Architekt, den es hoffentlich gibt, wohl seine LPH 1 nochmal vertiefen. Das beschaffen der Bestandsunterlagen wäre eine besondere Leistung LPH 1 der Objektplanung. Nach meiner Erfahrung, sagen Bauämter zunächst gerne mal, dass sie keine Unterlagen hätten, wenn man aber nachbohrt und zur Not selbst ins Archiv geht, findet man oft noch was.

Es würde ja schon reichen, wenn man etwas über das Baujahr der einzelnen Abschnitt herausfindet. Die alten Brandschutznormen waren da deutlich einfacher als die heutigen Norm. Je nach Baujahr wird es schon reichen, wenn man die Betondeckung, ggfs. inkl. Putzstärke, und die Abmessungen der Bauteile kennt.
Letzte Änderung: 24 Jan 2020 15:43 von saibot2107.
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Statiker soll Angeben ob Haus 30 Min stehen kann ? 24 Jan 2020 22:17 #66771

  • diego
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Hallo,
ich finde, der Brandschutzsachverständige macht sich die Sache ein bisschen einfach.
Warum soll denn der Feuerwiderstand neu nachgewiesen werden?
Ändert sich die Gebäudeklasse? Gibt es einen Grund anzunehmen, dass das Haus nicht nach den seinerzeit gültigen Regeln gebaut wurde?
Besteht an die Decke über dem OG überhaupt eine Anforderung?
Der soll sich schon etwas präziser äußern, wenn er andere an die Arbeit schickt (und zusätzliches Honorar auslöst, vielleicht sogar Materialuntersuchungen).
Außerdem soll er genau sagen, nach welcher Norm der Nachweis gemacht werden soll, der aktuellen oder der vom Baujahr?
Andererseits ist die Anforderung "F30" nicht all zu schwer zu erfüllen.
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Statiker soll Angeben ob Haus 30 Min stehen kann ? 25 Jan 2020 08:02 #66772

  • DeO
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IB Herzogenaurach schrieb:
Mein Frage ist wie hat man sich als Statiker zu verhalten ?
Ich betone ich habe den Auftrag für die Tragwerksplanung und für nichts anderes.

freundlich ablehnen. Das sind die Aufträge, bei denen es nur darum geht jemanden zu finden, der sich den schwarzen Peter in die Tasche steckt. Gar nicht weiter darum kümmern, keine Lösungen suchen, nichts. Sagen "sorry, ist nicht mein Fachgebiet, muss ein anderer ran", Thema durch. Bei Aufträgen dieser Art kann man nur verlieren.

Es laufen ja genügend Sachverständige für alles mögliche durch die Gegend. Altbau, Brandschutz, Gründung und so weiter. Sollen die mal ran, sollen die zeigen ob sie wirklich was können oder ob sie doch eher nur schreibende Berater sind die über das herfallen was andere gemacht haben.
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