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THEMA: Tragende Wand abfangen

Tragende Wand abfangen 15 Okt 2019 12:15 #66048

  • Compengineer
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Sebastian Fellner schrieb:
L/500 = l²/150 aus Stahlbetonbau für angrenzende Bauteile. Konkrete Vorgaben im Stahlbau gibt es nach meinen Wissen nicht.

Alles klar! Danke für die Info.
Bzgl des Einbaus werde ich mich auf jeden Fall mit einer anerkannten Firma zusammentun; ebenfalls hole ich mir noch Informationen über die nun weiter beanspruchten Fundamente. - Meines Wissens ist kein Keller darunter, sondern nur eine 5cm Unterbetonschicht auf einer Rollierung, sowie möglicherweise Schalsteinen. Das muss aber noch eruiert werden.

Eine kurze Frage noch zum Anschluss der beiden Träger. Ich würde das wie in folgender Skizze lösen:



Also der Hauptträger (= der kürzere Träger) erhält ein zusätzliches Stegblech/Rippe (t = wie Stegdicke), welches an den Steg und die beiden Flansche geschweißt wird.
Dann wird daran ein Stirnblech (t = 1,0 cm) angeschweißt. Der Abfangträger (der längere) bekommt dasselbe Stirnblech. Beide werden anschließend über Schrauben verbunden.
Die Stirnbleche werden jeweils nur am Steg bzw. der Rippe angeschweißt, um möglichst eine gelenkige Verbindung zu erzielen.

Schweißnähte weise ich nach; Beulen der Rippe auch, bzw. kann das aus der Geometrie ausgeschlossen werden; und dann noch die Schrauben bzw. den Stoß auf Abscheren, Lochleibung sowie die Stirnplatte, dass sie die (elastische) Beanspruchung aufnehmen kann.

Das müsste ja meiner Meinung nach so funktionieren, oder?

LG,
compengineer
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Tragende Wand abfangen 15 Okt 2019 12:42 #66049

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Hallo,

dieser Anschluß müßte dann aber biegefest sein, sonst hättest du tatsächlich und zwingend Torsion im Hauptträger, was unbedingt vermieden werden sollte. Außerdem ist die Stirnplatte viel zu dünn gezeichnet und rückwärtig schlecht schweißbar.

Warum so kompliziert? Schau dir Stahlbautabellen an, z.B. von Prof. Oberegge (querkraftbeanspruchte Anschlüsse mit Winkeln). Da hast du geprüfte Konstruktionen und mußt nichts neu erfinden. Die Verschraubung geht natürlich immer an den Steg des Hauptträgers.

Zur Absteifung während der Bauzeit, d.h. bei Abbruch des Mauerwerks solltest du dir noch was einfallen lassen. Die Angaben dazu macht bei diesen Dimensionen nicht die ausführende Baufirma. Dazu muß eine Arbeitsanweisung her mit nachgewiesenen Abfangkonstruktionen.

Wie werden die Träger transportiert? Ein HEB 320 von rd. 4.80 m Länge wiegt gut 600 kg. Wer hebt den an? Ist die Baustelle für diese Trägerlängen zugänglich oder müssen die Träger in Abschnitten dorthin gebracht und dann verschraubt werden?

Wie sieht's mit dem Mauerwerk aus? Paßt die Auflagerpressung? Oder muß du die Träger auf Stahlstützen lagern, die bis zu den (vermutlich) neuen Fundamenten runter reichen?

Gruß
mmue
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Tragende Wand abfangen 15 Okt 2019 13:51 #66050

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Hallo,

danke für deine Antwort! Mit der Torsion hast du natürlich recht … das habe ich leider komplett übersehen.

Es hat sich auch wieder einiges geändert bzgl. der Lastaufstellung und den auf die Träger treffenden Lasten und der Geometrie, sodass ich mit HEB280 das Auslangen finde - auch was die Durchbiegung von L/500 betrifft.

Danke auch für den Hinweis der Stahlbautabellen (Koelner Stahlbautabellen) - ich habe diese schon einmal gesehen, bin aber auf keinen grünen Zweig damit gekommen, da sich - für mich - folgendes Problem ergibt:
Ich muss eine Last von 242,50 kN übertragen, die durch die Verbindung in den Hauptträger eingeleitet werden muss.

Entscheiden würde ich mich für einen Winkelanschluss, wie auf PDF S.396 dargestellt:


Dann suche ich mir mein entsprechendes Profil heraus - HEB280 (PDF S.436)


Nach der Tabelle kommt nur die Beanspruchbarkeit des Doppelwinkelanschlusses F_A,Rd = 291,9kN in Frage (Mindeststegdicke t_HT = 3,6mm; das wäre für den HEB280 als HT auch erfüllt).
Tabelliert ist hierzu ein erforderlicher Anschluss vom Typ "IW 24 13" mit einer Winkelhöhe von 180mm.

Dieser ist auf S. 400 skizziert:


Und da kann etwas nicht stimmen: das Tabellenblatt schreibt t_HT = 180. Bemaßt sind in der Skizze t_HT = 260. - Wie ist das zu verstehen? t_HT = 260 würden sich in einem HEB280 gar nicht mal wirklich ausgehen, da schon die Flansche ja 18mm dick sind.

Oder verstehe ich hier die Tabelle nicht? Vielleicht kann mir hier jemand helfen …

Für die restlichen Fragen Deinerseits mache ich mich bereits kundig bzw. überlege mir etwas und poste es dann ggf. hier, um euch auf dem Laufenden zu halten.

Liebe Grüße,
compengineer
Letzte Änderung: 15 Okt 2019 14:06 von Compengineer.
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Tragende Wand abfangen 22 Okt 2019 09:28 #66097

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Hallo,

hier liegt offenbar in der Tat ein Druckfehler vor. Der Anschlußwinkel IW 24 13 ist 260 mm hoch und das paßt natürlich nicht zum HEB 280.

Alternative: Anschluß mit aufgeschweißten Kopfplatten.

Beachte bitte, daß du den T-förmigen Restquerschnitt des HEB 280 auf Biegung + Schub nachweisen mußt. Falls das nicht klappt, kannst du den T-förmigen Rest durch ein Blech zu einem (unsymmetrischen) Doppel-T ergänzen (Blechlänge deutlich länger als die Ausklinkung, auf T-förmigen Teil aufgeschweißt, Bl. im Bereich des HEB-Steges geschlitzt und verschweißt).

Alternative Literatur bei den Typenanschlüssen: bauforumstahl.de/upload/documents/Literatur.pdf

Gruß
mmue
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Tragende Wand abfangen 22 Okt 2019 11:38 #66099

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Danke für die Literatur + den Hinweis auf einen Kopfplattenanschluss, der auch eine gute Lösung gewesen wäre.
Ich habe dann detailliertere Belastungen bekommen und im Hinblick auf die Durchbiegungsbegrenzung hat es letztlich dann doch HEB300 für beide Träger werden müssen; für diesen passt der Anschluss IW 24 13, den ich letztlich vorgeschlagen habe.

Danke für die ganze Hilfe,
mlbG compengineer
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Tragende Wand abfangen 22 Okt 2019 11:46 #66100

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Hallo,

nur mal so gefragt: Wenn beide Träger als HEB 300 ausgeführt und höhengleich eingebaut werden sollen, dann hast du oben und unten Ausklinkungen im Nebenträger. Hast du den verbleibenden Steg (mehr ist ja nicht da) auf Biegung + Schub nachgewiesen? Diese Nachweise sind mit der Wahl des Winkelanschlusses nicht erbracht.

Gruß
mmue
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