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Hallo liebe Profis,
ich brauche eure Meinung. Leider sind Statik und Bau generell nicht so mein Bereich (ich komme aus der IT) und ich versuche, mich da durchzubeißen. Es kann gut sein, dass ich Begriffe falsch verwende oder missverstehe. Ich plane, ein relativ kleines EFH mit zwei Vollgeschossen und ca. 137m² Netto-Grundfläche mit Town & Country zu bauen. Weil alles so klein ist, würde ich gern einen offenen Wohnbereich mit ca. 7,03 x 7,62 = 53,56m² realisieren. Meine bisherige Recherche hat ergeben, dass das grundsätzlich mit einem Stahlträger machbar sein kann. Geld spielt natürlich eine Rolle (nicht wie hier ) - deshalb darf, falls nötig, sowohl der Träger als auch ggf. erforderliche Stützen sichtbar bleiben. Grundriss, wie ich mir das vorstelle: Aktuell habe ich den Träger mittig positioniert, allerdings liegen mir noch keine Informationen zur Deckenstärke vor. Daher kann ich die Treppenöffnung noch nicht berehchnen. Wahrscheinlich wird der Träger Richtung Norden verschoben werden müssen. Laut dieser Tabelle darf ein HEM-240-Träger bei 7m mit ca. 23,5t bei einer maximalen Durchbiegung von 14mm belastet werden. Da ich aber mit > 10m Gesamtlänge und einer Stütze/Wand bei ca. 7m plane, sollten sich beide Werte massiv verbessern. Wenn ich es richtig verstehe, handelt es sich dabei um eine Linienlast, die auf eine Flächenlast umgerechnet werden muss - bzw. eigentlich umgekehrt: erst Flächenlast ermitteln und daraus die Linienlast für den Träger ableiten, um Typ und Dimensionierung korrekt zu bestimmen. Vielleicht kommt man dadurch auch auf eine kleinere HEM-Größe. Die Frage ist: Gehen meine Gedanken in die richtige Richtung - oder gibt es etwas, das das Ganze scheitern lassen würde bzw. eine bessere Lösung? In einem Gespräch meinte T&C, die Decke müsste dann deutlich dicker ausgeführt werden, und da sprechen wir von Kosten, die jenseits von Gut und Böse liegen. Im unverbindlichen Standardgrundriss ist ein Wohnbereich 6,89 x 4,04 = 27,84m² vorgesehen, und mit dem Träger würde ich die zwei 7,62-m-Wände "teilen". Deshalb kann ich der Argumentation aktuell nicht ganz folgen. Oder macht die Durchbiegung so viel aus? Angaben, die wahrscheinlich wichtig sind:
Ich habe außerdem zwei Beispiele angehängt, die ich sehr ansprechend finde: einmal mit einem sichtbaren, rotgefärbten Träger (das würde hier im Ruhrgebiet aus meiner Sich richtig gut wirken) und einmal - falls Stützen mitten im Raum unvermeidbar sind - eine Lösung mit Stützen. Dass ein HEM-240 ca. 27 cm hoch ist, ist mir bewusst. Was meint ihr: Was kann man budgetschonend erreichen? Viele Grüße und vielen lieben Dank Anton |
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Letzte Änderung: von Anton1. Grund: Korrektur
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Dies ist ein Forum von Tragwerksplaner für Tragwerksplaner. Es ist kein Beratungsforum für Bauherren, da gibt es genügend Andere. Unglaublich aber wahr: Ich/Wir verdienen unser Geld mit solchen Sachen.
PS: Sie bauen ein Haus mit einer Firma. Sie haben eine Statik dazu von der Firma mit Plänen und allem drum und dran. Dann sollten Sie dieser Firma auch vertrauen und die dazu fragen. Wer, wenn nicht die, können das sauber beantworten.
Folgende Benutzer bedankten sich: Baumann, Anton1
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Vielen lieben Dank für Ihre Rückmeldung!
OK, da ich hier auch einige Themen von Bauherren gesehen habe, hatte ich das anders wahrgenommen.
Können Sie mir eines empfehlen, wo ich so eine Frage stellen könnte?
Hm, interessant. Anscheinend ist es eine Kulturfrage. Bei uns in der IT, insbesondere in der Softwareentwicklung, ist es nicht unüblich, auch Nicht-Kunden und Nicht-Kollegen einfach zu helfen - ohne Gegenleistung, weil man es gern macht und Spaß daran hat. Natürlich nicht immer bis ins kleinste Detail, aber an Ratschlägen mangelt es üblicherweise nicht. Wir haben sogar ganze Plattformen wie Stack Overflow, wo man Hilfe bekommen oder selbst helfen kann - nicht für Geld, nicht für einen Auftrag. Allerdings habe ich hier im Forum auch schon einige verbitterte Beiträge gesehen, die mich vielleicht hätten stutzig machen sollen... Ich hatte auch geschrieben, dass ich mich bereits in Gesprächen befinde. Ich sehe nur eine Diskrepanz zwischen dem, was ich bisher gelesen/gesehen habe, und dem, was mir gesagt wurde. P.S. Danke noch einmal für den Augenöffner. Gleichzeitig denke ich, dass eine Antwort wie „Joah, das ist kein Problem und wird öfter so gemacht“ oder „Nein, Quatsch, die Spannweite erzeugt Kosten ohne Ende“ kürzer und deutlich hilfreicher gewesen wäre. Jeder ist Herr über seine Zeit - das respektiere ich natürlich. |
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3 Anmerkungen
- danke (wirklich) für deine, ich kann es nicht anders sagen, zuvorkommende Art und Weise, der übliche Besucher reagiert überaus verständnislos und extrem verschnupft - aber, zwischen einem IT-Problem und einer statischen Frage liegt ein himmelweiter Unterschied, insbesondere hinsichtlich möglicher aus den Antworten resultierender Konsequenzen - um deine Frage seriös zu beantworten, bräuchte man mehr Input und müsste das auch halbwegs planen, da neben dem vertikalen Lastabtrag auch die Aussteifung und die vielen kleinen Detailpunkte eine Rolle spielen, insbesondere bei einem in Fertigteilbauweise üblicher Weise bis auf die letzte Nachkommastelle ausgereiztem Tragwerk (zur Verdeutlichung etwas überspitzt formuliert) also, Tragwerksplaner sind nicht per se böswillig oder nicht hilfsbereit, sondern meist einfach nur fassungslos als Beispiel, man fährt doch auch nicht in die Autowerkstatt, der Mechaniker schaut sich das Auto eine 1/2 h an, sagt was ihm aufgefallen ist, dann fährt man nach Hause und repariert es selbst , oder schickt den Waschmaschinenmonteur unverrichteter Dinge wieder nach Hause nachdem er den Fehler ausgelesen hat und ich nehme für uns Bauing. auch eine höhere Verantwortung in Anspruch, ob mir die Waschmaschine auf den Zeh oder die Geschossdecke auf den Kopf fällt, der Brandschutz nicht eingehalten ist, eine Zimmerecke schimmelt ... herzliche Grüße ba In nichts zeigt sich der Mangel an mathematischer Bildung mehr als in einer übertrieben genauen Rechnung.[Gauß]
Folgende Benutzer bedankten sich: CD, Anton1
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Vielen lieben Dank für deine Ausführungen und dein Kompliment, ba!
Ich denke, es ist normal, dass man in seinem Bereich die Konsequenzen viel besser abschätzen kann - und das trifft erfahrungsgemäß auf alle Bereiche zu, auch auf die IT. Ich könnte tonnenweise davon berichten. Selbst eine Zeile Code oder ein Parameter kann gravierende Auswirkungen haben, die nicht nur das halbe Internet unzugänglich machen, sondern auch Leben gefährden können. Dass man für eine sichere Antwort eine tiefgehende Planung braucht, ist mir bewusst. Aber das ist keineswegs mein Anspruch oder Wunsch. Die nötigen Daten kann ich gar nicht liefern. Was mich interessiert, ist eher eine Erfahrung oder Meinung als Diskussionsgrundlage für das Gespräch mit dem Bauunternehmen. Zum Beispiel war vor Kurzem ein echter Augenöffner: "Für eine Kragarmtreppe sollte Porenbeton nicht verwendet werden, da sie dann eine sehr teure Verstärkung benötigt. Eine Stahlbetonwand ist besser geeignet. Wenn man aber eine schlanke Bolzentreppe nimmt, ist es optisch zwar etwas anders, dafür spart man aber vielleicht mehr als 10k€." Das hilft mir persönlich enorm. Natürlich ist das sehr pauschal, und es kommt auf viele Parameter wie Wanddicke, Betongüte etc. an - aber so habe ich zumindest einen Ansatzpunkt, eine Denk- und Diskussionsgrundlage. Wenn man mich fragen würde, was man in einem Projekt tun sollte, wenn die Benutzer sowohl am Rechner als auch auf mobilen Geräten erreicht werden sollen - übrigens eine Frage, die relativ oft kommt und bei der die richtige Antwort "Es kommt drauf an" wäre -, dann kann ich trotzdem pauschal aus meiner Erfahrung berichten und einige Stolperfallen oder Anwendungsfälle nennen, die wichtig sein könnten. Mit gezielten Rückfragen könnte ich natürlich noch besser helfen. Genauso ist es hier: Mir würde schon sehr helfen, wenn man aus Erfahrung berichten könnte. Dass das nicht unbedingt auf meine konkrete Situation passen muss - die gerade ja erst entsteht und noch wesentlich beeinflusst werden kann -, ist mir bewusst. Die Beispiele verstehe ich, aber es ist nicht meine Intention. Übertragen auf das Forum wäre das für mich so, als würde ich in eine Kantine gehen, in der sich Automechaniker treffen, und laut fragen: Wenn mein Auto nicht startet, was könnte es sein? Ich habe da so eine Leuchte mit einem Ausrufezeichen. Wer Interesse hat, kann sich beteiligen - und wer nicht, dann eben nicht. Kein Problem |
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Für rechtsverbindliche Aussagen, sollten sie sich an einen Statiker ihres Vertrauens wenden. Ggf auch an einen Architekten einschalten der ihnen das Haus plant. Es sind beim Bauen viele rechtliche Dinge zu beachten. Außerdem schadet es nicht, wenn man jemanden an seiner Seite hat der die handwerkliche Umsetzung der Planung beurteilen kann.
Ein paar Anmerkungen zum Entwurf möchte ich ihnen dennoch geben. Spannweiten kosten immer Geld, sodass die Aussage erstmal richtig ist. Je großer die Spannweite desto größer die Durchbiegung der Decke. Je größer die Durchbiegung, desto größer die Gefahr von Rissen in dem Wänden die auf der Decke stehen. Eine Wand zwischen Eingangsbereich (Tür) und Koch/Wohnen würde hier helfen. Unter Umständen wird der Träger so groß, dass die freie Kopfhöhe im Bereich der Treppe nicht ausreicht.
Folgende Benutzer bedankten sich: Anton1
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Letzte Änderung: von Dan_Statik.
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