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D.I.E. Baustatik- Software
Dlubal CALC

Rissbreite

Re: Rissbreite

15 Nov. 2025 10:29
#
Ich muss jetzt nochmal nachfragen. Über wieviel "Meter" Risse mit 0,25mm reden wir hier denn jetzt?

bzw. um das mal in Relation zu setzen. Abmessungen der Brücke ?
Und vor allem über welche Bauteile? Kappen ?
@saibot2107
Ich finde schon, dass das ein Thema ist - auch wenn es Lehmann  im Moment nicht weiterhilft.
Aber er hat ja schon selbst die künftige Lösung vorgeschlagen, einfach mit Rissbreite 0,1 mm zu rechnen, damit Risse >0,2 mm noch unwahrscheinlicher werden. 
Das bedeutet, dass Bauwerke um einen Betrag, der schnell 6-stellig wird, verteuert werden (+ entsprechender CO2 -Abdruck), weil Kosten für das Verschließen von Rissen in Höhe von wenigen Tsd € vermieden werden sollen. Das Bauwerk wird dadurch nicht besser, es tritt nur nicht der unangenehme Fall auf, dass man einen "Schuldigen" sucht.
Das ist ein Thema, das man eigentlich mit dem Bauherrn besprechen muss - was natürlich mit öffentlichen Bauherrn schwierig, die vor allem daran interessiert sind, keine Fehler zu machen, koste es, was es wolle.
Also ist es schon verständlich, dass der DBV als Vertreter der Bauindustrie gegen diese ZTV-Regel zu Felde zieht.

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Re: Rissbreite

15 Nov. 2025 11:56 - 15 Nov. 2025 11:57
#
Hallo ql2/99 ,

das Problem ist hier weniger der Akt des Verpressens als die Erreichbarkeit der entsprechenden Stellen:

Widerlager: gut zu erreichen  -->  nicht kostenintensiv 

Pfeiler : da die betroffenen Pfeiler  ( 6 Stück ) recht hoch sind , nicht ohne größeren Aufwand zu erreichen --> sehr kostenintensiv

Überbau : Innenseite des ca 450m langen Hohlkastens, nicht ohne weiteres ausführbar --> sehr kostenintensiv

Kappen : zum Glück nicht betroffen , ansonsten wäre u.a. eine Verkehrssicherung erforderlich --> sehr kostenintensiv


Schönes Wochenende Euch ...
 
Letzte Änderung: 15 Nov. 2025 11:57 von Lehmann.

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Re: Rissbreite

15 Nov. 2025 14:26
#
.........genau das ist die Lösung - Bauteile, bei denen ein Verpressen kostenintensiv wäre - besser mit 0,10 bis 0,15 mm Wk bemessen........so werde ich das jetzt weiter machen.

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Re: Rissbreite

15 Nov. 2025 15:10 - 15 Nov. 2025 15:12
#
Naja ob auf 0,10 - 0,15 bemessen wenn 0,20mm "rechnerischge Rissbreite" gefordert ist, die Lösung des Problems ist würde ich erstmal hinterfragen. Für einzelne kritische bzw. schlecht zugängliche Bauteile könnte man es machen. Bei einer ganzen Brücke wird man da schnell mit dem Vorwurf der Unwirtschaftlichkeit konfrontiert.

Ich bin selber nicht im Brückenbau tätig, aber wie Kollegen bereits geschrieben haben: Das Berechnungskonzept sagt ja nur dass wenn man zB 0,20mm "rechnerische Rissbreite" nachweist im Mittel ca 90-95% der Risse kleiner sind als der rechnerische Wert (jetzt erstmal egal ob man das jetzt an der Oberflächer oder auf Höhe Bewehrung rechnet)

Im Umkehrschluss bedeutet es ja dass 10-5% der Risse größer sein können als der geforderte Wert. Wie gesagt ich bin kein Brückenbauer, und die ZTV-ING kenne ich nur für LSW, aber langsam wird die Sache klarer: Der öffentliche AG (da sitzten ja auch Brückenbau-Ingenieure im Hintergrund als Berater) weiß dass sowieso gewisse Risse kommen werden, und fordert im Sinne der Lebenszykluskosten/Instandhaltundkosten die Verpressung dieser ... als Steuerzahlen ist das sogar irgendwo begrüßenswert

Der GU müsste also dieses Risse-Verpressen in seine Kosten/Preise einkalkulieren. Hat er wahrscheinlich nicht gemacht und/oder spekuliert dass keine kommen oder die Vertragsgrundlagen (hier ZTV-ING) nicht genau genug gelesen. 
Ich finde die Idee des Unternehmens ganz geschmeidig , durch ihre Nachfrage in der Veröffentlichungsphase auf diese Thematik hinzuweisen ..
Naja das wird für die Risse-Problematik in technischer sicht selbst eher nichts bringen. Es wird lediglich zu genaueren (oder strengeren) Formulierungen in den Ausschreibungsunterlagen des öffentlichen AG's führen. Aus kaufmännischer Sicht, kann man das natürlich als "Lösung" werten. 
Letzte Änderung: 15 Nov. 2025 15:12 von cebudom.

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Re: Rissbreite

17 Nov. 2025 07:26
#
Hallo ql2/99 ,

das Problem ist hier weniger der Akt des Verpressens als die Erreichbarkeit der entsprechenden Stellen:

Widerlager: gut zu erreichen  -->  nicht kostenintensiv 

Pfeiler : da die betroffenen Pfeiler  ( 6 Stück ) recht hoch sind , nicht ohne größeren Aufwand zu erreichen --> sehr kostenintensiv

Überbau : Innenseite des ca 450m langen Hohlkastens, nicht ohne weiteres ausführbar --> sehr kostenintensiv

Kappen : zum Glück nicht betroffen , ansonsten wäre u.a. eine Verkehrssicherung erforderlich --> sehr kostenintensiv


Schönes Wochenende Euch ...
Bezüglich der "gültigen" Vorgaben wurde ja soweit alles gesagt.

Was die Risse angeht wissen wir wohl zu wenig über die Geometrie und was da bemessen wurde. (Insbesonder auch die Lage / Verlauf)
Mein persönlicher Eindruck ist, dass hier auf jeden Fall mehr schief gegangen ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es nur an der Rissbreitenbemessung liegt. Randbedingungen falsch eingeschätzt etc.

Ich habe hierzu ein feines Beispiel, welches nicht allzuweit weg ist. Ein Autobahn Überbau über 4 Spuren und ca 1,5 km Länge.
Ziemlich fette Platte die im Mittelstreifen auf Stützen aufgelagert wurde. Bewehrungsmäßig wurde die Platte nicht bzw. nur ein Teilen in die Stützen eingespannt.
Am Ende wurden in jede Stütze sicherlich 50+ Verpressanker gesetzt um die "Biegerisse" dicht zu bekommen. (Stützenraster <2,50m)
Für mich auch ein klassischer Fall von GZT/GZG vs Verträglichkeit.

Beste Grüße und ich drücke die Daumen!

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Re: Rissbreite

17 Nov. 2025 08:37
#
Ein Riß ist kein Riß.
Wenn das nur ein einzelner Riß ist und du gern Spaß am Streit hast, kannst du das natürlich durcheskalieren.
Der Pragmatiker würde sagen, verpreß das Ding einfach und Ruhe ist.
@Baumann: diese Überbemessung machst du exakt solang, bis einer kommt und dich in Schadensersatz wegen unwirtschaftlicher Bemessung nimmt. 
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