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Frage zu Binderkonstruktion

Frage zu Binderkonstruktion

10 Juni 2008 19:26
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Es geht zwar immer noch um die Binderkonstruktion wie ein paar Beiträge tiefer beschrieben. Aber mir geht die ganze zeit ein anderes Problem durch den Kopf. Daher der neue Beitrag.
Folgende Situation: der Bauherr baut eine Mauerwerks-Halle14,50x21,0m Höhe 4,00m. Fast die gleiche Halle hat er ein paar Orte weiter gesehen. Diese Halle hat die besagte Binderkonstruktion mit höherliegendem Zugband. Das rechnen der Binderkonstruktion ist kein Problem. Aber wie bekomme ich die horizontalen Auflagerlasten runter ins Fundament. Bei der bestehenden Halle (Wände ca.24cm) kann man nicht sehen wie sie dieses Problem gelöst haben.

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Re: ReFrage zu Binderkonstruktion

10 Juni 2008 20:20
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Hallo,

Aussteifung der Halle ist selbstverständlich notwendig. Dabei kommen i.d.R. folgende Möglichkeiten in Betracht:

1) eingespannte Stahl- oder Stahlbetonstützen,
2) biegefeste Verbindung von Stahlstützen mit Bindergurten (damit würde das System zu einem 2- bzw. 3-Gelenrahmen mit Zugband werden, bei Fußeinspannung zu einem 1-Gelenkrahmen bzw. Rahmen ohne Gelenke),
3) waagerecht liegender Verband in Höhe Binderfußpunkte (= Traufhöhe, hier eher nicht) oder auch Verband in Höhe des hochliegendem Zugbands.

Ohne weitere Aussteifung (z.B. s.o.) ist eine Mauerwerkshalle der beschriebenen Größe nicht machbar.

Aber: Ich gehe mal davon aus, daß deine horizontalen Auflagerlasten nicht (!) aus einer Binderkonstruktion mit unverschieblichen Widerlagern herrühren (das wäre dann wieder ein Kehlbalkendach, für eine Halle wie beschrieben kaum geeignet).

Im übrigen ist die von dir beschriebene Binderkonstruktion mit hochliegendem Zugband (einseitig verschiebliches H-Auflager angesetzt) nicht unbedingt wirtschaftlich. Falls das Zugband deutlich über der Auflagerhöhe liegt und die Dachneigung nicht allzu groß ist, dann werden die Biegemomente in den beiden Riegeln relativ groß. Da gibt es sicherlich bessere Konstruktionen (z.B. Binder mit abschnittsweise schräg/waagerecht/schrag verlaufendem Untergurt).

Gruß
mmue

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Re: ReFrage zu Binderkonstruktion

11 Juni 2008 05:37
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Vielen Dank für die Antwort. An die eingespannten Betonstützen habe ich auch schon gedacht. Aber die Sache mit Aussteifung in Zugbandhöhe finde ich eine gute Idee
Frage mich dann nur wie man die bestehende Halle stabilisiert hat. Nach Rückfrage mit dem Eigentümer ist es eine reine Mauerwerkshalle. Kann auch nichts erkennen was auf Betonstützen schliesst, da ich denke bei einer 24er Wand eine Betonstütze von nur 24cm in die belastete Achse nicht ausreicht

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Re: ReFrage zu Binderkonstruktion

11 Juni 2008 07:04
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Bestehende Halle - naja viele Bauherrn sind halt sparsame Leute .... Betonstützen im Mauerwerk und die dazugehörigen Fundamente sind halt teuer.


Die Problematik habe ich auch öfter, dass ein nicht nachweisbares Bauwerk (oftmals schon über längere Zeiträume steht) als "Muster" herangezogen werden soll - ich lass nur dann davon die Finger weg.

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Re: ReFrage zu Binderkonstruktion

11 Juni 2008 08:02
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...........besser die fínger davon lassen..............stimmt!

gerade bei bauwerken dieser größe gibt es verwunderliche konstruktionen, alle wissen bescheid, schwager, kegelbruder und der mann vom amt sowieso..........
.............alle wissen es besser, der statiker steht da nur im weg.

na, spass beiseite, da werden stahlprofile, die von irgendwo kommen im mauerwerk eingebaut, regenrohre eingebaut und vollbetoniert und noch mehr unmögliches.

fachlich diskutieren geht da meist nicht mehr, als prüfer fakten schaffen und anzeige schreiben, als statiker schriftliche bedenken einreichen und ggf. nach grad der gefährdung amt informieren......................aber auf keinen fall so etwas nachbauen wollen, auch wenn das bei müller-meier-und-co schon immer so hält!!!

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Re: ReFrage zu Binderkonstruktion

11 Juni 2008 08:25
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Werde mal mit meinem Bauherrn reden und ihn versuchen von einer Stahhalle zu überzeugen. Hier kann er ja dann auch zwischen den Stützen Mauerwerk einbauen.
Ich glaube auch, das der Aufwand für eine Mauerwerkshalle mit Binderkonstruktion zu hoch ist

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