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Nachweises zur Schadensvermeidung an Ausbauteilen – Praktische Handhabung

  • statik_xx
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Nachweises zur Schadensvermeidung an Ausbauteilen – Praktische Handhabung

14 Okt. 2026 12:09 - 14 Okt. 2026 12:14
#
Liebe Kolleginnen und Kollegen,mich würde eure Praxis-Einschätzung zum Nachweis der Schadensbegrenzung an Ausbauteilen (bei uns in AUT: gemäß ÖNORM B 1990:2013) interessieren. Konkret geht es um die Begrenzung des Durchbiegungszuwachses nach dem Errichten von Ausbauten auf L/500 unter der häufigen Einwirkungskombination inkl. Kriechen....

exakter normauszug:
Um Schäden an Ausbauteilen zu vermeiden, ist es im Allgemeinen ausreichend, den Durchbiegungszuwachs
für den Zeitraum nach dem Errichten der Ausbauten (z. B. Zwischenwände, Einbauten) unter Berücksichtigung
der Langzeiteinwirkungen (Kriechen) und der häufigen Einwirkungskombination auf l/500 zu begrenzen,
sofern nicht nachgewiesen wird, dass die Ausbauteile größere Verformungen aufnehmen können.
Gerade bei Holzbauweisen oder Flachdächern wird dieses Kriterium in der Praxis sehr schnell bemessungsrelevant.Mich würden dazu folgende Punkte bei euch interessieren:
  1. Ansatz des Lastanteils ständige Last nach einbau der Ausbauteile =Durchbiegungszuwachs: Beispiel Flachdach: worst case: Kies kommt erst nach dem Einbau der Ausbauteile rauf...das ganze ist im Vorfeld immer etwas schwer zu verifizieren. Ein Ansatz wäre einen Beiwert alpha zu definieren, der das Verhältnis der ständigen Ausbaulast nach Trennwandeinbau zur ständige Gesamtlast definiert. Der nachweis im holzbau würde dann wie folgt aussehen:
    wfin,schadensverm. = α · wg,inst · (1 + kdef) + (1 - α) · wg,inst · kdef + wq,inst · (ψ1 + ψ2 · kdef)
    konservative alpha-werte wären 0,75 (ungesteuerte Bauabfolge) bei Vorgabe des Bauablaufs könnte der entsprechend geringer sein.

    ...in der betonbaunorm ist dieser nachweis ja ähnlich verankert:7.4(5):Verformungen, die angrenzende Bauteile des Tragwerks beschädigen könnten, sind in der Regel zu begrenzen. Für die Durchbiegung nach Einbau unter quasi-ständigen Einwirkungen darf als Richtwert für die Begrenzung 1/500 der Stützweite angenommen werden. Andere Grenzwerte dürfen je nach Empfindlichkeit der angrenzenden Bauteile berücksichtigt werden.
  2. Erfordernis zur Nachweisführung: Bei Zwischendecken wird meistens die Schwingung bemessungsrelevant. Für ein Steildach bzw. ein Flachdach wo darunter Zwischenwände und Einbauten platziert werden können (also bei vielen ausgebauten Dächern zur Wohnnutzung) ist der Nachweis ja immer zu führen....weil in der 1990-er Norm steht definitiv das die materialnormen nur ergänzen dürfen...: Die in dieser ÖNORM enthaltenen Regelungen für die Gebrauchstauglichkeit sind Material-unabhängig. In den nationalen Festlegungen zu den Eurocodes 2, 3, 4, 5, 6, 8 und 9 .... dürfen ergänzende Festlegungen getroffen werden.
Die "ergänzenden" Nachweise nach zb. EC5 ergeben fast immer günstigere Ausnutzungen als der o.a. Nachweis der Schadensvermeidung.....
   
Ich freue mich auf euren Erfahrungsaustausch!
bg
 
Letzte Änderung: 14 Okt. 2026 12:14 von statik_xx.

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  • cebudom
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Re: Nachweises zur Schadensvermeidung an Ausbauteilen – Praktische Handhabung

14 Okt. 2026 14:44
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Ich sehe den Nachweis nicht so kritisch, bzw. ist für mich im ertsen Schritt im Zustand II im Betonbau Kriechen quasi-ständig auf L/250 erstmals interessant.

Meine Programme spucken mir zwar die L/500 Zuwachs Begrenzung aus (meist Rot), aber wie du selbst schreibst müsste man den "Zuwachs nach Errichtung der Ausbauten" Anteilsmäßig ermitteln. Die meisten Programme rechnen zwar den Anteil der Ausbaulast, aber eben nur als Gesamt-Last ständig ... man kann da nicht Anteilsmäßig  unterscheiden

Man könnte auch in einem DLT-Programm die Lasten einmal voll und einmal minus die Ausbaulasten rechnen. Die Differenz wäre ca. die Differenz-Durchbigung für Durchbiegungszuwachs... ich schreibe ca. weil das von der Lastgeschichte so eh nicht 100% stimmt, und aufgrund tatsächlicher Bauabläufe nicht stimmen kann, die wir auch nicht wirklich kennen können. 

Ich sehe die L/500 Durchbiegungszuwachs (falls rechnerisch nicht eingehalten, was durchaus schnell passieren kann) für mich eher als Hinweis mit Baustelle/AG zu kommunizieren bzw. entsprechende Warn-Hinweise abzugeben in etwa:
-  "Nichttragende Wände bzw. nachträglich eingebaute Trennwände sind mit gleitenden Deckenanschlüssen auszubilden"
- "Beim Fenstereinbau sind zuzüglich zur Montagetoleranzen Langzeit-Durchbiegungen zu berücksichtigen" 
... dann kommt im besten Fall keine Rückmeldung, worst-case wird das groß diskutiert und in den Besprechungsprotokollen nieder geschrieben, umgesetzt auf der Baustelle eher im Ausnahmefall :P



 
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Re: Nachweises zur Schadensvermeidung an Ausbauteilen – Praktische Handhabung

15 Okt. 2026 20:30
#
 ich schreibe ca. weil das von der Lastgeschichte so eh nicht 100% stimmt, und aufgrund tatsächlicher Bauabläufe nicht stimmen kann
deswegen bin ich so frei, die l/500 mittels Schätzeisen auf vorher/nacher aufzuteilen und brauch trotzdem gleitende Anschlüsse oder robuste Bauherren ;)
Markus L. Sollacher, Berat. Ing. BYIK
mlsollacherATt-onlinePUNKTde

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Re: Nachweises zur Schadensvermeidung an Ausbauteilen – Praktische Handhabung

16 Okt. 2026 05:51 - 16 Okt. 2026 05:53
#
Nicht zu vergessen die genaue Berechnung von Bauteilen mit großen Schwankungsbreiten bei den E-Moduln (Moduli klingt besser :D) der verwendeten Materialien. 
Eo,mean ~11.000 (C24)
E0,05 ~ 7400
E0,95 ~ 14.600

Die Verformungskurven übereinanderliegender Decken oder Bereiche können ebenfalls große Auswirkungen haben.
Letzte Änderung: 16 Okt. 2026 05:53 von ql2/99.

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