Unbekannte Massivdecke -> Balkendecke/Ziegeldecke/Einhängedecke/Rippendecke
- rootpickel
-
Autor
- Offline
- Beiträge: 199
Unbekannte Massivdecke -> Balkendecke/Ziegeldecke/Einhängedecke/Rippendecke
15 Apr. 2026 09:59
Hallo Kollegen,
ich stehe gedanklich vor unbekanntem Terrain.
Ich habe statische Zuträge für eine Sanierung an einem MFH zu erbringen.
Errichtungszeitraum um 1920, die historischen Planunterlagen beschreiben Holzbalkendecken, die örtlich auch vorgefunden wurden.
Innerhalb der HAusakte finden sich auch Hinweise und Vermerke, dass das Gebäude zu Kriegszeiten Schaden genommen hat und zumindest in Teilen neu aufgebaut wurde.
Wir haben jetzt die Putzdecke öfnen lasen und der Architekt rief mich an, dass er eine massive Decke vorgefunden hat und beschreiben diese mit "Unterzügen und Fertigteilen". Das habe ich erstmal nicht glauben wollen und habe historische BAukonstruktionen gesichtet und war recht schnell sicher, dass wir wahrscheinlich, aus der Entfernung vermutet, eine Art Rippendecke haben und keine Balkendecke.
Bin dann zu einem Ortstermin.
Vorgefunden habe ich Stahlbetonbalken im Abstand 60..65cm, Formteile gem. Anhang.
Darüber Betonplatten, die auf die Balken ablasten. Dicke unbekannt.
Eine Rippendecke ist das demnach auch nicht. Eine Balkendecke aus meiner Sicht auch nicht. Was ist es denn dann?
Aufgrund der Form der Balken kam mir vorhin noch eine Ziegeldecke oder Einhängedecke in den Sinn.... Dafür würden die Aufweitungen im Zugzonenbereich sprechen, aber es fehlen die Ziegel dazwischen, einen Aufbeton gibt es auch nicht....
Insgesamt bin ich auch langsam der Meinung, dass die Balken nicht in die Nachkriegzeit fallen, das kenne ich aus dieser Zeit auch nicht, dass mit Fertigteilen im Wohnungsbau gearbeitet wurde.
Hat jemand eine sinnhafte Idee, um was es sich hier handeln könnte? Oder ist das "irgendwas", was mit den Resten des Bauhofs gefertigt wurde, dafür ist jedoch die Fläche der Decke zu groß....
Danke für den Input!
ich stehe gedanklich vor unbekanntem Terrain.
Ich habe statische Zuträge für eine Sanierung an einem MFH zu erbringen.
Errichtungszeitraum um 1920, die historischen Planunterlagen beschreiben Holzbalkendecken, die örtlich auch vorgefunden wurden.
Innerhalb der HAusakte finden sich auch Hinweise und Vermerke, dass das Gebäude zu Kriegszeiten Schaden genommen hat und zumindest in Teilen neu aufgebaut wurde.
Wir haben jetzt die Putzdecke öfnen lasen und der Architekt rief mich an, dass er eine massive Decke vorgefunden hat und beschreiben diese mit "Unterzügen und Fertigteilen". Das habe ich erstmal nicht glauben wollen und habe historische BAukonstruktionen gesichtet und war recht schnell sicher, dass wir wahrscheinlich, aus der Entfernung vermutet, eine Art Rippendecke haben und keine Balkendecke.
Bin dann zu einem Ortstermin.
Vorgefunden habe ich Stahlbetonbalken im Abstand 60..65cm, Formteile gem. Anhang.
Darüber Betonplatten, die auf die Balken ablasten. Dicke unbekannt.
Eine Rippendecke ist das demnach auch nicht. Eine Balkendecke aus meiner Sicht auch nicht. Was ist es denn dann?
Aufgrund der Form der Balken kam mir vorhin noch eine Ziegeldecke oder Einhängedecke in den Sinn.... Dafür würden die Aufweitungen im Zugzonenbereich sprechen, aber es fehlen die Ziegel dazwischen, einen Aufbeton gibt es auch nicht....
Insgesamt bin ich auch langsam der Meinung, dass die Balken nicht in die Nachkriegzeit fallen, das kenne ich aus dieser Zeit auch nicht, dass mit Fertigteilen im Wohnungsbau gearbeitet wurde.
Hat jemand eine sinnhafte Idee, um was es sich hier handeln könnte? Oder ist das "irgendwas", was mit den Resten des Bauhofs gefertigt wurde, dafür ist jedoch die Fläche der Decke zu groß....
Danke für den Input!
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- ThomasS
-
- Offline
- Beiträge: 1162
Re: Unbekannte Massivdecke -> Balkendecke/Ziegeldecke/Einhängedecke/Rippendecke
15 Apr. 2026 11:03
..klassische Stb,.-Rippendecke aus den 50er oder 60er Jahren.
Besteht aus Gitterträger mit Betonfuß, Schalungsträger aus Beton oder Ziegel und einer dünnen( 5cm)
Betonschicht.
Es gibt zahlreiche Hersteller, z.B. Kaiser-Omnia.
Grüße
Thomas.
Besteht aus Gitterträger mit Betonfuß, Schalungsträger aus Beton oder Ziegel und einer dünnen( 5cm)
Betonschicht.
Es gibt zahlreiche Hersteller, z.B. Kaiser-Omnia.
Grüße
Thomas.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- rootpickel
-
Autor
- Offline
- Beiträge: 199
Re: Unbekannte Massivdecke -> Balkendecke/Ziegeldecke/Einhängedecke/Rippendecke
15 Apr. 2026 11:08 - 15 Apr. 2026 11:10
Ich bin da skeptisch, da diese Decken eben alle eine Ortbetonschicht drauf haben - die ist bei uns nicht vorhanden, da Fertigteilplatten als Flächenabschluss.
Auch die Gitterträger waren dann idR. Halbfertigteile, die mit dem Aufbeton in Verbund gingen. Bei uns alles nicht vorhanden....
Hier kann man Balkenfertigteile erkennen, aber eben in Verbindung mit Einlegesteinen und Aufbeton.
Auch die Gitterträger waren dann idR. Halbfertigteile, die mit dem Aufbeton in Verbund gingen. Bei uns alles nicht vorhanden....
Hier kann man Balkenfertigteile erkennen, aber eben in Verbindung mit Einlegesteinen und Aufbeton.
Letzte Änderung: 15 Apr. 2026 11:10 von rootpickel.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- markus
-
- Offline
- Beiträge: 2346
Re: Unbekannte Massivdecke -> Balkendecke/Ziegeldecke/Einhängedecke/Rippendecke
15 Apr. 2026 19:12
falls oben kein betonspiegel drauf ist, waren die baukünstler halt kreativ: einhangdecke ohne einhänger.
falls beschädigungen im krieg stattgefunden hatten, die decke dadurch direkt oder indirekt (wegen wasserschaden) neu aufgebaut werden musste, hat man genommen, was verfügbar war. die gurte deuten ziemlich klar auf teile einer einhangdecke hin. wie man sieht, geht´s auch ohne eingehängte füllkörper. etwas ähnliches habe ich als (beton)balkendecke mit hourdisplatten (und manchmal mit etwas beton oben drauf) gesehen.
in ahnert/krause habe ich sowas nicht gefunden, die realität ist aber noch viel vielfältiger.
schaust du noch den aufbau des plattenbereichs an oder kommst du ohne geänderte stat. systeme und lasten aus?
falls beschädigungen im krieg stattgefunden hatten, die decke dadurch direkt oder indirekt (wegen wasserschaden) neu aufgebaut werden musste, hat man genommen, was verfügbar war. die gurte deuten ziemlich klar auf teile einer einhangdecke hin. wie man sieht, geht´s auch ohne eingehängte füllkörper. etwas ähnliches habe ich als (beton)balkendecke mit hourdisplatten (und manchmal mit etwas beton oben drauf) gesehen.
in ahnert/krause habe ich sowas nicht gefunden, die realität ist aber noch viel vielfältiger.
schaust du noch den aufbau des plattenbereichs an oder kommst du ohne geänderte stat. systeme und lasten aus?
Markus L. Sollacher, Berat. Ing. BYIK
mlsollacherATt-onlinePUNKTde
mlsollacherATt-onlinePUNKTde
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- FischerH
-
- Offline
- Beiträge: 778
Re: Unbekannte Massivdecke -> Balkendecke/Ziegeldecke/Einhängedecke/Rippendecke
16 Apr. 2026 06:39
Im Ahnert/Krause gibt es schon eine Decke mit Ähnlichkeiten.
Trägerabstand mit 60cm und einer dünnen Stb.-Platte drauf.
(Das Trägerprofil ist anders)
Bei mir: Tafel 108 (S. 196) "5" - Müllpo-Decke.
Müllpo war wohl eine Firma aus Saalfeld in Sachsen
Trägerabstand mit 60cm und einer dünnen Stb.-Platte drauf.
(Das Trägerprofil ist anders)
Bei mir: Tafel 108 (S. 196) "5" - Müllpo-Decke.
Müllpo war wohl eine Firma aus Saalfeld in Sachsen
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
- rootpickel
-
Autor
- Offline
- Beiträge: 199
Re: Unbekannte Massivdecke -> Balkendecke/Ziegeldecke/Einhängedecke/Rippendecke
16 Apr. 2026 13:24
Tja, ja, vom Grundprinzip könnte es diese Müllpo-Decke sein. Deckt sich optisch ja mit den eingelegten Rombusleisten. Die Form des Balkens mal außen vor, das Prinzip an sich könnte das Gesehene abbilden.
Im Grunde habe ich ja kaum Möglichkeiten.
Einerseits könnte ich den Balken als schlaff bewehrtes Bauteil als EInfeldträger bemessen, nur was kommt da raus? Nichts verwertbares, nicht Gutes. B25, BSt I, Spannweite 4,20m.... Brauche ich die EDV nicht für anwerfen, das ist auch mit alter Norm nicht nachweisbar.
Mein Ansatz erstmal: Das Deckensystem ist seit >70Jahren verbaut und besteht schadfrei. Ich mache eine Bestandsaufnahme und ermittel' mit die derzeit vorhandenen Flächenlasten.
Die geputzte Decke lassen wir zurückbauen, die Querlattung lasse ich fürs Gefühl drin, und schaffen uns damit Lastreserven. In meiner Statik mache ich dann nur einen Lastvergleich Alt<->Neu...
Im Grunde habe ich ja kaum Möglichkeiten.
Einerseits könnte ich den Balken als schlaff bewehrtes Bauteil als EInfeldträger bemessen, nur was kommt da raus? Nichts verwertbares, nicht Gutes. B25, BSt I, Spannweite 4,20m.... Brauche ich die EDV nicht für anwerfen, das ist auch mit alter Norm nicht nachweisbar.
Mein Ansatz erstmal: Das Deckensystem ist seit >70Jahren verbaut und besteht schadfrei. Ich mache eine Bestandsaufnahme und ermittel' mit die derzeit vorhandenen Flächenlasten.
Die geputzte Decke lassen wir zurückbauen, die Querlattung lasse ich fürs Gefühl drin, und schaffen uns damit Lastreserven. In meiner Statik mache ich dann nur einen Lastvergleich Alt<->Neu...
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

