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Restholzstärke / Konstruktiver Holzschutz

Restholzstärke / Konstruktiver Holzschutz

19 Nov. 2025 17:18
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Hallo Zusammen,

für einen Innenhof soll eine größere Holzpergola errichtet werden.
Frage 1:Dazu soll am Bestandsgebäude ein horizontaler Randbalken montiert werden, auf welche die Pergolaträger aufliegen. Auf die Pergola wirkt eine recht hohe Windlast, die den Balken vom Gebäude "wegzieht". Verbindungsnachweise habe ich alle gemacht. Jetzt will der Architekt aber die Verbindungsmittel, sprich Gewindestange,Unterlegscheibe und Mutter, im Randbalken versenken, so dass diese nicht mehr sichtbar sind. Wisst ihr wo ich etwas dazu finde, wie tief man die Verbindungsmittel im Holz versenken darf bzw. wie stark die Restholzdicke sein muss?

Frage 2: Die Pergola ist freibewittert. Wobei auf den baulichen/konstruktiven Holzschutz geachtet werden muss. Wisst Ihr wo ich konkrete Ausführungshinweise bzw. Ausführungsdetails finde?

Vielen Dank Euch schonmal und einen schönen Abend!
 

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Re: Restholzstärke / Konstruktiver Holzschutz

20 Nov. 2025 07:13
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Morgen,
insofern du die Verbindunsgmittel versenkst, solltest du diese auch nur mit den tatsächlichen Restquerschnitten nachweisen. Je nach Verfahren sind hier auch die treq einzuhalten.

Mit dem "Schutz" von Holzbauteilen beschäftigt sich die DIN 68800 mit Ihren Gebrauchklassen. (Der Kommentar ist auch sehr zu empfehlen)
Die Lebensdauer eines Bauwerks aus Holz, welches frei bewittert wird, ist mit deutlichen Einschränkungen verbunden. Die 50 Jahre wird man hier in der Regel in keinem Fall erreichen.

Folgendes noch zum Mitnehmen:
  • NKL3 BSH?
  • NKL3 Verbindunsgmittel
  • Gebrauchsklasse - Fichte wird nicht gehen!
Frei bewittert und konstruktiver Holzschutz wiederspricht sich etwas... Ich würde anraten hier mindestens die Oberseiten einzublechen...
Generell ist von frei bewitterten Konstruktionen abzuraten, da einfach die Lebensdauer stark reduziert wird. Bevor du fragst, es gibt hierfür nur Anhaltswerte für die verschiedenen Hölzer und das ist allgemein nicht berauschend...
Ich sag mal vorsichtig so - Pergola aus Fichte mit aufgesetzten Sparren wird sicherlich nicht älter als 10-15 Jahre.
Bitte vor allem auch die Fußpunktausführung beachten - 15cm respektive 30cm vom Hinrholz zum Untergrund.

Beste Grüße
Josef
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Re: Restholzstärke / Konstruktiver Holzschutz

20 Nov. 2025 09:33
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Danke Dir! 
treq ist ein guter Hinweis. Gibt es irgendwo Literatur wo ich ein Berechnungsbeispiel für den Restquerschnitt finde?

Ja die DIN 68800 kenn ich. Hab aber leider nur eine ältere Version und jetzt bin ich auf der Suche nach konkreteren Ausführungsdetails für GK 3.2. Gibt es da welche in den Kommentaren zur DIN?
Ausgeschrieben ist die Konstruktion mit europ.Lärche und der Anforderung GK3.1. Die Stützen halten aber nicht im Ausführungsplan den nötigen Bodensabstand ein somit hier auch 3.2 und für die horizontalen Träger sowieso. Eine Verblechung ist im LV noch nicht vorgesehen und auch teilweise schwierig, weil die Pergolaträger relativ nah auf einem Querträger aufliegen und die Verblechung so sehr kleingliedrig wird.
Ich habe verschiedene Verbindungsstellen die ich ausbilden muss:

- o.g. Randbalken an Mauerwerk geschraubt (Fuge?)
- die Pergolaträger liegen teilweise flach aufeinander (horizontale Holz-Holz-Auflage luftumspülte Fugenausbildung?)
- es sind nach oben offene Sacklöcher vom Architekten geplant (meines Erachtens nicht umsetzbar)
- alternativ zur Verblechung oberseitiges abschrägen der Pergolaträger?
 

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Re: Restholzstärke / Konstruktiver Holzschutz

20 Nov. 2025 10:37 - 20 Nov. 2025 10:45
#
treq ist die Mindestholzstärke beim vereinfachten Nachweis für Verbindungsmittel nach NA.DE. (Entspricht Schenider-BT)
Mit den Johansen-Gleichungen kann man die Holzdicke direkt berücksichtigen.

Die DIN empfiehlt Maßnahmen bis GK3.1 die Bauteile in die Gebrauchklasse GK0 zu bekommen...

Alles Andere is Makulatur und fürht wie bereits erwähnt zu verkürzten Lebenszeiten.

Die Stützen halten aber nicht im Ausführungsplan den nötigen Bodensabstand ein somit hier auch 3.2 und für die horizontalen Träger sowieso
  • Sollte vermieden werden - Dafür Sorgen das die Stützen so nicht ausgeführt werden. Ansonsten Wartungsplan...
Eine Verblechung ist im LV noch nicht vorgesehen und auch teilweise schwierig, weil die Pergolaträger relativ nah auf einem Querträger aufliegen und die Verblechung so sehr kleingliedrig wird.
  • Das ist eh klar, daher versucht man sowas auch nicht zu bauen
Randbalken an Mauerwerk geschraubt (Fuge?)
  • Muss in meinen Augen auf jeden Fall eingeblecht werden, sonst hast du die Feuchtigkeit auch im MW...

Pergolaträger liegen teilweise flach aufeinander (horizontale Holz-Holz-Auflage luftumspülte Fugenausbildung?
  • Netter Versuch, aber wie soll so etwas ausgeführt werden? ;)
es sind nach oben offene Sacklöcher vom Architekten geplant (meines Erachtens nicht umsetzbar)
  • Ja bitte blos nicht, da steht das Wasser ja erst recht drin
alternativ zur Verblechung oberseitiges abschrägen der Pergolaträger
  • Sicherlich besser als horizontal, aber jeder Riss der zwangsläufig kommt, wird in kurzen Zeiträumen zur Schäden führen.
Ich halte Lärche hier nicht für geeignet (GK3.1/3.2). Bei GK 3.2 ist das Kind was die Dauerhaftigkeit angeht schon in den Brunnen gefallen.
Ich würde die Pergola als gesamtes so wie aktuell dargestellt in die GK4 einordnen.


Beste Grüße

 
Letzte Änderung: 20 Nov. 2025 10:45 von ql2/99.

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Re: Restholzstärke / Konstruktiver Holzschutz

20 Nov. 2025 14:47
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mein erster beitrag ist im nirwana, ql2/99 hat eh schon viel geschrieben - aber ein paar stichpunkte gehen noch:
abdichtung - opferbrett - konstr. holzschutz - nachweise am zerlochten restquerschnitt - vorsicht bei "resistenten" holzarten

lit:
informationsdienst holz, "holzschutz"
weitergehend alles von robert borsch-laaks, daniel kehl
holzbauphysik-kongress.de/tagungsbaende.php
colling: lernen aus schäden im holzbau
Markus L. Sollacher, Berat. Ing. BYIK
mlsollacherATt-onlinePUNKTde

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Re: Restholzstärke / Konstruktiver Holzschutz

24 Nov. 2025 08:59
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Vielen Dank für Euren Input. Das hilft mir schonmal weiter!

Für alle die auch auf der Suche nach Ausführungsdetails sind, kann ich nur die "FR01 Fachregeln des Zimmerhandwerks - Balkone und Terrassen" empfehlen. Kurz und knapp mit Ausführungsdetails und anschaulich beschreiben.

Guten Wochenstart

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