neues Fundament an Bestandsfundament
- Andrea Plasserl
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neues Fundament an Bestandsfundament
08 Feb. 2023 10:01
Hallo Kollegen,
ich habe die Situation, dass ich mich an ein Bestandsgebäude bauen muss. Bei mir gehen sich jedoch die Fundamente nicht aus. Das Problem ist die klaffende Fuge, da das Fundament aufgrund des Bestands exentrisch belastet wird (die neue Stütze soll/muss an der neuen stehen). Mein Chef (er ist kein Statiker, da ich bei einer Baufirma arbeite) zeigte mir ein Beispiel, wie es schon mal gebaut wurde. Dazu ein Planauschnitt im Anhang. Wenn ich das mit abgeschätzten Lasten nachrechne, geht sich die klaffende Fuge aber wieder nicht aus. Meine Frage an euch: Wie seht ihr das mit der klaffende Fuge? Kann die überhaupt auftreten, oder stützt sich das neue Fundament am alten ab?
Was ich sehr fragwürdig finde ist, dass die neue Stütze das Bestandsfundament komplett exentrisch belastet - siehe den orangen Pfeil im Schnitt BB. Ist das sauber? Anscheinend wurden die beiden Fundamente nicht miteinander verbunden.
Ich traue mir das so nicht zu bauen. Meine Stützenlasten sind nämlich bei rund 1500kN (design). Aber so irgendwie kann man das ja nur bauen...
Habt ihr eine Idee??
Freue mich sehr auf eure Erfahrungsberichte.
ich habe die Situation, dass ich mich an ein Bestandsgebäude bauen muss. Bei mir gehen sich jedoch die Fundamente nicht aus. Das Problem ist die klaffende Fuge, da das Fundament aufgrund des Bestands exentrisch belastet wird (die neue Stütze soll/muss an der neuen stehen). Mein Chef (er ist kein Statiker, da ich bei einer Baufirma arbeite) zeigte mir ein Beispiel, wie es schon mal gebaut wurde. Dazu ein Planauschnitt im Anhang. Wenn ich das mit abgeschätzten Lasten nachrechne, geht sich die klaffende Fuge aber wieder nicht aus. Meine Frage an euch: Wie seht ihr das mit der klaffende Fuge? Kann die überhaupt auftreten, oder stützt sich das neue Fundament am alten ab?
Was ich sehr fragwürdig finde ist, dass die neue Stütze das Bestandsfundament komplett exentrisch belastet - siehe den orangen Pfeil im Schnitt BB. Ist das sauber? Anscheinend wurden die beiden Fundamente nicht miteinander verbunden.
Ich traue mir das so nicht zu bauen. Meine Stützenlasten sind nämlich bei rund 1500kN (design). Aber so irgendwie kann man das ja nur bauen...
Habt ihr eine Idee??
Freue mich sehr auf eure Erfahrungsberichte.
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- DeO
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Re: neues Fundament an Bestandsfundament
08 Feb. 2023 11:46 - 08 Feb. 2023 11:47
Da kommen mehrere Situationen zusammen.
1. neue Lasten auf Bestandsfundamente nur dann, wenn diese sich damit zeigen lassen. Das ist eher nicht der Fall. Über solche Tragreserven verfügen die bestehenden Fundamente nicht.
2. In der Zeichnung wurde das neue Fundament nicht bis auf Gründungseben des Bestandsfundamentes geführt. Das führt dazu, dass man zumindestest mit einem Teil des neuen Fundaments in der wiederaufgefüllten Aufgrabung des alten steht. Der Boden ist weicher. Einzelfundamente unterfangen geht auch nicht.
Möglichkeit.
Man bildet in einem Abstand X rückliegend ein neues Gründungsbauteile (breiten Streifen, Einzelfundament) aus und lässt den Sohlbereich so überkragen, dass er die Einzellasten aufnehmen kann. Man man ist schön von dem Bestand weg. Die Dicke der Sohle bestimmt sich natürlich durch Biegung und Durchstanzen.
Man kann das neue Gründungsbauteile auch ggfs. tiefer führen, was sich unmittelbar auf die aufnehmbar Sohldruckspannung auswirkt.
(30°-Lastausbreitung aus Bestand beachten)
1. neue Lasten auf Bestandsfundamente nur dann, wenn diese sich damit zeigen lassen. Das ist eher nicht der Fall. Über solche Tragreserven verfügen die bestehenden Fundamente nicht.
2. In der Zeichnung wurde das neue Fundament nicht bis auf Gründungseben des Bestandsfundamentes geführt. Das führt dazu, dass man zumindestest mit einem Teil des neuen Fundaments in der wiederaufgefüllten Aufgrabung des alten steht. Der Boden ist weicher. Einzelfundamente unterfangen geht auch nicht.
Möglichkeit.
Man bildet in einem Abstand X rückliegend ein neues Gründungsbauteile (breiten Streifen, Einzelfundament) aus und lässt den Sohlbereich so überkragen, dass er die Einzellasten aufnehmen kann. Man man ist schön von dem Bestand weg. Die Dicke der Sohle bestimmt sich natürlich durch Biegung und Durchstanzen.
Man kann das neue Gründungsbauteile auch ggfs. tiefer führen, was sich unmittelbar auf die aufnehmbar Sohldruckspannung auswirkt.
(30°-Lastausbreitung aus Bestand beachten)
Letzte Änderung: 08 Feb. 2023 11:47 von DeO.
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Re: neues Fundament an Bestandsfundament
08 Feb. 2023 15:51 - 08 Feb. 2023 15:53
Oder das graue "unterhalb" ist nur eine kleine Sauberkeitsschicht.
Alternativ ginge ja eventuell noch ein Zentrierbalken. Man sollte sich aber mit dem Bodengutachter bezüglich des Bestandfundamentes abstimmen (Bodenpressungen und gegenseitige Beeinflussung gegenchecken)
Beste Grüße
Ps: Die Stütze dürfte für eine Zentrierung zu schmächtig sein - konstruktiv sollte man das aber berücksichtigen.
Alternativ ginge ja eventuell noch ein Zentrierbalken. Man sollte sich aber mit dem Bodengutachter bezüglich des Bestandfundamentes abstimmen (Bodenpressungen und gegenseitige Beeinflussung gegenchecken)
Beste Grüße
Ps: Die Stütze dürfte für eine Zentrierung zu schmächtig sein - konstruktiv sollte man das aber berücksichtigen.
Letzte Änderung: 08 Feb. 2023 15:53 von ql2/99.
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Re: neues Fundament an Bestandsfundament
08 Feb. 2023 18:14
Hallo Andreas, schau mal in den Wommelsdorf dort sind verschiedene Varianten zur Zentrierung dargestellt, wenn auch nur zeichnerisch und überwiegend für Wände (Linienlasten).
Kannst du eine Streifenfundament zu den Innenstützen herstellen, sodass auf der einen Seite die angefragten Stütze steht und auf der anderen die Innenstütze?
Kannst du eine Streifenfundament zu den Innenstützen herstellen, sodass auf der einen Seite die angefragten Stütze steht und auf der anderen die Innenstütze?
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Re: neues Fundament an Bestandsfundament
09 Feb. 2023 09:53 - 09 Feb. 2023 09:55
Hallo Andreas,
bei diesem Problem würde ich es nicht mehr mit dem Standard lösen, sondern einen anderen Weg vorschlagen.
Zur Aufnahme der Stützenlast einen Querbalken (b/h=55/110cm) anordnen und über das Bestandsfundament führen. Ausserhalb des Bestandsfundaments weitere Balken anordnen (sieht am Schluss in der Draufsicht aus wie ein Doppel-T). Und an den 4 Eckpunkten ordnet man dann Kleinbohrpfähle an. Das gute an dieser Lösung ist, dass keine Setzung am Bestand sich einstellen und die Lasten klar spazieren getragen werden.
Beispiel mit anderen Maßen >> siehe Anhang
Gruß
Stefan
bei diesem Problem würde ich es nicht mehr mit dem Standard lösen, sondern einen anderen Weg vorschlagen.
Zur Aufnahme der Stützenlast einen Querbalken (b/h=55/110cm) anordnen und über das Bestandsfundament führen. Ausserhalb des Bestandsfundaments weitere Balken anordnen (sieht am Schluss in der Draufsicht aus wie ein Doppel-T). Und an den 4 Eckpunkten ordnet man dann Kleinbohrpfähle an. Das gute an dieser Lösung ist, dass keine Setzung am Bestand sich einstellen und die Lasten klar spazieren getragen werden.
Beispiel mit anderen Maßen >> siehe Anhang
Gruß
Stefan
Letzte Änderung: 09 Feb. 2023 09:55 von StatikHeld.
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- Andrea Plasserl
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Re: neues Fundament an Bestandsfundament
16 Feb. 2023 20:19
Herzlichen Dank für eure Antworten. Bin bisher noch nicht dazug gekommen mich zu bedanken, aber ihr habt mir wie immer sehr geholfen. Ich hänge die Fundamente mittels Zentrierbalken zusammen und zusätzich verbinde ich noch die Bodenplatte mit den Fundamenten. Somit soll es eigentlich funktionieren!
Danke und bis demnächst....
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