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Anschlussbew. Stb-Wand

Anschlussbew. Stb-Wand

27 Mai 2011 08:49 - 27 Mai 2011 08:50
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Hallo werte Foristen,

ich habe mal eine veranlassungsfreie allgemeine Frage und wollte mal Ansichten hören.

Es gibt ja gewisse konstruktive Grundsätze. Das ist auch gut so. Manche aber irritieren mich.

Beispielsweise eine Wand. Wird sie in Mauerwerk ausgeführt wird sie auf die Sohle/Decke gestellt, oben kommt die Decke drauf und gut ist das. Genauso bei Pfeilern aus MW.

Jetzt bildet man sie in Beton aus und schon wird o+u Anschlussbewehrung gefordert. Ok, die tut nicht weh, alle haben sich daran gewöhnt und man macht sie. Sowiet gut.

Aber was ist der physikalische Hintergrund. Warum geht es ohne nicht, bzw. welche Nachteile würden entstehen, wenn man sie nicht ausführen würde. Immer in Hinblick darauf, dass bei der Ausführung in Mauerwerk nichts derartiges vorhanden ist.

Bisher konnte mir das keiner schlüssig beantworten. Alle zogen sich auf die konstruktiven Regeln und Üblichkeiten zurück, aber die Frage selbst konnte nicht geklärt werden.
Letzte Änderung: 27 Mai 2011 08:50 von DeO.

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Re: Aw: Anschlussbew. Stb-Wand

27 Mai 2011 08:58
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Moin,

beim Anschluss Mauerwerk – Stb.-Decke gibt es eine definierte Rissfuge. Wenn sich die Decke verkürzt, verdreht oder aufschüsselt, reißt es eben. Deswegen gibt es immer wieder Probleme und Streitigkeiten und noch mehr Fachliteratur zum Thema Wand-Decken-Knoten und Rissvermeidung.

Für den Betonbau vermute ich folgendes: Eine definierte Rissfuge gibt es nicht, den idealisierten gelenkigen Anschluss auch nicht. Des halb muss zur Rissvermeidung bewehrt werden.

Grüße

Christoff

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Re: Aw: Anschlussbew. Stb-Wand

27 Mai 2011 09:16
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Ich hab mich das auch schon mal gefragt
aber nichts aktuelles gefunden.

Da ich nach wie vor gerne auf "alte" aber
bewährte Literatur zurückgreife
(weil viel mit "Köpfchen" erledigt wurde)
wurde ich bei Fritz Leonhardt fündig:
"Vorlesungen im Massivbau" Dritter Teil Seite 204:

".. Soweit in Wänden kein lotrechter Zug übertragen werden muss,
sind "Anschlußstäbe" von Geschoß zu Geschoß vollkommen unnötig,..."

- Er nennt dann noch "Ausnahmen" (Erdbeben, Explosion, Wandscheiben)


Helmut

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Re: Aw: Anschlussbew. Stb-Wand

27 Mai 2011 11:35
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Der einzige plausible Grund ist meiner Meinung nach das Einhalten der Verankerungslänge für die Längsstäbe ... und zur Rißvermeidung bei Momentenübertragung mit rechnerisch klaffender Fuge.

Bei nachträglichen StB-Pendelstützen auf und unter Betondecken hatte ich schon mal den Fall, daß der Bauunternehmer gesagt hat "Da fehlt die Anschlußbewehrung". Wir haben uns dann gefragt was da passieren solle und konstruktiv mittig Dollen angeordnet - hält bisher hevorragend und rißfrei.
Dipl.-Ing.Univ. Nikolaus Böhm EUR ING
Ingenieurbüro für Bauwesen
Voltzstraße 6, D-86720 Nördlingen
FON/FAX: +49 (0)9081/2749114
statik.boehm@web.de

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Re: Aw: Anschlussbew. Stb-Wand

27 Mai 2011 12:26
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Hi

also ich habe mir das auch immer so erklärt....

Keller aus Mauerwerk wurden früher immer Erdseitig gestrichen oder abgeklebt. Am Fuß wurde eine Hohlkehle erstellt, und ebenfalls abgeklebt oder gestrichen.
Dann kamen die Betonkeller. Die waren in der Regel auch ohne Anstrich dicht. Hat Zeit und deshalb Geld gespart damals. Wenn man nun die Anschlussbewehrung weggelassen hätte hätte man wieder ne Hohlkehle machen müssen, und die Zeitersparniss is wieder flöten...
Diesen ganzen Sch... den wir heute haben, das man Betonkeller auch noch einpacken streichen oder abkleben muss kannte man am Anfang nicht...

Andreas
..

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Re: Aw: Anschlussbew. Stb-Wand

27 Mai 2011 12:32
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meine 5 cent,

der EC2 lässt gemäß Kapitel 12 bereits nicht bewehrte Wände zu.
Ich kenne Kollegen, die nichtragende Wände aus Stb bereits gänzlich ohne Bewehrung ausführen.
Ein paar trauen der Sache noch nicht ganz und sehen oben und unten zumindest die bisher übliche Anschlussbewehrung vor.

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