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Dachkonstruktion, unklares stat. System 28 Aug 2006 18:42 #16363

Hallo,

ich bin kein versierter Statiker, da ich schon länger nicht mehr in diesem Bereich arbeite. Deshalb muß ich hier mal um einen Rat fragen.
Ein Freund von mir hat sich ein älteres Haus, BJ 1953, gekauft. Nun möchte er das Dachgeschoß umnutzen. Ich überlege, welche Wände er abreißen kann und möchte mir zuerst über das statische System des Daches Klarheit verschaffen. Ich habe mir bisher nur einen groben einen überblick verschaffen können und fasse die Situation mal grob zusammen.
- Sparren, ca. 8/18 cm,
- keine Firstpfette,
- Mittelpfetten, die höchstens 10/16 sind,
- ziemlich stark dimensionierte Zangenlage,
- links und rechts 2 große Gauben,
- Längswand auf Geschoßdecke auf der die Zangenlage aufliegt (der ehemalige Besitzer sagt, daß sie tragend sei),
- Geschoßdecke aus Holzbalken.
Auf den ersten Blick hielt ich es für ein normales Pfettendach. Dagegen spricht jedoch, daß es keine Unterstützung durch Stiele oder Wände gibt, da auf einer Pfettenseite genau an den Unterstützungsstellen zwar Querwände verlaufen, die aber eine Türöffnung im Unterstützungsbereich haben. Es könnte sich auch um einen liegenden Stuhl handeln, doch das konnte ich nicht sehen, da im Bereich der Binder die Querwände stehen und auch kein richtiger Zugang nach oben möglich war. Gegen diese Theorien spricht auch, daß die Querwand laut ehemaligem Besitzer tragend sein soll.
Die nächste Vermutung ist, daß hier ein Kehlbalkendach vorliegt, bei dem der Kehlbalken durch die Querwand unterstützt wird, um auch Vertikalkräfte aufzunehmen. Die Pfetten leiten als „Scheibe“ die Horizontalkräfte in die Giebel ab. Dagegen sprechen jedoch die großen Gauben.

Kann jemand helfen?

Gruß
Matthias

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ReDachkonstruktion, unklares stat. System 28 Aug 2006 22:15 #16368

Hallo Irmat,

Statik ist, wenn's trotzdem hält. Das ist ziemlich sicher ein zimmermannsmößiges Mischsystem: Kehlbalken - Pfettendach.
Im Bereich der Gauben wirken die Mittelpfetten als Sparrenauflager und werden aus diesen auch horizontal belastet, was wieder durch die Zangen zusammengehalten wird. Dies entspricht Dächern, die ich schon oft untersucht habe.
Auch ist es leicht möglich, dass in der "tragenden" Wand unter den Kehlbalken eigentlich ein Joch auf Stützen liegt, eventuell sogar mit Kopfbändern, versteckt unter Putz mit Drahtgewebeeinlage. Das läßt sich mit einem billigen Leitungsfinder oder einem spitzen Hammer erforschen. Die Dächer aus dieser Zeit lassen einem für Umplanungen eigentlich schon viel Spielraum. Problematischer sind die darunter liegenden Balkendecken, da diese für einen renovierten Aufbau oft zu schach dimensioniert sind.
www.BIGWOLF.de
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