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Mindestrohrwandungsdicke nach DIN EN 1993

Mindestrohrwandungsdicke nach DIN EN 1993

08 Sep. 2026 14:55
#
Aloha in die Runde,

kennt jemand eine Quelle, in der die Mindestwanddicke von Hohlquerschnitten (hier: Rundrohren) normenmäßig geregelt ist?

DIN EN 1993-1-1, Abs. 1.1.2 (1) regelt die Anwendung grundsätzlich mit t ≥ 3 mm (nennt es aber an dieser Stelle "Blechdicke").

In DIN EN 1993-1-8, Abs. 7.1.1 (5) heißt es:
"Der Nennwert der Wanddicke von Hohlprofilen sollte mindestens 2,5 mm betragen."
Das bezieht sich aber mehr oder minder explizit auf Anschlüsse mit Hohlprofilen. Im gesamten Abschnitt 7 werden dann aber ausschließlich geschweißte Anschlüsse behandelt. Damit würde ich o.g. Einschränkung mit mind. 2,5 mm auch auf schweißtechnische Gründe führen.

Was ist aber bei ungeschweißten Querschnitten? Obiger Passus aus  DIN EN 1993-1-8 suggeriert ja, dass hier doch geringere Werte als t = 3 mm zulässig sind.
Regelt sich das dann ausschließlich über die Querschnittsklasse, ob ich hier eine "ausreichende Wandungsdicke" vorliegen habe? Aber irgendeinen Mindestwert muss es doch geben - meine ich.

In meinem konkreten Fall habe ich ein Rohr 60,3 × 1,4 mm (S235) - damit auch Querschnittsklasse 1 und Auslastung von unter 60%.
Bin da jetzt auch überschaubar aufgeregt. Aber es bleibt die Frage nach: t_min ...


Danke + Gruß
taw

 

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Re: Mindestrohrwandungsdicke nach DIN EN 1993

08 Sep. 2026 15:59 - 08 Sep. 2026 15:59
#
Hallo taw :)

Aus dem EuroKot-3 hast du dir das selbst eh schon zitiert. Und ja die Schweißbarkeit ist hier der Hintergrund (schon mal versucht per Hand mit Elektrode so dünne Bleche zu schweißen). Bei mir gibt es konstruktiv generell nichts unter 3mm, egal was die Ausnutzung sagt.

Aber da du schon so fragst:
Woher hast du den "60,3x1,4 als S235" ? ... Ich frage deshalb weil ich mir generell einen 60,3x1,4 vorstellen kann, aber nicht als gewöhnlicher Wald-und-Wiesen S235 ... eher als NiRo oder irgendein Rohrleitungs (P-Stahl / L-Stahl) oder Maschienenbaustahl (E-Stahl)

Im EuroKot als Stahlbau-Norm wirst du damit Mindestabmessungen ausser die 3,0 bzw. 2,5mm glaube ich nicht finden. Wo du eher suchen musst sind die zugehörigen EN-Produktnormen, so die EN10000-irgendwas Reihe

Schau mal hier zB:   www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j...5U7rCXxm2we-7Wiv09pK

LG



 
Letzte Änderung: 08 Sep. 2026 15:59 von cebudom.

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Re: Mindestrohrwandungsdicke nach DIN EN 1993

08 Sep. 2026 16:19
#
Hallo cebudom,

danke für das Feedback.

Wenn ich selber wählen könnte, wäre ich auch bei t_min = 3 mm.
Ich habe mir das aber nicht ausgesucht: ich habe eine Statik vor mir liegen, die das für eine temporäre Überdachung verwendet - also kein Anlagen- oder Rohrleitungsbau mit entsprechenden Stahlsorten (P / E etc.).
Woher das Profil kommt? Wahrscheinlich aus Fernost, und wenn es nunmehr als S 235 berechnet wurde, kann es ja kaum schlechter sein.

In den EN 10xxx-Normen gibt es auch Werte für noch dünnere Wandungen. Da hatte ich mir auch einen Impuls als Mindestwert erhofft - diese Hoffnung wurde somit nicht erfüllt.

Gruß
taw

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Re: Mindestrohrwandungsdicke nach DIN EN 1993

08 Sep. 2026 16:51 - 08 Sep. 2026 16:59
#
Hallo ich habe kurz nachgeschaut, weil es mich jetzt selbst interessiert:
In der Rohr-Maß-Norm EN 10220 gibt es diesen 60,3x1,4 tatsächlich und wie du schreibst teilweise mit Wandungen noch drunter
In der EN 10210-Reihe und EN 10219-Reihe fangen aber die Wandungen erst bei 2,0 bzw 2,3 an
Jetzt ist natürlich die Frage was ist das für ein Rohr: Kalt/Warm, geschweißt/natlos usw... bzw. nach welcher Norm

Okey, das ist ein Wert aus der Statik, ich kann mir schon denken wie das entstanden ist:
gewählt alte DN50 (also 60,3) und dann im Statik-Programm Wanddicke optimiert :P
Ich sehe öfters in Statiken Rohr-Angaben für Querschnitte und Materialien die es in der Form nicht gibt. (oder nur in der Norm aber nicht lieferbar)
... so a'la Stütze: Stahl S235 D150x15mm, Ausfürhung Niro :P ... und der Klassiker schlechthin: Brandschutz R90 bauseits :P

Gut Statik für "temporätes Zeugs", dann wärst du an den EuroKot an sich gar net so sehr gebunden sein.
Temporäres Zeugs, kann man sich aus Bambusstaberl oder Plastik-Strohhalme aus Fernost liefern lassen :P

Die Frage für mich wäre, unabhängig von dem t_min, wäre ein Rohr 60,3x1,4 in S235 tatsächlich so lieferbar ?
Oder anders gefragt: Was machst du bei dem Projekt und was ist das für eine Konstruktion?


 
Letzte Änderung: 08 Sep. 2026 16:59 von cebudom.

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Re: Mindestrohrwandungsdicke nach DIN EN 1993

08 Sep. 2026 17:09 - 08 Sep. 2026 17:10
#
Nabend ...
Gut Statik für "temporätes Zeugs", dann wärst du an den EuroKot an sich gar net so sehr gebunden sein.
Temporäres Zeugs, kann man sich aus Bambusstaberl oder Plastik-Strohhalme aus Fernost liefern lassen 
Naja, ganz so einfach ist es nicht. ;-)
Die Frage für mich wäre, unabhängig von dem t_min, wäre ein Rohr 60,3x1,4 in S235 tatsächlich so lieferbar ?
Das werde ich nachher sehen anhand der Lieferscheine. Und damit meine ich sowohl die Querschnitte als auch das entsprechende S xxx.
Oder anders gefragt: Was machst du bei dem Projekt und was ist das für eine Konstruktion?

Ich darf Häkchen machen. Und es handelt sich um eine Überdachung.

Gruß
taw

 
Letzte Änderung: 08 Sep. 2026 17:10 von taw.

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Re: Mindestrohrwandungsdicke nach DIN EN 1993

08 Sep. 2026 17:37
#
Dass es nicht so einfach ist, ist mir klar, war schon sehr überspitzt formuliert ;)
Ja wegen Lieferscheine, oder anders gesagt was tatsächlich geliefert wird, gib dann Rückmeldung wenn es soweit ist, würde mich einfach interessieren 

Das heißt du musst irgendetwas prüfen bzw. freigeben. Da bist du natürlich in der Zwickmühle weil t_min JA/NEIN hier wohl ein KO-Kriterium ist.
Rein statisch macht t_min eigentlich keinen Sinn, Trapezbleche sind ja auch deutlich dünner. 
Tmin ist eher historisch wegen Schweißen (damals E-Hand) und Walzen bedingt gewesen. 

Was mir jetzt noch einfällt, weil du schreibst nicht geschweißt und temporäre Überdachung:
Ich habe vor zig Jahren für einen Hersteller aus der Nicht-Bau-Brange mal was gerechnet, dem sind immer wieder Stücke gebrochen obwohl "Stabstatik" an sich nicht ausgenutzt war. Das war so gestecktes Rohr-Zeugs mit Splintsicherung oder sowas. Im Detail waren durch das Steck-Spiel lokale Spannungsspitzen die deutlich über der Fließgrenze lagen, und den Bruch eingeleitet haben ... gut das Zeugs hat auch rotiert, zwar langsam aber doch :P

Was ich damit sagen will: Unabhängig von t_min, der Hund steckt im Detail :P



 

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