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Seitliche Windlast auf Terrassendach 16 Dez 2020 09:31 #69624

  • Benjamin_1982
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Hallo liebe Statik-Freunde,

ich bin neu hier und freue mich auf schöne Gespräche und Diskussionen rund ums Thema Statik.

Zu meiner Frage:
Ich habe eine Statik für ein Terrassendach aufgestellt. Dabei habe ich den seitlichen Wind auf den Sparren vernachlässigt. Da dieser eher eine untergeordnete Rolle (nach meiner Meinung) hat.
Der Prüfer fordert nun das ich aber die seitliche Windlast mit auf den Sparren ansetzte. Hierbei ist das Model einer freistehenden Wand anzusetzen.
Mein Sparren ist 14cm hoch und relativ Schlank. Im unteren Bereich liegen die Glasscheiben auf Gummidichtungen auf. Die Glasscheiben sind mit Glasleisten geklemmt.
Wenn ich nun rechnerisch die volle Windlast auf meinen Randsparren mit einem cpe Beiwert für freistehende Wände (Bereich D) von 1,2 ansetzt, erhalte ich eine horizontale Last 0,16kN/m. Dies führt zu einer horizontalen Verformung des Randsparrens von 98mm. (Model Einfeldträger, Lastangriff im Schubmittelpunkt) Natürlich sind die 98mm viel zu groß und die Glasscheibe würde runter fallen, da diese nicht mehr gelagert sein würde. Aber stellt sich das denn auch so ein?

Nach meiner Meinung ist doch eine Klemmung der Glasscheibe und damit Reibung vorhanden. Was natürlich rechnerisch schwer zu erfassen ist, aber praktisch vorhanden ist.
Zusätzlich frage ich mich, ob der Lastansatz wirklich so korrekt ist. Gibt es vielleicht einen Passus in der Norm oder Fachliteratur das diese Windlast anders erfasst werden kann?

Ich hoffe ich habe das weitestgehend gut beschrieben und bin auf Eure Ansichten und Ideen gespannt.

Beste Grüße, Benjamin

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Seitliche Windlast auf Terrassendach 16 Dez 2020 10:06 #69625

hi,

du hast das pech, dass DEINE konstruktion geprüft wird - der gleiche schmonzes steht 1000-fach in der landschaft .. ungeprüft, fern der ardt - und niemanden interessierts. vermutlich auch nicht den prüfing. (obwohl .. es gibt andere)

ob der randsparren als geschrumpfte wand abbildbar ist (wenn man das exsessiv betreiben wollte), bezweifle ich: zumindest vergleiche mit gespärre, abschattungsfaktoren etc. (weiter hinten im ec) kann man da gerne anstellen ..
reibung, glasaussteifung usw. funktioniert praktisch, aber nicht rechnerisch: kannst du also normalerweise vergessen.
mögliche lösungen:
- dickerer sparren
- liegendes fachwerk im ersten gefach
- aussteifender biegeträger (liegendes kantprofil o.ä.)
- aussteifende, am sparren verschraubte glasscheibe (schwierig darlegbar).

grüsse, markus
Markus L. Sollacher, Berat. Ing. BYIK
mlsollacherATt-onlinePUNKTde
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Seitliche Windlast auf Terrassendach 16 Dez 2020 11:16 #69626

  • Benjamin_1982
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Hallo Markus,

vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Ja den Teil im Eurocode mit der Abschattung habe ich auch gefunden, nur leider betrifft das dann die gesamte Aussteifung und die dahinter liegende Sparren. Der Randsparren muss ja immer noch die ganze Windlast aufnehmen können.
Vermutlich wird es jetzt zu Lasten des Bauherren gehen, denn der darf hinter her die Konstruktion bezahlen.

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Seitliche Windlast auf Terrassendach 16 Dez 2020 11:29 #69627

"aussteifende, am sparren verschraubte glasscheibe"
Hat das schon mal jemand gemacht?

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Seitliche Windlast auf Terrassendach 16 Dez 2020 11:40 #69628

  • Benjamin_1982
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Ich halte das für nicht möglich, da es laut DIN 18008 nicht so einfach ist eine Last auf die Glaskante einzuleiten. Denn dann müsste über Lochleibung die Aussteifungslasten ins Glas eingeleitet werden. Stichwort Kantenbruch.
Es gibt zu dem Thema eine Dissertation von Dr. Ing. Frank Wellershof aber die behandelt den Fall speziell auch nicht.
Wenn dann kann das vermutlich nur über eine Zustimmung im Einzelfall laufen.

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Seitliche Windlast auf Terrassendach 16 Dez 2020 14:32 #69630

Hallo,
wie lang sind den die Sparren ? Wie ist die freistehende Wand gemeint. Will der Prüfer, dass der Wind eines späteren schließens der Seite berücksichtigt wird oder wirklich nur der Wind auf Sparrenhöhe. Wie sieht es mit zusätzlichen Druckhölzern zwischen den Sparren aus, je nach Sparrenlänge, in den 1/3 oder 1/4 - Punkten, so das sich die Windlast auf mehrere Sparren verteilt.
und wenn es gar nicht anders geht, Windverband mit Druckstäben und Diagonalverbände aus Rundstahl
ø 8. je nach Bauherr ggf. nur für die Berechnung. B)

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