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THEMA: Bodenplatte FEM-Berechnung

Bodenplatte FEM-Berechnung 29 Jul 2020 14:18 #68226

  • HerrLehmann
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Hallo,
zur Lastübernahme aus Plattenberechnungen gibt es schon einen Thread.
www.diestatiker.de/forum/4-statik-tragwe...attenberechnung.html

Folgender Fall
STB-Decke Wohnhaus FEM-Berechnung. Ich will die Bodenplatte, identisch mit der EG-Decke, als gebettete Platte nachweisen. Platte kopiert, Auflager rausgenommen u. Bettungsmodul rein.
So weit so gut. Ich habe Graitec CS-Plat 2019
Fragen:
1. Könnt ihr die Auflagerlasten aus der Decke einfach als Belastung auf die Bodenplatte übernehmen oder müsst ihr auch jede Auflagerlast (Trapez oder Blocklast) noch einmal auf jede Linie legen ?
Das war sehr mühselig und hat Stunden gedauert :angry: Und da ist wieder das Problem. Eine mittlere Geichlast über die gesamte Wandlänge verteilt ist nicht richtig weil Auflagerlasten aus Unterzüge nur in Teilbereichen wirken und entsprechend verteilt werden müssen.

2. Das Gebäude hat umlaufend tragende Streifenfundamente die ich entsprechend nachgewiesen habe. Wie berücksichtige ich bei der Bodenplatte die Lasten im Bereich der Außenwände bzw. die Streifenfundamente ?
Wenn ich die Fundamente weglasse und die Wandlasten auf den Plattenrand stelle, bekomme ich oben eine relativ hohe Bewehrung raus. Diese obere Bewehrung ignorieren und nur die Bewehrung unter den Innenwänden einbauen ? Die Lasten im Bereich der Außenwände nicht zu berücksichtigen ist ja wohl auch richtig.

Grüße
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Bodenplatte FEM-Berechnung 29 Jul 2020 18:35 #68234

  • galapeter97
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Hallo u. guten Abend,
eine Mischkonstruktion ist nicht so empfehlenswert, entweder Streifenfundamente für
alle Tragwände oder Bodenplatte fürs Ganze und eine Frostschürze da wo es nötig ist.
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Bodenplatte FEM-Berechnung 31 Jul 2020 07:18 #68240

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HerrLehmann schrieb:
Fragen:
1. Könnt ihr die Auflagerlasten aus der Decke einfach als Belastung auf die Bodenplatte übernehmen oder müsst ihr auch jede Auflagerlast (Trapez oder Blocklast) noch einmal auf jede Linie legen ?
Das war sehr mühselig und hat Stunden gedauert :angry: Und da ist wieder das Problem. Eine mittlere Geichlast über die gesamte Wandlänge verteilt ist nicht richtig weil Auflagerlasten aus Unterzüge nur in Teilbereichen wirken und entsprechend verteilt werden müssen.

mein PCAE-Alpha kann das. Man kann wählen ob man die reale Lastfigur übernehmen möchte, oder vereinfacht als Trapezlast. Wenn Wandöffnungen in der Decke nicht berücksichtigt wurden, kommen die natürlich nicht mit rüber.

Ich würde das aber nicht zu eng sehen, denn wir sind mit den neuen Methoden allemale näher an der Realität als mit den händischen Vereinfachungen von "früher". Wenn Ergebnisse und Konstruktion an solchen Unschärfen scheitern, stimmt mit der Konstruktion eh etwas nicht.
2. Das Gebäude hat umlaufend tragende Streifenfundamente die ich entsprechend nachgewiesen habe. Wie berücksichtige ich bei der Bodenplatte die Lasten im Bereich der Außenwände bzw. die Streifenfundamente ?
Wenn ich die Fundamente weglasse und die Wandlasten auf den Plattenrand stelle, bekomme ich oben eine relativ hohe Bewehrung raus. Diese obere Bewehrung ignorieren und nur die Bewehrung unter den Innenwänden einbauen ? Die Lasten im Bereich der Außenwände nicht zu berücksichtigen ist ja wohl auch richtig.

Wie schon geschrieben wurde, die Mischvariante wird kritisch gesehen. Allerdings stellt eine angeschlossene Frostschürze ja eine schöne Randversteifung dar und wenn sie vorhanden ist, ist sie vorhanden und wirkt mit.
Ich berechne die Platte ohne Randbalken und sehe diese etwas als Hosenträger mit Gürtel. Ein Balken ist doch ein Balken und verlässlich steifer als Platten mit irgendeiner mitwirkenden Breite und Bettung, die am Ende doch niemand so genau kennt. Da bin ich halt eher konservativ eingestellt.

Eines sollte man dabei immer im Auge behalten: Wenn die Forstschürze in eine andere Bodenschicht einbindet, bzw. kurz darüber endet, kann alles schwer durcheinander kommen.

Auch lege ich stets eine robuste Bewehrung o+u in die Platte und prüfe händisch, ob ich über virtuelle Streifenfundamente auch hinkomme. Mir ist diese anschauliche Lastabtragung immer noch recht sympathisch. Wenn die hinkommt, passt der Rest immer.

(Bei so richtig großen und fetten Gebäuden mag das anders sein, aber das ist nicht meine Welt)
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Bodenplatte FEM-Berechnung 31 Jul 2020 11:45 #68241

  • markus
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1.
lastübernahme ist bei rfem und pcae-alfa kein problem. ich dachte, das kann inzwischen jedes programm?
wenn bei dir die probleme nur bei block-trapezlasten vorkommen, hilft vielleicht die unterteilung der auflagerbänke > abschnittsweise blocklasten.

2.
da wird sich ein zwischenzustand einstellen.
grenzbetrachtung (1): nur gebettete platte
grenzbetrachtung (2): fundamente ohne platte

wenn´s genau geht, kann man iterativ lösen, so dass die setzungen aus (1) und (2) zusammenpassen.
startwert bspw. aus plattenberechnung mit höherer bettung am rand oder subtraktion eines teiles der fundamentpressungen.

eine eingequetschte oder gar eingespannte, angeblich nichttragende, denkbefreite bodenplatte, mag ich nicht > zu viele komplizierte nebeneffekte.

das "Bodenplatte, identisch mit der EG-Decke" glaube ich nicht. die bopl steht immer über die wandachse nach aussen über > dramatisch günstigere schnittgrössen.
Markus L. Sollacher, Berat. Ing. BYIK
mlsollacherATt-onlinePUNKTde
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Bodenplatte FEM-Berechnung 31 Jul 2020 11:58 #68242

  • DeO
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markus schrieb:
eine eingequetschte oder gar eingespannte, angeblich nichttragende, denkbefreite bodenplatte, mag ich nicht > zu viele komplizierte nebeneffekte.

welche und liegen sie auf der unsicheren Seite?

(Die einfache Betrachtung funktioniert seit vielen Jahrzehnten ohne zu Mucken. Erst mit Aufkommen von FEM und Bettung aber scheint es haufenweise neue Probleme vom Himmel zu regnen von denen die Bauwerke offensichtlich nichts wissen.)
das "Bodenplatte, identisch mit der EG-Decke" glaube ich nicht. die bopl steht immer über die wandachse nach aussen über > dramatisch günstigere schnittgrössen.

Das ist absolut richtig und wichtig. Ich werde dabei sehr pingelig und das bringt viel Arbeit mit sich, weil man ja nicht mehr einfach die EG-Decke kopiert, auflöst und als Platte neu definiert. Man muss die Ränder sehr exakt verschieben, ohne die Platte selbst anzufassen. Anderenfalls landen die Lasten geometrisch nicht richtig auf der Bodenplatte.
Letzte Änderung: 31 Jul 2020 11:59 von DeO.
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Bodenplatte FEM-Berechnung 31 Jul 2020 12:48 #68243

  • Baumann
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Die Lastautomatik beherrschen eigentlich sehr viele Statik / FEM Software Produkte
Dabei gibt es auch sehr gute Lösungen, mehr als günstig:

www.be-statik.de/
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