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THEMA: Windlast bei freistehendem Dach mit Schürze

Windlast bei freistehendem Dach mit Schürze 08 Feb 2020 20:17 #67020

  • Dimar
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Guten Abend miteinander,

ich beschäftige mich mit der Ermittlung von Windlasten bei einem geplanten Neubau, da ich mir schlicht nicht sicher bin, wie ich damit umzugehen habe. Das Gebäude wird rund 10m hoch, wobei nur auf einer kurzen Seite eine durchgängige Fassade sein wird. Alle drei anderen Seiten sind von GOK bis ca. +5m offen. Von +5m bis zur OK Dach hängt dann eine Art Schürze. Nun habe ich den Außendruck auf die Wände wie üblich berechnet. Ausgehend von einer Gebäudehöhe von 10m. Da es sich um ein offenes Gebäude handelt, erwarte ich natürlich nun auch Innendruck. Eine Skizze hänge ich an (die ist nicht sehr gut, aber es wird deutlich, worum es geht, vermute ich). Es ist die Ansicht auf die kurze Seite. Aussteifung erfolgt mit Rahmen, aber das soll nicht weiter interessieren.



Und hier komme ich etwas ins Wanken. Im EC1 werden mehrere Fälle unterschieden, die es mir erschweren, den Fall richtig zuzuordnen. Zum einen heißt es, dass Wände, deren Öffnungsanteil mehr als 30% beträgt als "offen" zu betrachten sind und demnach als freistehende Wände betrachtet werden sollen. Dann wird der Fall des "Freistehenden Daches" beschrieben, wobei ein freistehendes Dach als eine Konstruktion "ohne durchgehende Wände" definiert wird. Meine Wände sind ja nicht durchgehend in dem Sinne... könnte man also als "freistehendes Dach" betrachten. Als drittes wird im Schneider glücklicherweise diesbezüglich auf die DIN 1055 verwiesen, die ein Modell vorschlägt, welches mir bisher am passendsten vorkommt, siehe:
Sprich die Druckbeiwerte 0,6 bzw 0,5 auf alle innenliegenden Flächen.

Zum ersten Fall: Meine Wände haben ja in dem Sinne keine Öffnungen. Ab +5m bis OK Dach sind sie geschlossen. Unter 5m existiert keine Wand, demnach auch keine "Öffnungen". Auf der anderen Seite könnte ich es auch so betrachten, dass ich die theoretische Gesamtfläche der jeweiligen Wand von GOK bis OK Dach berechne und den Teil der nicht da ist anteilig betrachte. Wenn dieser >30% ist (was der Fall ist) ermittle ich mir die Lasten für eine freistehende Wand, wie im Eurocode beschrieben.

Ich könnte es vermutlich auch als freistehendes Dach betrachten.

Oder ich nutze den Ansatz nach DIN 1055 für ein dreiseitig offenes Gebäude (gefällt mir mit am besten bisher).

Vermutlich mache ich mir die Sache viel zu kompliziert und es gibt nicht "den" richtigen Weg oder ich stehe einfach zu sehr auf dem Schlauch und sollte mal ne Nacht drüber schlafen und weiß dann Bescheid. Bei Windlasten kann man sowieso immer viel zu überlegen, wenn man will... Wahrscheinlich ist das auch etwas womit man mit dem Prüfer diskutieren könnte, aber mich würde mal interessieren, wie ihr mit so einem konkreten Fall umgehen würdet oder schon umgegangen seid. Ich freue mich auf konstruktive Vorschläge!

Schönen Abend!
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Windlast bei freistehendem Dach mit Schürze 10 Feb 2020 10:55 #67024

  • FbN
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kurze Antwort, ja du machst dir zuviele gedanken
Du hast die Lösung schon beschrieben, ja die wände haben eine Öffnung > 30%
3 seiten öffnung >30% und eine seite geschlossen, dann berechnen.

(PS: Eine Skizze ist zwar nur eine Skizze aber sie sollte ihren Namen auch verdienen, denn aus dieser wird man absolut nicht schlau)

Mfg
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