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THEMA: Schub nach DIN 1045-1 - Mechanisches Modell

Schub nach DIN 1045-1 - Mechanisches Modell 29 Nov 2003 20:25 #1331

  • Rainer
  • Rainers Avatar
Hallo zusammen,<br />
<br />
ich hätte mal ne ziemlich theoretische Frage zur Schubbemessung nach DIN 1045-1:<br />
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Die Theorie hierzu beruht auf nem Fachwerk mit veränderlichen Druckstreben - entsprechend beginne ich bei einer ´iterativen´ Rechnung mit nem möglichst kleinen (entsprechend der in der DIN angegebenen Grenzen) Druckstrebenwinkel - als Ergebnis bekomme ich eine sehr geringe Schubbewehrung - wird bei dieser Rechnung die Druckstrebe ´überlastet´, beginne ich von neuem - das Ergebnis ist eine höhere Schubbewehrung - die Druckstrebe ist ausreichend. (höhere Betongüten und Querschnittsvergrößerungen lasse ich mal raus...)<br />
Wie darf ich mir das anschaulich vorstellen? - Fachwerk-Theorie ist mir schon klar... aber obiges ist nur ein Rechenmodell...? - wie sieht die Realität aus?<br />
Provokantes Beispiel: man stelle sich eine kontinuierliche Laststeigerung vor: bei geringem Lastniveau gibts sehr flache Risse - bei höherem Lastniveau werden diese steiler...? Risse wandern? - ha, ha, ha? - oder doch wahr?<br />
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für ne möglichst anschauliche Erklärung wäre ich dankbar....<br />
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<br />
Rainer
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Re: Schub nach DIN 1045-1 - Mechanisches Modell 30 Nov 2003 10:16 #1332

  • Frank
  • Franks Avatar
Hallo Rainer,<br />
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natürlich handelt es sich bei dem Modell (Bauteile mit rechnerisch erforderlicher Schubbewehrung) um eine Annäherung des tatsächlichen inneren Tragverhaltens. Das Modell der veränderlichen Druckstrebenwinkel (schon im EC 2 verwendet) berücksichtigt anschaulich die Ausnutzung des Bauteils (Biege-Schubverhältnis). Einfaches Gedankenbeispiel: Bei einem Bauteil geringer Stützlänge mit großen Querlasten, werden sich im GZT die Risse wohl eher steil (natürlich nur wenn´s die Schubbewehrung hergibt) einstellen, während in einem verhältnismäßig gering auf Schub beanspruchten Bauteil die (Vorausetzung Schubrisse treten auf - sonst passt das Modell nicht mehr) eher flach verlaufende Risse auftreten werden. <br />
Immer im Hinterkopf das natürlich das Modell nur eine Näherung ist, streng genommen müsste ein "Misch"-Modell (Bereich ohne und mit Schubrissen) angewendet werden. Das die Risswinkel ebenfalls nicht konstant über die Bauteillänge ist (und damit auch der Druckstreben winkel) ist anhand von Bildern aus Balkenversuchen gut zu erkennen. Bestes Beispiel die Lasteintragung im Bereich einer Zwischenstütze. Hier kommt es im Bereich von zirka 2* Versatzmaß zu einer sogenannten fächerförmigen Rissbildung. Dies führt dazu, dass die Kraft delta(F) (Zuwachs der Zuggurtkraft aus schräger Druckstrebenneigung) in diesem Bereich nicht konstant ist - siehe auch Bild Zugkraftdeckungslinie im Stützenbereich.<br />
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Ich hoffe ich konnte etwas weiterhelfen.<br />
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Gruß<br />
Frank
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