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THEMA: Belastung Flachdach infolge Jahrhundertregenereig.

Belastung Flachdach infolge Jahrhundertregenereig. 08 Dez 2016 15:08 #60043

Ja aber wo soll den soviel Wasser herkommen? Normalerweise staut sich ja nichts an, da die normale Entwässerung, die für r(5,5) bemessen ist (etwa die Hälfte von r(5,100), das Wasser ja ableitet.

Bei einem Jahrhundertregen kann es passieren, dass der Kanal nichts mehr aufnimmt. Dann würde sich Wasser anstauen. Aber es müsste mehr als 5 x hintereinander der Jahrhundertregen kommen und gleichzeitig kein Tropfen ablaufen um überhaupt auf die 75 zu kommen.

Wahrscheilnicher ist es, dass wir hier im Südwesten Deutschlands von einem Tsunami überrolt werden.
Bei einem "nomalen" Jahrhundertregen würde also max 1,4cm Wasser auf dem Dach stehen, das ja dann auch innerhalb der nächsten Stunden wieder ablaufen würde.
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Belastung Flachdach infolge Jahrhundertregenereig. 08 Dez 2016 15:17 #60044

traehe00 schrieb:
Ja aber wo soll den soviel Wasser herkommen?

Na, von oben natürlich :)

Ich denke mal, hier liegt ein Denkfehler vor.

Egal ob Jahrhundertregen, für 5 Minuten oder was auch immer, daß
kann dir als Statiker wurscht sein.

Das Dach ist für einen Wasseranstau bei Versagen der Dachabläufe zu bemessen.

Der Bemessungswasserstand richtet sich nach dem möglichen Wasseranstau bei Versagen
der Dachabläufe und hat nix mit rechnerischen Regenmengen zu tun.

Die Bemessung der Notüberläufe (Abstand / Querschnitte) hat dann etwas mit den Regenmengen zu
tun, ist aber nicht Sache des Tragwerksplaneres.

Von daher interresieren mich Regenmengen nicht.
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Belastung Flachdach infolge Jahrhundertregenereig. 08 Dez 2016 15:34 #60045

Wenn man einfach den theoretisch möglichen Wasseranstau hernimmt, also quasi das Volumen des Daches+Atika, dann kommt man natürlich irgendwann an die Grenze der Tragfähigkeit des Daches.
Aber nirgendwo wird so etwas gefordert. Oder?

Macht ja irgendwie keinen Sinn. Auch wenn meine Atika 60cm hoch ist, so wird doch nie ein Pool draus. ;)

Für mich (uns) stellt sich die Frage wieviele Notüberläufe wir brauchen. Nach dem Studium der DIN komme ich zu dem Schluss: Keine. Aber: Warum werden dann soviele gebaut?

Klar, wenn Du als Statiker einfach nur die Aufgabenstellung hast: "Bemiss das Dach für 75mm", dann brauch Dich nicht zu interessieren, woher die Forderung kommt.

Ich mein, bei Wind bemisst Du ja auch nicht nach irgendeinem theoretisch auf Dein Gebäude wirkenden Wind, sondern auf den Stärksten der letzen 100 Jahre.
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Belastung Flachdach infolge Jahrhundertregenereig. 08 Dez 2016 15:43 #60046

traehe00 schrieb:

Auch wenn meine Atika 60cm hoch ist, so wird doch nie ein Pool draus. ;)

Jetzt hammers endlich.
Verschließ die Dachgullys, dann wird irgendwann ein Pool draus, wenn es keine Notabläufe gibt.
Dauert halt ein paar Tage.
Für mich (uns) stellt sich die Frage wieviele Notüberläufe wir brauchen.

Nein, die Frage stellt sich nicht für den Tragwerksplaner :)
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Belastung Flachdach infolge Jahrhundertregenereig. 08 Dez 2016 16:31 #60047

Hi

Die Menge an Abläufen wird nicht von uns, sondern vom Haustechniker bemessen.
Er muss sicherstellen. das zum Beispiel ein Flachdach mit Attika vernünftig entwässert wird.

Also geht man regelmäßig davon aus, das jeder Ablauf eines Daches auch notwendig ist.
Aus diesem Grund ist es unabdingbar, das jeder Ablauf durch einen Notablauf (im Falle des Verstopfens)
abgesichert wird. Weil sonst u.U. die restlichen Abläufe nicht mehr reichen.

Und nun kommst du als Statiker dazu.
Du musst sicherstellen, das dein Tragwerk ein angestautes Wasser erträgt.
Und das ist regelmäßig im Zweifel ein Wasserstand bis Unterkante Notablauf.

Und wenn du dir da mal die heutigen Dächer mit Attika und Gefälledämmung anschaust, ist das schnell 7,5cm Wasser... :whistle:

Grüße
..
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Belastung Flachdach infolge Jahrhundertregenereig. 08 Dez 2016 20:31 #60052

traehe00 schrieb:
Ja aber wo soll den soviel Wasser herkommen?

Hallo,
hierzu kleines Beispiel aus der Praxis bei uns in Freiburg: Stahlhalle, ca.35 Jahre, Eigentümer pleite, auswärtige Bank wird Eigentümer, setzt Hausverwalter ein und vermietet. Keiner kümmert sich um das Flachdach (Wanne)... Aus dem Ablauf beginnt es zu grünen, es wachsen kleine Bäume...
Die blühende Natur / grüne Farbe kann man sogar auf google earth sehen.. :sick:
Notüberläufe waren damals wohl (noch) nicht vorgeschrieben.
Am 01.01.xx wollte der Mieter die Halle von der Bank kaufen, am 27.12.xx-1 gibt es ein Starkregen, ein Riegel der Stahlkonstruktion knickte ein.... :ohmy:
Zum Glück gab es keine Verletzten, da Urlaubszeit war...
MfG
Letzte Änderung: 08 Dez 2016 21:17 von bueromensch.
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