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THEMA: Fundamentabfangung

Fundamentabfangung 23 Jul 2011 13:20 #37104

Hallo,
ich brauche dringend euren Rat (s. PDF). Neben einer vorhandenen Produktionshalle soll eine LKW Laderampe eingebaut werden. Das Gelände neben der Rampe soll mit einer Winkelstützwand
abgefangen werden. Die vorh. Einzelfundamente (V=120 KN, H=90 KN) haben einen Abstand von 6,0 m. Dazwischen liegen Streifenfundamente.
Die Gründungssohle der Winkelstützwand liegt ca. 70 cm unter der Fundamentsohle die einseitig freigelegt werden soll. Die ausführende Firma will einen langen Fundamentgraben
ohne weitere Maßnahmen herstellen und die Stützwände setzen.
Die Winkelstützwände sind nicht nachgewiesen. Im Gegenteil, weil der Stützwandfuß nicht unter das Fundament geschoben werden kann, werden die Elemente einfach gedreht.
Die Sichtbetonseite ist erdseitig und die rauhe Seite ist auf der Rampenseite und soll übergeputzt werden.
In meiner Funktion als Bauleiter (nicht als Statiker) muss ich Bedenken anmelden.
1. Wegen der nicht nachgewiesenen Stützwände
2. Wegen der Aushubarbeiten unterhalb der Fundamentsohle

Frage: Wie können die Stützwände eingebaut werden, bzw. können die Fundamente abfgefangen werden ? Ist eine abschnittsweise Unterfangung der Fundamente möglich ?

Grüße

Anhang Sttzwand.pdf nicht gefunden

Anhang:
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Aw: Fundamentabfangung 23 Jul 2011 20:51 #37106

Hallo,
als Bauleiter mußt du bei dem skizzierten Vorhaben nicht nur Bedenken anmelden, du mußt das stoppen, und zwar sofort.

Du siehst das völlig richtig:
a) Standsicherheit der vorhand. Einzelfundamente ist bei Bodenaushub nicht gegeben.
b) Standsicherheit der Winkelstützmauer nicht nachgewiesen, wie du schreibst. Man kann die nicht einfach umdrehen!

Hier muß ein Statiker her, der das anhand der hoffentlich vorh. Archivunterlagen beurteilt.

Vorab: Eine konventionelle Unterfangung von Einzelfundamenten z.B. nach DIN 4123 ist nicht möglich. Hier gibt's (teure) Verfahren wie HDI.

Gruß
mmue
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Aw: Fundamentabfangung 24 Jul 2011 09:19 #37107

hmmm,

die einzelfundamente scheinen aber nicht allzusehr belastet (120 kN). es sei denn, der boden ist da so schlecht.

ich denke man könnte die auch ohne hdi unterfangen.

also bevor daneben ein graben geöffnet wird, sollten alle einzelfundamente EINZELN konventionell unterfangen werden.
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Aw: Fundamentabfangung 24 Jul 2011 11:23 #37108

Der Gedanken ist in der Tat sehr mutig von der Firma.
Da sollte man auf jeden Fall ohne vorliegende Nachweise Bedenken geltend machen.

Zur angedachten Unterfangung ein paar Anmerkungen.

.aus welchen Lasten resultieren die genannten Kräfte (inkl. Schnee?)
.wie ist die aufgehende Stütze angebunden? (biegesteif)
.was kann der Boden ab, welche Setzungen könnten hingenommen werden?

Hintergrund ist der, dass man die realen Lasten mal unter 45° nach vorne durch as Fundament schickt, dann eine 30°-Linie weiter Richtung geplante Stützwand legt, wobei die reale Aushubtiefe für die Stützwand sicherlich deutlich unter der Unterkante Beton liegen wird.
Von oben betrachtet, könnte man auch einen Lastausbreitungswinkel ansetzen.
Zumindest lohnt es sich m.E. die Sache mal statisch zu hinterfragen.

Ob die Stützwand überhaupt so funktioniert ist eine ganz andere Sache.

Was ich jetzt nicht sagen kann ist, wie die DIN 4123 inkl. ihrer zugehörigen neuen Auslegungen auf Einzelfundamente anzuwenden ist. Eigentlich benutzt man die ja für Liniengründungen.
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Aw: Fundamentabfangung 24 Jul 2011 17:54 #37109

Im Grunde schließe ich mich DeO an.

Unter Berücksichtigung von Lastausbreitung unter 30° im Boden, würde der Erddruck des Einzelfundament erst ca. an der Sohle der Winkelstützwand auftreffen.

Aber ohne Frage die Standsicherheit der Winkelstützwand ist in Frage zu stellen, hinsichtlich des Gleiten. Diese Ausführung sollte sicherlich NICHT ohne statischen Nachweis ausgeführt werden.

Ansonsten einseitige Abtreppung der Fundamente nach DIN 4123, sehe ich für das bestehende Fundament für möglich, falls die Winkelstützwand für den Nachweis der Standsicherheit nicht nachgewiesen werden kann.

Gruß Nicky
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Aw: Fundamentabfangung 24 Jul 2011 21:03 #37110

Hallo,
auf die Wand wirkt doch der volle Erddruck, die ist doch so wie im Bild dargestellt niemals standsicher. Dann hat ja mmue schon auf folgendes hingewiesen
"Eine konventionelle Unterfangung von Einzelfundamenten z.B. nach DIN 4123 ist nicht möglich".
Schliesslich ist für das bestehende Gebäude die Unterfangungsmaßnahme kein Bauzustand.

Gruß
E.S.
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