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THEMA: Wasserbett im Altbau

Wasserbett im Altbau 07 Feb 2003 06:37 #324

  • Markus
  • Markuss Avatar
Hallo miteinander,

ich hätte da mal eine Frage:

In den nächsten Wochen werde ich in eine Altbauwohnung ziehen.
Das Haus ist 35 Jahre alt. Wie ich sehen konnte, habe ich ein Eßstrich
unterm Teppich gefunden. Aber dennoch knarrt der Boden an manchen stellen?!

Ich bin im besitz eines Wasserbettes. Eigengewicht rund 600 Kg. Grundfläche 3,5 m2. Würde rund 170 Kg pro m2 ausmachen

Ist nun ein dauergewicht von 170kg überhaupt Problematisch? Oder sollte man sich da wirkliche gedanken machen.


Beim Kauf dieses Bettes vor 6 Jahren war dies auch eine Frage an den Verkäufer.
Dieser meinte das auch altbauten ein weit aus höheres Gewicht aushalten müssen. Vieleicht nur eine Verkaufmasche!


Für ne kurze Auskunft wäre ich sehr dankbar.


Mit freundlichen Grüßen
Markus
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Re: Wasserbett im Altbau 04 Mär 2003 07:39 #325

  • mICHa
  • mICHas Avatar
Hallo Markus,<br />
<br />
dieses Wasserbett-Thema ist in meinen Augen immer so eine Sache.<br />
Immerhin sprechen wir hier von rund 0,6 m³ Wasser!<br />
<br />
Leider kann ich Dir keine Quellangaben und effektive Beweise liefern, mit denen ich meine folgende Aussage "untermauern" könnte:<br />
<br />
Zu den sog. "Verkehrslasten" zählen i.d.R. neben dem Aufenthalt von Personen auch sämtliche Einrichtungsgegenstände. Sofern sie nicht fest mit dem Bauwerk (in diesem Fall mit dem Boden) verbunden sind, müssen sie als mobile Lasten angesehen werden. Vom Grundsatz fällt also auch ein Wasserbett in diese Kategorie.<br />
Da im normalen Wohnungsbau (Stb.-Decken) mit einer Verkehrslast von min. 150 kg/m² gerechnet werden muss (oftmals plus einem Anteil von 75 - 125 kg/m² für evtl. Trennwände), wären wir also bei Deinen angesetzten 170 kg/m² rechnerisch gute 13% überbeansprucht.<br />
<br />
Nebenbei sei gesagt, dass bei dieser Rechnung sogar die Personen, welche sich zeitweise im Bett aufhalten, noch nicht einmal Berücksichtigung erfahren. Streng genommen würde man sogar bei zwei Personen zu je 100 kg auf eine Flächenlast von 229 kg/m² kommen.<br />
Jetzt sind wir realistisch schon bei einer rechnerischen Überbelastung von rund 53%!<br />
In diesem Fall wären also die rechnerischen Sicherheiten ausgeschöpft.<br />
In solch einem Fall würde ich z.B. gern in die Bestandsstatik gucken, um zu sehen, ob evtl. doch seinerzeit mit einer erhöhten Verkehrslast gerechnet wurde (Trennwände, s.o.). Sonst wäre mit zugegebener Massen ein wenig mulmig.<br />
<br />
Um dennoch die Situation ein wenig zu entschärfen, kann man gedanklich ansetzen, dass Betten normal nicht in Wohnraummitte aufgestellt werden, sondern eigentlich immer mit min. einer Seite den Kontakt zu einer (hoffentlich tragenden) Wand suchen.<br />
Hierbei geht schon ein beträchtlicher Teil der formals angesetzten Lasten direkt in das Wandauflager über, ohne die Decke voll zu beaufschlagen.<br />
<br />
Da Du davon ausgehst, dass Holzbalkendecken in Deiner Wohnung Verwendung fanden, kann man zusätzlich berücksichtigen, dass hierbei mit einer Verkehrslast von 200 kg/m² (gegenüber 150 kg/m²) gerechnet wurde und wird, da wir einen einachsigen Lastabtrag vorfinden. Hier würde sich die rechnerisch Überbelastung also auf ca. 15% reduzieren (bei den o.a. 229 kg/m²), was die Sache auch schon wieder ganz anders aussehen lässt. Allerdings haben solche Deckensysteme auch kaum Chancen, sich selbst bei Überlast "zu helfen", da sie halt auf jeden einzelnen Deckenbalken angewiesen sind.<br />
Hinzu kommt das evtl. Schubproblemm am Auflager, welches auch bei Wandnähe bestehen bleibt (Stb.-Decken verzeihen da mehr).<br />
<br />
Also, bei Stb.-Decken hätte ich keine grossen Bedenken, sofern das Bett nah an einer tragenden Wand steht. Trotzdem würde ich gern in die Bestandsstatik sehen, ob evtl. Trennwände rechnerisch berücksichtigt wurden.<br />
Im Altbau (35 Jahre, wirklich Altbau?) mit Holzbalkendecken würde ich in jedem Fall einen Blick in die Statik werfen wollen!<br />
<br />
Es sei auch hier wieder gesagt, dass die Decken nicht einstürzen werden, allerdings ist für die Bemessung oftmals die Durchbiegung massgebend, welche sich in einem gewissen Rahmen halten sollte (l/300). Und um dem Nachbarn unter Dir evtl. Risse in seinem Deckenputz oder gar in seinen leichten Trennwänden und Dir damit Ärger zu ersparen, würde ich genau hingucken (Statik).<br />
Immerhin bin ich hier nur auf den Verkehrslasten "rumgeritten", die eigentlich nur gelegentlich auftauchen sollten und keine Dauereinrichtung sein sollten (wie das Wassebett). Immerhin wurde bei dieser Betrachtung auch das Langzeitverhalten bzgl. Durchbiegung unberücksichtigt gelassen.<br />
<br />
Gruss mICHa<br />
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