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THEMA: Lüftungsleitungen in einer Betondecke

Aw: Lüftungsleitungen in einer Betondecke 13 Feb 2011 11:01 #35189

Hallo,
worum handelt es sich? Ist es das Chaos i. d. "Panorama- Foto" der Bodenplatte (?), ist es eine Geschossdecke aus StB oder eine Montagedecke aus Rundlochplatten ?
1. Vor 2 Wochen hat es hier Hinweise auf eine Doktoran- tin gegeben, Uni Saarbrücken (?),die sich mit Rohren in StB-Ortbeton-Decken wiss. befasst hat.
2. Ohne jede Rechnung, ich bezweifele, dass aus tiefer
gelegten Rohren in 2-3 Jahren mehr als Dreck rauskommt, wie aus jeder schwer zu reinigenden Klimaanlage. Der Luftdurchsatz ist enorm. Was da an Haaren, Hautpartikeln,
Faser u. Schwebstoffen usw. durchkommt, ist unglaublich.
3. Bei Rundlochdeckenpl. SL=7,2 m Ind.bau haben wir das vor X Jahren ins Auge gefasst (SH=25 cm, Rohrdrm=10cm)
es wurde verworfen, obwohl an jedem Plattenstoß eine Rein.-Öffnung vorgesehen war. Zuluftschlitze, regelbar,
2-3 Rohre üb. Fensterbänder.
4. Erford. Luftdurchsatz, geringe Fließgeschw. ist an große Querschnitte mit Lamelleneinstellung gebunden. Also
Luftrohr oder Viereckkamal, offen oder vekleidet.
Gruss W.E.
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Aw: Lüftungsleitungen in einer Betondecke 15 Feb 2011 10:10 #35214

Hallo,
dass dies hier ein Riesenthema ist, sieht man an den
bald 6000 Aufrufen.

Angefangen hats vor X-Jahren mit einem Dutzend
Elektro-Röhrchen von ca.20 mm, natürlich gebündelt,
die lies man damals auseinanderverlegen und das wars.

Wer schult eigentlich die "Fachingenieure" die diesen
Unfug planen?

Wir sollten Rückgrat haben und solchen MURKS ablehnen.

Grüße von galapeter97
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Aw: Lüftungsleitungen in einer Betondecke 15 Feb 2011 12:52 #35215

Hallo Galapeter,

ich stimme Dir voll zu.
Den Fachingenieuren Haustechnik geht das voll am ...... vorbei.
Ich hab nur noch Ärger auf den Baustellen wenn ich den ..... sehe und was unternehme.
Den Bauträgern ist das alles egal.
Die Bauleiter sorgen dafür daß schnell Beton darüber kommt.
Von den Architekten ist kein Beistand zu erwarten.
Voller Frust und desilosioniert bin ich bei diesem Thema.

Jupp
Letzte Änderung: 15 Feb 2011 12:52 von Jupp.
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Aw: Lüftungsleitungen in einer Betondecke 28 Apr 2011 19:41 #35992

Wollte meine lesezeichen aufräumen, bin auf den jahrealten thread gestossen und habe gesehen dass der immer mal wieder hoch geholt wurde.

Das Foto könnte aus der Schweiz stammen. Deckenstärken werden mehr und mehr in Abhängigkeit der Rohreinlagen bestimmt. Ich weiss ja nicht wie dass in Deutschland ist, aber hier ist das mit den Rohreinlagen Gang und Gäbe, zu meinem Ärger. Diese Einlagen rauben mir noch den letzen Nerv. Ich schaue immer mal wieder gen Deutschland, wo ja nun wirklich alles genormt ist, aber Fehlanzeige.

Kanalisationsrohre sind in Lage genau vorgegeben und auch nur begrenzt vorhanden. Mir hilft dann auch sagen hat denn das Rohr auch 1% Gefälle. Das sieht jeder Architekt oder Lüftungsplaner ein, wenn es um die Deckenstärke oder Verlegung eines Rohres geht (schlimm, aber ist so). Kanalisationsrohre lassen sich im schlimmsten Fall auch umbügeln. Ist zwar aufwendig, aber irgendwie muss die Kraft ja auf die andere Seite...
Schlimmer sind da die flexiblen Lüftungsschläuche meist DN90. Jeder Raum hat Zu und Abluft. Das sind einige Laufmeter Loch in der Decke. Da kann man dem Lüftungsingenieur eine genaue Skizze von den NoGo-Zonen machen, wenn man auf Baustelle kommt liegen die Rohre dann doch anders. Da sich dass nur mit riesigem Aufwand ändern lässt wenn die obere Bewehrung verlegt ist, muss man auch einfachste Decken zweimal abnehmen, einmal untere Bewehrung und Leitungen und einmal obere Bewehrung.

Wie sieht es aus, kennt jemand noch mehr Unterlagen als den eigenen Ingenieurgeist und den Bericht von Frau Thiele. Es gibt doch nicht nur in deutschsprachigen Ländern Stahlbetondecken mit kontrollierter Lüftung, oder?

Gruss Bernd Hahnebach
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Aw: Lüftungsleitungen in einer Betondecke 09 Jun 2011 10:46 #36491

Hallo zusammen,
immer mehr wird man mit diesem leidigen Thema konfrontiert.
Aber ist denn nicht eigentlich eine Filigrandecke mit Ortbetonergänzung in solchen Fällen sogar vorteilhaft, weil durch die Gitterträger eine gewisse Verbügelung der verbleibenden oberen und unteren "Betonflansche" stattfindet.
So ähnlich würde ich den Deckenquerschnitt sehen und auch für Biegung nachweisen und Querkraftnachweis mit abgeminderter Tragfähigkeit nach viel zitiertem Forschungsbericht. Wichtig denke ich, ist ein ordentlicher Abstand zwischen den Rohren, was gegebenenfalls allerdings den NAchteil hat, das der Querschnitt über die gesamte Spannweite gelöchert ist. :S

Oder bin ich gar auf dem falschen Dampfer?
Es wurde schon viel diskutiert, aber ich würde das Thema trotzdem gerne nochmal aufwärmen.

Grüße
Ameise
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Aw: Lüftungsleitungen in einer Betondecke 09 Jun 2011 13:12 #36494

Ob Filigrandecken von Vorteil sind, wage ich langsam zu bezweifeln.

Habe letzte Woche mal aus Interesse auf meiner Baustelle vorbeigeschaut.
Unten hat mich der Lüftungsbauer freundlich gefragt, ob ich beim nächsten Mal nicht angeben könnte, dass höhere Gitterträger eingebaut werden.
Von Lüftungsleitungen war während der Planung nie die Rede.
Da schwante mir schon böses...

Bin dann auf die Decke und mich hätte fast der Schlag getroffen!
Jetzt lagen 90er Flexrohre kreuz und quer auf der Decke und - was nicht passt wird passend gemacht - alles was an Gitterträgern aus der Elementplatte ragte und irgendwie störte war großzügig weggeflext.
Im Bereich eines Wandendes wurden die KST Träger abrasiert und ein DD für die Steigstränge und Verteilerboxen für die Lüftungsrohre (8x 90er Rohr) getemmt. Eigentlich gar nicht so schlimm, denn AUF der mittleren Tragwand lagen 2x90er Lüftungsrohr und 16x20er Kabellehrrohrbündel. Klar, war ja auch schön einfach zu verlegen, mussten ja keine Gitterträger abgeschnitten werden. Somit war das Durchstanzproblemo am Wandende auch entschärft, die KST Träger eigentlich überflüssig da eine Lasteinleitung aus der Decke in die Wand nicht mehr stattfinden konnte. Hätte ich auch gleich drauf kommen können. Aus der 2- Felddecke mit je 5 m Spannweite wurde aber leider eine Einfelddecke mit 10 m Spannweite. Auch nicht so tragisch, schließlich ging die Feldbewehrung ja gar nicht durch. Hätte mich schon gereitzt zu sehen, wie sich so eine Gelenkkette beim Ausschalen verhält.

Auf die Frage, wie denn bitteschön die Last aus der Decke jetzt noch in die Wand eingeleitet werden soll, ohne dass die Decke hier auf ganzer Länge durchstanzt sagte mir der freundliche Lüftungsbauer, dass klappt schon, er legt ein paar Zulagen über der Wand ein, das "hängt sich dann auf". Ich habe ihm dann gesagt, dass er sich wohl eher aufgehängt hätte, wenn die Maurer beim Ausschalen unter der Deckenplatte gelegen hätten weil er wohl so ziemlich das Dümmste ist, was auf Baustellen rumläuft.

Habe dann den Architekten und den Bauherrn auf die Baustelle gebeten. Auch die vermittelten mir den Eindruck, dass ich mich wegen so ein bisschen Tragwerk mal nicht so haben solle, "dat hält schon".

Habe dann in meiner Not gegen die mir entgegenstehende Beratungsresistenz die Bauaufsicht eingeschaltet. Der Prüfing ist offensichtlich genauso kleinkariert wie ich. Baustelle stillgelegt und bis zur Beseitigung der Mängel die Baugenehmigung vorübergehend eingezogen.

Ich schüttel nur noch den Kopf und mich schüttelt es bei dem Gedanken, was wohl passiert wäre wenn ich nicht zufällig auf der Baustelle gewesen wäre.
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