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THEMA: Lüftungsleitungen in einer Betondecke

Aw: Lüftungsleitungen in einer Betondecke 03 Mär 2010 16:34 #32083

So sehe ich das auch so Bauknecht.
Man muß sich wehren.
Keine Gnade mit diesen Statikignoranten ;)

Gruß

Jupp
Letzte Änderung: 03 Mär 2010 17:09 von Jupp.
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Aw: Lüftungsleitungen in einer Betondecke 04 Mär 2010 09:08 #32084

hi,

das schöne am genannten bericht:
das ergebnis ist (eigentlich ;) ) so trivial, dass jeder selbst drauf kommen könnte - aber das würde sich
(hoffentlich) niemand (zumindest der hier mitlesenden) "trauen".
warum dann einer veröffentlichung so unendliches vertrauen entgegengebracht wird, dass man sich
da planerisch dran hängen mag, erschliesst sich mir nicht - erst recht nicht, wenn ich mir die genese
der jüngsten unnormen (an denen hochkarätige fachleute beteiligt waren) bewusst mache!

im einzelfall mag es möglich sein, eine lüftungsleitung einzulegen - der reale nachweisaufwand ist
nach meiner erfahrung wesentlich grösser, als das die veröffentlichte berechnungsrabulistik vermuten
lässt - und:
wer führt denn den beweis, dass es sich bei einer so wunderbar eingängigen formel um eine regel der
technik oder wenigstens (das wäre u.u. noch zu vereinbaren) um den stand der technik handelt und
nicht "nur" um den stand der wissenschaft?
die unterschiede und die auswirkungen bei einem schaden oder auch nur mangel sollten jedem klar sein.

grüsse, markus
Markus L. Sollacher, Berat. Ing. BYIK
mlsollacherATt-onlinePUNKTde
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Aw: Lüftungsleitungen in einer Betondecke 04 Mär 2010 09:41 #32085

Aktueller Stand:

Die Lüftungsleitungen sollen jetzt in dem Estrich verlegt werden. Soweit gut, da sie aus der Betondecke raus sind.

Die Änderung zieht aber das nächste Problem mit sich, den Schallschutz der Decke. Diese ist nämlich eine Wohnungstrenndecke. Jetzt hätten wir an mehreren Stellen Rohrdurchführungen die den Schallschutz meines Erachtens erheblich beeinflussen.

Eine Verlegung der Rohre in einer abgehängten Decke wird im Wohnhausbau aus optischen Gründen kaum durchzuführen sein. So bleibt doch nur die Möglichkeit einer Verlegung in der Betondecke!? Nach Planungsgrundsätzen der Fa. HELIOS wäre bei 75 mm Rohren eine Mindestdeckenstärke von 220 mm besser 240 mm erforderlich. Planungsabstimmungen, damit die Rohre nicht im Bereich mit hohen Querkräften liegen etc., ebenfalls erforderlich.

Dieses Problem wird uns in Zukunft wahrscheinlich häufiger begegnen.

Gruß,
Ralf
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Aw: Lüftungsleitungen in einer Betondecke 04 Mär 2010 10:55 #32087

Moin,

vielleicht lohnt es sich im konkreten Fall darüber nachzudenken, ein dezentrales Lüftungssystem (Vorteil: keine Rohre) zu wählen. Gibt es ja, wenn mensch dem Glauben schenkt, auch mit Wärmerückgewinnung oder preiswerter als bedarfsgeführtes Abluftsystem.
Keine Schallprobleme (na ja, außer Lüftergeräusch), keine Strömungsprobleme, wenig Reinigungsbedarf und super zufriedene und nicht nörgelnde Statiker.
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Aw: Lüftungsleitungen in einer Betondecke 04 Mär 2010 10:57 #32088

Hi Ralf,

ist die Aussage in der HELIOS-Schrift wirklich ernst gemeint :ohmy: :

"Hinweis zur Statik:
...
Bei Berücksichtigung dieses Mindestabstandes [Anm.: genannt ist 1xDN zwischen den Rohren] und der vorgenannten Mindestunter- und Mindestüberdeckungen befindet sich das Lüftungsrohr in der unkritischen mittleren Bewehrungslage und tangiert das statische System des Gebäudes nicht."

Würde ich mir nach Abgabe einer Bedenkenanmeldung zusammen mit einer Haftungsfreistellung seitens Bauherrn und Fa. Helios schriftlich - mit Zweitfertigung für meine Versicherung - für jedes Bauvorhaben bestätigen lassen.

Die Skizzen und Angaben in dieser HELIOS-Schrift sind gruselig. Z.B. erfolgt die Leitungsverlegung unmittelbar vor und parallel zum Auflager...

Grüße aus den sonnigen Westmittelfranken
Berthold
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Aw: Lüftungsleitungen in einer Betondecke 04 Mär 2010 11:16 #32089

Also, die HELIOS-Schrift sehe ich nur als Planungsgrundlage für den Lüftungsplaner. Damit hat er etwas an der Hand, wonach er sich richten kann. Eine statische Überprüfung der Decke ist auf jeden Fall erforderlich.

Der Forschungsbericht aus dem Fraunhofer Verlag (habe ich mir mittlerweile übrigens ganz offiziell zugelegt) geht von Rohrabständen von mindestens dem dreifachen Durchmesser aus. Dies würde ich im Vergleich zur HELIOS-Schrift verändern. Und natürlich bleibt immer die Abstimmung der Rohrleitungsführung mit dem Statiker, damit die Rohre nicht im maximalen Querkraftbereich liegen. Entsprechend dem Forschungsbericht würde ich die Querkrafttragfähigkeit in der Platte abmindern und ggf. eine Schubbewehrung anordnen. Die Angaben von HELIOS haben für mich nur den Stand einer Planungsgrundlage, mehr nicht.

Gruß aus dem Norden,
Ralf
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