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THEMA: F90 Decke zum Spitzboden

Aw: F90 Decke zum Spitzboden 17 Mär 2013 12:03 #46498

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Hallo Andreas,

was in DEINEM Fall hier zutrifft, kann man kaum in einem Forum debattieren.

Belichtung, Belüftung etc. und nicht zuletzt was gegenüber dem Bauamt in der Baugenehmigung als Nutzung steht ist hierfür relevant.

Die von dir angegebene Geometrie ist zwar sehr spannend aber hier nicht zielführend.


In meinem 1. Posting steht:

Es würde mich wundern, wenn eine ausgebaute Zangenlage in NRW als Aufenthaltsraum gem. Bauordnung gelten würde.


Erwarte nicht Aussagen wie: " gem. EC2- Abs. 952173587, Nationaler Anwendungs-blabla 8888 sind in Oberhausen, Herne und Köln-Porz Modelleisenbahnzimmer im Spitzboden als Aufenthaltsräume anzusehen "
Das sind im Einzelfall vom Entwurfsverfasser zu treffende Annahmen Und diese Annahmen sind (sofern genehmigt) vom Bauherrn (oder Nutzer) zwingend einzuhalten!

Gruß Gustav
Me transmitte sursum, Caledoni!
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Aw: F90 Decke zum Spitzboden 19 Mär 2013 05:46 #46547

Für BW würde es sich so darstellen:

- Frage 1: Darf der Dachraum als Aufenthaltsraum genutzt werden?
LBO BW, § 34
„Aufenthaltsräume
(1) Die lichte Höhe von Aufenthaltsräumen muss mindestens betragen:
1. 2,2 m über mindestens der Hälfte ihrer Grundfläche, wenn die Aufenthaltsräume ganz oder
überwiegend im Dachraum liegen; dabei bleiben Raumteile mit einer lichten Höhe bis 1,5 m
außer Betracht, ... "

- Frage 2: Welche sonstigen Anforderungen müssen dann erfüllt werden (Lichteinfall, Belüftung)?
LBO BW,§ 34
„(5) Bei Aufenthaltsräumen, die nicht dem Wohnen dienen, sind Abweichungen von den Anforderungen der
Absätze 2 und 3 zuzulassen, wenn Nachteile nicht zu befürchten sind oder
durch besondere Einrichtungen ausgeglichen werden können."

- Frage 3: Welche Gebäudeklasse ergibt sich durch die Umnutzung und damit die geforderten
Feuerwiderstandsklassen der einzelnen Bauteile?
LBO BW, §2
„Begriffe
(4) Gebäude werden in folgende Gebäudeklassen eingeteilt:
....
....
....
....
....
Höhe im Sinne des Satzes 1 ist das Maß der Fußbodenoberkante des höchstgelegenen
Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum möglich ist, über der Geländeoberfläche im Mittel."

Das findest man so oder so ähnlich auch in jeder anderen LBO.
So wie es sich darstellt hat das Bauamt ja schon festgestellt und fordert jetzt die F90.
Bei uns wäre es eine F60, wenn H<10m, überprüfe das doch mal.
Wenn H >10m und <13m und wenn die Feuerwehr innerhalb der vorgesehenen Hilfsfrist über
geeignetes Rettungsgerät verfügt und ein zweiter baulicher Rettungsweg besteht dann auch F60, sonst F90.
Steht bei uns in der Ausführungsverordnung zur LBO.


Zum Brandschutz noch ein Verweis auf die Bauregelliste, Anlagen zur Bauregelliste A Teil 1:

Nach deutschem Baurecht muss die Feuerwiderstandsfähigkeit von Decken grundsätzlich
sowohl von oben nach unten als auch von unten nach oben erfüllt sein. Die europäischen
Klassifizierungen berücksichtigen eine Brandbeanspruchung von unten nach oben.
Damit auf eine zusätzliche Brandprüfung mit Brandbeanspruchung auf der Oberseite
verzichtet werden kann, müssen feuerwiderstandsfähige Holzbalkendecken bei den
Brandprüfungen oberseitig mindestens die nachfolgenden konstruktiven Bedingungen
erfüllen:

Feuerwiderstandsklasse REI 60:
Variante 1:
13 mm Spanplatten bzw. 21 mm gespundete Schalung und
15 mm nichtbrennbare Dämmstoffe aus Mineralfasern mit einem Schmelzpunkt ≥ 1000 °C und
20 mm Estrich bzw. nichtbrennbare Trockenestrichplatten (mind. Klasse A2)
oder
Variante 2:
13 mm Spanplatten bzw. 21 mm gespundete Schalung und
30 mm Estrich bzw. nichtbrennbare Trockenestrichplatten (mind. Klasse A2)

Feuerwiderstandsklasse REI 90:
Variante 1:
13 mm Spanplatten bzw. 21 mm gespundete Schalung und
15 mm nichtbrennbare Dämmstoffe aus Mineralfasern mit einem Schmelzpunkt ≥ 1000 °C und
30 mm Estrich bzw. nichtbrennbare Trockenestrichplatten (mind. Klasse A2)
oder
Variante 2:
13 mm Spanplatten bzw. 21 mm gespundete Schalung und
40 mm Estrich bzw. nichtbrennbare Trockenestrichplatten (mind. Klasse A2)
Letzte Änderung: 19 Mär 2013 05:49 von Jörg.
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