Durchstanzbemessungs-programmtest (14.10.02)/(11.03.03)

Softwarevergleich Dübelleistenprogramme(14.10.02)aktualisiert(11.03.03)

Bei dem Test der aktuellen Versionen der Dübelleistenbemessungsprogramme wurden folgende Unterschiede gegenüber den von uns früher verglichenen Versionen festgestellt:

1. HALFEN ( aktuell 6.10)

- Im Übergangsbereich zwischen der Bemessung nach der Zulassung und der Ingenieurmäßigen Lösung kamen früher Leisten mit ls > 4*hm, ohne dass der Anwender darauf hingewiesen wurde. In der aktuellen Version wird man bei der Eingabe gefragt ob diese Lösung akzeptiert wird oder nicht, jedoch ohne jeglichen Hinweis darauf im Berechnungsausdruck. - Neu ist eine Bemessung nach polnischer Zulassung bzw. UK-Standard möglich. - Bei der Durchstanzbemessung über einspringenden Ecken gibt es eine neue Einschränkung der Wandabmessungen: Die Einflussbreite der Wand darf nicht größer sein als die zweifache Deckendicke ( b <= 2*Do ). Dies gilt allerdings nicht für die Wandenden. - Neu ist auch die Möglichkeit der graphischen Leisten- und Bewehrungsdarstellung. Hier kann die Elementanordnung geändert und an die evtl. vorhandenen Aussparungen angepasst werden. - Das Layout der Berechnungsausgabe wurde überarbeitet, die bemessungsrelevanten Angaben haben sich nicht geändert.

2. SCHOECK ( Bole B6, Version 1.5.6 )

- Bei einer nicht rotationssymmetrischen Biegebeanspruchung der Deckenplatte ( z.B. bei Randstützen ) wird nun auch bei SCHOECK die Bemessungsquerkraft proportional der Schubspannungserhöhung angehoben. - Bei höheren Durchstanzlasten ermittelt das Programm entsprechend diversen Gutachten und DIN 1045-NEU automatisch Leistenlängen 4*hm < ls < 5.5*hm. Den Hinweis darauf findet man in dem Berechnungsausdruck. Diese Lösung liegt, wie bei HALFEN außerhalb der Zulassung! - In der aktuellen Version fanden wir einen neuen Fehler: Bei Eingabe von unsinnigen Bewehrungsgehalten ( z.B. 25 % ) gibt es keine Fehlermeldungen ( auch nicht im Ergebnisausdruck ). Intern arbeitet das Programm aber mit den nach DIN 1045 max. zulässigen Werten.

3. JORDAHL ( JDA 1.1 )

- Bei dem Durchstanzbemessungsprogramm von JORDAHL wurden bis jetzt keine wesentliche Unterschiede zu der früher beschriebenen Version JDA 1.01 gefunden {mospagebreak}


 

Dübelleistenvergleich

  1. Allgemeine Bemerkungen zu untersuchten Durchstanzbemessungsprogrammen

Wir haben für Sie die gängigen Dübelleistenprogramme getestet.
Die Hersteller DEHA, Halfen, Schoeck und Jordahl bieten kostenlose
Bemessungsprogramme für Ihre Produkte an.
(siehe Linkliste am Ende des Artikels)

Vergleichs
-kriterium

DEHA 

DH – DL 8.0

HALFEN 

HDB 5.00

SCHOECK

BOLE 2/2002

JORDAHL

JDA 1.01

Verwaltung

Mäßige Verwaltung mit max. 25 Ebenen pro Pos, Pos nicht projektbezogen, sondern jeder Pos. wird ein Projekt zugewiesen

Schlechte Verwaltungsmöglichkei-ten. Scheinbar werden nur Stücklisten gespeichert

Sehr gute Verwaltung (F+L Explorer) -> Unterteilung nach Projekten und Pos. vergleichbar mit Win-Explorer

Gute Verwaltung, projektbezogene Speicherung von Pos. Übername von Pos. aus unterschiedlichen Projekten möglich.

Bemessungs-vorschrift

Bemessung nach DIN 1045 und Zulassung wählbar, falls DIN-Bemessung nicht möglich, erfolgt eine automatische Umstellung auf Bemessung nach Zulassung
(wird gemeldet )

DIN 1045 + Zulassung, wenn DIN-Bemessung nicht mehr möglich ist, werden Optionen zur Bemessung nach Zulassung bzw. Stützenkopfverstärkung mit oder ohne Schubbewehrung angeboten.

DIN 1045 + Zulassung, Falls DIN-Bemessung nicht möglich sind andere Optionen wählbar: Stützenkopfverstärkung
( mit oder ohne Schubbewehrung ), bzw. Bemessung nach der Zulassung.

DIN 1045 + Zulassung, Eine unzulässige DIN-Bemessung wird unter  Angabe nicht eingehaltener Werte abgelehnt. Die Berücksichtigung einer Stützenkopfverstärkung mit evtl. Schubbewehrung möglich.

Bemessungs-fälle
Stützen

Innen-, Rand- und Eckstützen (rund / recht-eckig), Wandende, Wandinnenecke

-//-

-//-

-//-

Bemessungs-fälle Platten

Decken- und Fundamentplatten, Elementdecken

-//-

-//-

Nur Bemessung von Decken möglich

Layout Eingabemaske

Unterteilt in Register: Eingabe Platte / Eingabe Stütze / Ergebnisse / Anordnung und Standardausführungen. Berechnung erfolgt beim Öffnen des Ergebnisregisters. Zusätzliche Eingabemöglichkeiten für Sondereinstellungen, Aussparungen. Einzugebende Werte werden nur erläutert, falls der Mauszeiger sich gerade über dem entsprechenden Feld befindet.

Alle Eingaben auf einer Fläche, Berechnung der Ergebnisse durch anklicken entspr. Taste. Extrabefehlleiste zur Anwahl und Steuerung der Ergebnisausgabe, Projektaten, Stücklisten etc. Bei Dateneingabe werden Erläuterungen zu einzugebenden Werten eingeblendet. Grafische Erläuterung zu den meisten Eingabedaten sind vorhanden.

Eingabe ähnlich dem Bemessungsprogramm von HALFEN. Bemes-sung läuft parallel zur Dateneingabe, Ergebnis wird in entspr. Leiste angezeigt, wo auch evtl. Fehlermeldungen oder Hinweise eingeblendet werden. Zoomfunktion ermöglicht beliebige Vergrößerung der grafischen Darstellung.

Eingabemaske erinnert sehr an die Programme von HALFEN und SCHOECK. Ein Befehlsknopf startet die Bemessung, Ergebnis enthält grafische Darstellung des Systems und Angebe der ermittel-ten Leisten. Der Zugriff auf verschiedene Eingabepunkte ist über den „Eingabebaum“ oder extra Befehlsleiste möglich. Eine knappe Erläuterung der einzugebenden Werte analog DEHA.

Aussparungen
( A )

Eingabe von max. 5 A. (Achsabstände + Lichtmaße). Zu große A. werden nicht reklamiert, Bemessung geht aber nicht. Keine grafische Unterstützung der Eingabe. A. sind an Angaben im Register „Eingaben Stütze“ erkennbar. In der Ausgabe Auflistung der A. mit Hinweisen bei Verlegeanordnung.

Eingabe von max. 5 A. ( Winkel oder Koord ). Winkeleingabe nicht klar. Koord.-Eingabe übersichtlich, mit graf. Unterstützung. Meldung bei problematischen A. In der Eingabemaske sind A. am Optionsfeld „Aussparungen mit / ohne “ erkennbar. Ausgabe: ein Hinweis, Aussparungen zu beachten.

Ebenso max. 5 A. Koord.-Eingabe Übersichtlich, mit graf. Unterstützung. Meldung und Hinweise bei problematischen A. In der Eingabe werden A. im Grafik-Feld dargestellt. In der Ausgabe Angabe von dui + dalpha und Aussparungsdarstellung im graphischen Teil.

Mehrere A. können über kartesische oder polare Koordinaten eingegeben werden. Eingabe verständlich und übersichtlich, mit hilfreichen Zusatzfunktionen. Meldungen und Hinweise bei A., die unzulässig sind. Darstellung von A. im Grafik-Feld ist maßstabgetreu. Zu einer SCHOECK – ähnlichen Ausgabe ist gesonderter Ausdruck der A: möglich

Dübelleisten
-wahl

Grundsätzlich 3 Möglichkeiten:
1)  manuell – Programm führt Bemessung durch, Anwender ermittelt Dübel und Anordnung.
2) automatisch – Programm bestimmt die erforderlichen Dübel-leisten selbst.
3) halbautomatisch – Programm wählt eine bestimmte Dübelleiste, aber der Anwender kann eine andere Standardleiste entspr. der Berechnung aussuchen.

Ebenso mehrere Möglichkeiten: Dübeldurchmesser und die Leistenanordnung können automatisch und manuell bestimmt werden, eine Kombination dieser Optionen ist möglich.

Das Programm macht eine Empfehlung entsprechend der Bemessung, der Anwender kann parallel dazu den Dübeldurchmesser deren Anzahl pro Leiste bzw. Anzahl der Leisten pro Stütze bestimmen.
Zusätzlich bietet das Programm die Möglichkeit, die Anordnung der Dübelleisten über die Koordinaten des Leistenanfangs und die Leistenausrichtung zu ändern.

Die vom Programm ermittelte Dübelleisten können manuell modifiziert werden
( Bolzendurchmesser und Leistenanzahl ). Eine geteilte oder ungeteilte Ausführung der Leisten kann ebenso bestimmt werden.
Die Leistenanordnung kann nach gleichem Prinzip wie beim Programm von SCHOECK beliebig geändert werden.

Ausgabe in eine DXF-Datei Alle 3 Programme bieten dem Anwender die Möglichkeit, ermittelte Ergebnisse in Form einer dxf-Datei an ein CAD Programm weiterzugeben, wobei es zwischen einzelnen Ausgabedateien Unterschiede gibt:

Die Dateien ( Text und Grafik ) können in den Formaten .bmp, .jpg und .emf exportiert werden. Im Gegensatz zum .dxf-Format werden diese aber nicht von allen CAD-Programmen unterstützt.

Textangaben zu Dübelleistenanzahl, -typ (Art.-Nr.), Dübelabstän-den und Position mit einer maßstabgetreuen Schnitt- und Grundrissdarstellung der Dübelleisten ohne Vermassung.

Aussparungen werden dargestellt, die Leistenanordnung ist darauf aber nicht abgestimmt.

Textangaben zu Dübelleistenanzahl, -typ (Art.-Nr.), und Position.

Eine vermasste Schnitt- und unvermasste Grundrissdarstellung der Dübelleisten.

Keine Aussparungsdarstellung.

Keine Textangaben. Vermasste Schnitt- und unvermasste Grund-rissdarstellung der Dübelleisten.

Aussparungen werden mit der Angabe der Aussparungsnummer dargestellt. Die Anordnungsangabe stimmt mit der evtl. manuell geänderten überein.

Layout
Ausgabe

Wiedergabe der Eingangsdaten, Spannungsnachweise in beiden Rundschnitten, Ermittlung von nc + nd in Abhängigkeit von Bolzen-ø und Wahl der Dübelleisten. Grafik: Grundriss und Schnitt mit Textangaben zu Maßen.

Gut detaillierte Angaben zu Grenzspannungen, vorh. Bewehrungsgehalt und gewählten Dübeln. Eine manuelle Leisten- und Anordnungsberechnung anhand ermittelter Daten ist möglich.

Schnittdarstellung und Angabe der Dübelleiste, gefolgt von den Ein-gangsdaten mit der Anordnung der Kombinationen. Nach Spannungsnachweisen in beiden Rundschnitten erfolgt die durchmesserabhängige Dübelanzahlbestimmung  und die Wahl der Dübelleisten.

Knappe und übersichtliche Darstellung des Wesentlichen. Keine Detailangaben zu Aussparungen

Die Ausgabe ähnelt im wesentlichen der von HALFEN, die grafische Darstellung enthält jedoch die evtl. vorhandenen Aussparungen. Die Nachweise in beiden Rundschnitten werden von der Bemessung der Durchstanzbewehrung in Bereichen C und D und der Angabe des gewählten Dübelleistentyps und der Anzahl abgeschlossen. Auch hier  übersichtliche Angaben zum Wesentli-chen.

In der Ausgabe werden die Eingangsdaten detailliert aufgeführt. Darauf folgen Spannungsnachweise in beiden Rundschnitten mit dem Nachweis der geometrischen Forderungen der Zulassung. Bei JORDAHL gibt es keine Angabe der Querkraft zur Bemessung der Dübel, sondern nur die gewählte Leistenanzahl und deren Typ. Die evtl.
vorhandenen
Aussparungen werden richtig dargestellt.

Reaktion der Programme auf einigen beabsichtigten Fehleingaben
hm > d / hm
<< d

Sofortige Meldung, dass hm unzulässig ist, hm wird automatisch auf d–4,0 cm reduziert, eine Fehlbe-messung aus diesem Grund ist unwahrscheinlich. Ein deutlich zu kleiner Wert von hm bleibt unbemerkt.

Falscheingabe wird bei der Neuberechnung mit hilfreichem Hinweis reklamiert. Ein deutlich zu geringer hm – Wert wird auch nicht angenommen. Das Programm gibt  einem entsprechendem Hinweis.

Falls man versehentlich für hm einen zu großen Wert eingibt, setzt das Programm den Wert auf hm=d-1,0cm ohne einen Hinweis, was vom Anwender übersehen werden kann. Ein deutlich zu geringer Wert bleibt leider unerkannt.

Es werden nur Werte akzeptiert, für die gilt: d0c ³ hm. Zu der Falscheingabe liefert das eine Erklärung des Fehlers. Ein zu kleiner hm – Wert wird ohne Meldung angenommen.

Bewehrungs-gehalt zu groß

Bei B25 und μ > 1,25 bzw. B>35 und μ > 1,25 werden automatisch max. zulässige Werte angesetzt

Der Eingabefehler wird erkannt, muß aber von Hand korrigiert werden

Die falsche Eingabe wird für die Berechnung akzeptiert, bei der Ergebnisausgabe dem zul. Wert aber gegenübergestellt. Zusätzliche Meldung in der „Info“ – Leiste, sich die Information anzuschauen.

Bei B25 und μ > 1,25 bzw. B>35 und μ > 1,25 werden automatisch max. zulässige Werte angesetzt

Falsche Beton
-überdeckung

Vom Programm wird eine Mindestbetonüberdeckung für Bolzendübel angesetzt. Zu große Betonüberdeckung wird als unzulässig nicht akzeptiert

Das Programm setzt eine Mindestüberdeckung an, bei zu großen Überdeckungen wird auf den Zusammenhang zwischen d, hm und c hingewiesen

Es gibt auch hier eine Mindest-betonüberdeckung. Außerdem weist das Programm auf die minimal mögliche Höhe der Bolzen, ohne die evtl. falsche Betondeckung zu erwähnen, hin.

Das Programm achtet darauf, dass  d0 ³ hm + c. Die Angabe einer deutlich zu kleinen Betondeckung bis mind. 1.0 cm ist aber möglich und wird vom Programm nicht bemängelt.

Falsche Stütz-
enabmess
ungen

Mit DIN 1045 nicht übereinstimmende Stützenabmessungen werden gemeldet und es werden auch Hinweise zur richtigen Ausführung gegeben.

Bemessung
nach
DIN 1045

Bemessung wird durchgeführt ( Ergebnis: erf. Schubbemessung pro Stütze ), keine Ermittlung der Stützenkopfverstärkung möglich.

Bemessung wird durchgeführt, Ausgabe enthält erf. Schubbewehrung und Angaben zur Stützenkopfverstärkung, keine Grafik dazu.

Übersichtliche Bemessung der Schubbewehrung mit Ausgabe der erf. Schubbewehrung + grafische Ausgabe der evtl. Stützenkopfverstärkung

Durchführung der Bemessung im zulässigen Bereich mit Angabe der erf. Schubbewehrung. Stützenkopfverstärkung möglich mit vernünftiger grafischen Ausgabe.aktueller Softwarevergleich Dübelleistenprogramme

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  1. Vergleich der verschiedenen Bemessungsfälle und evtl. Programmbesonderheiten

Bemessungs-fall

DEHA

DH – DL 8.0

HALFEN

HDB 5.00

SCHOECK

BOLE 2/2002

JORDAHL

JDA 1.01

Innenstütze
( rechteckig / rund )

Beide Programme kommen zu gleichen Ergebnissen

Normalerweise gleiche Ergebnisse wie bei DEHA und HALFEN, bei Steigerung von Qr erfolgt die Anordnung eines zusätzlichen Bolzens im Bereich D allerdings bei etwas höherer Querkraft ( um einen Dübel kürzere Leisten ).*

Bei einer bestimmten Zusammensetzung von Last / Stützenquerschnitt / hm wird eine Leiste we-niger ermittelt als bei der Konkurrenz, wobei u.U. dar Bolzendurchmesser größer ist.**

Eine nicht nachvollziehbare Ermittlung der aufzunehmenden Querkraft im Bereich D.

 
Randstützen / Eckstützen (rechteckig / rund )

Beide Programme liefern gleiche Ergebnisse, beim Überschreiten der zulässigen Tau–Werte im äußeren Rundschnitt wird eine ingenieurmäßige Lösung*** angeboten.

Das Programm erhöht laut DIN 1045 – 22.1.1(3) die Schubspannungen um 40%, die Dübel selbst werden aber nur für die einfache Querkraft bemes-sen****.

Gleiche Vorgehensweise wie bei SCHOECK. Die Besonderheit unter** bleibt auch hier erhalten.

Eine nicht nachvollziehbare Ermittlung der aufzunehmenden Querkraft im Bereich D.

 

Wandinnenecke / Wandende

Beide Programme ermöglichen einer rechnerische Begrenzung der Einflussbreite der Wandinnenecke bzw. des Wandendes b bis max. b = 2 x d.
Die Ergebnisse der Bemessungen stimmen gut überein, nur bei Qr – Werten nahe der zul. Grenzschubspannungen gibt es geringfügige Unterschiede in aufnehmbaren Belastungen oder Leistendimensionierungen. Bei Erreichen der Grenzschubspannungen im äußeren Rundschnitt werden Ingenieurmäßige Lösungen*** angeboten.

Keine rechnerische Begrenzung der Einflussbreite der Innenecken bzw. Wandenden sondern b wird automatisch zu  b = 2 x d gesetzt. Bei gewissen Kombinationen von Wanddicke und Qr entspricht die ermittelte Leistenanordnung (Ab-stand der Leisten untereinander im Rundschnitt hm ) nicht der Zulassung - die Anzahl der Leisten muss von Hand erhöht werden. Wie bei Rand- und Eckstützen, ein anderer( als bei DEHA und HALFEN) Umgang mit der 40%-gen Erhöhung der Schubspannungen bzw. der Querkraft****.

Eine nicht nachvollziehbare Ermittlung der aufzunehmenden Querkraft im Bereich D.

 

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  1. Erläuterung der mit „*“ gekennzeichneter Punkte

*) Scheinbar erreichen SCHOECK - Leisten Aufgrund anderer Dübelabstände u. U. mit geringerer Dübelanzahl die Länge ls = mind. erf. ls,< 4hm (so dass die Schubspannung im äußeren Rundschnitt [Tau r,au] die max. zul. Werte von [Tau011] bzw.[(Kappa1 x Tau011 x hm / (hm+0,25 x ls)] nicht überschreitet). Die sich aus dieser Überlegung ergebende Dübelanzahl pro Leiste wird dann zum Nachweis der Dübel ( zul. F > vorh. F ) herangezogen.

**) Offensichtlich richtet sich das Bemessungsprogramm von JORDAHL bei der Wahl und Anordnung der Dübelleisten in erster Linie nach geometrischen Forderungen der Zulassung   (Abstand zwischen zwei benachbarten Bolzen am inneren Rundschnitt ). Der Bolzendurchmesser richtet sich dann nach der Anzahl der Dübel pro Leiste im Bereich C und nach der aufzunehmenden Querkraft Qr.

***) Die sog. Ingenieurmäßige Lösung wird von DEHA und HALFEN angeboten. Das SCHOEK - Programm wird in seiner nächsten Version um diesen Punkt erweitert. Bei DEHA besteht die Ingenieurmäßige Lösung darin, dass die Leistenlänge bis zu einem Wert von ls < 5,5 x hm vergrößert wird, so dass die Schubspannungen im äußeren Rundschnitt eingehalten werden. Man darf dabei nicht außer Acht lassen, dass diese Lösung nicht von der Zulassung abgedeckt wird ( in der Online – Hilfe zum Programm besteht DEHA deswegen darauf, bei Anwendung der Ingenieurlösung eine Rücksprache mit dem Prüfingenieur und DEHA zu halten ).

Eine detailliertere Ingenieurmäßige Lösung und deren Beschreibung bietet dagegen das HALFEN – Programm an. Falls die zul. Schubspannung im äußeren Rundschnitt bei maximalem Wert von ls = 4 x hm und einem Lasterhöhungsfaktor von 40% nicht eingehalten werden kann, werden 3 Lösungsmöglichkeiten geboten wobei der innere Rundschnitt immer mit einem LEF von 40 % nachgewiesen wird:
a)       lsa = ca. 4 x hm ( max. zulässiger Wert nach Zulassung ) und LEF außen < 40 %
In diesem Fall ermittelt das Programm die aufnehmbare Querkraft, bei der die zul. Schubspannung im äußeren Rundschnitt (ls = 4 x hm) gerade noch eingehalten werden und setzt diese Querkraft in Verhältnis zur eingegebenen Belastung Qr. Dieses Verhältnis ist der neue LEF, der allerdings lt. DIN 1045 22.1.1(3) extra nachgewiesen werden muss ( z. B. über die Lasteinzugsflächen ).
b)       lsb = lsa + ca. 0.7 x hm ,LEF außen kann größer aber auch kleiner 40 % sein
Nun wird im ersten Schritt der Radius des äußeren Schnittes um ca. 0.7 x hm erhöht. Im zweiten Schritt wird die Lösung a) wiederholt, so dass man ein Ergebnis mit einem höheren LEF und ls > 4 x hm bekommt.
c)       lsc = lsa + ca. 1.4 x hm ,LEF außen > 40 %
Diese Lösung ist eigentlich eine Wiederholung der Lösung b) mit dem Unterschied, dass ls und LEF noch größer werden.
Von diesen drei entspricht alleine die Lösung a) der Zulassung ! ( sowohl bei DEHA als auch bei HALFEN ).

Fazit: die im Hintergrund der Ingenieurlösungen von DEHA und HALFEN ( hier Lösungen b) und c) ) stehende Erhöhung von ls bis max. 5.5 x hm ist theoretisch möglich und durch Gutachten belegt, aber noch in keiner Zulassung enthalten. Aus diesem Grund wird sie von den meisten Prüfingenieuren abgelehnt, so dass man ggf. die Ingenieurlösung a) von HALFEN nehmen und anschließend den neuen Lasterhöhungsfaktor, der kleiner 40% ist, entsprechend DIN 1045 22.1.1(3) nachweisen muss.

****)
Laut DIN 1045 22.1.1(3) muss eine nicht rotationssymmetrische Biegebeanspruchung der Platte berücksichtigt werden. Ohne einen näheren Nachweis müssen dafür die vorhandene Schubspannungen pauschal um 40% erhöht werden. Dieser Punkt ist in allen drei Programmen berücksichtigt. Bei der Bemessung der Durchstanzbewehrung ( Dübelleisten ) gibt es aber einige Unterschiede: Während DEHA und HALFEN bei der Bestimmung der Dübelleisten auch die vorh. Querkraft um 40% erhöhen und daraus die Anzahl und den Durchmesser der Dübel bestimmen, wird bei SCHOECK die Querkraft hierfür nicht erhöht berücksichtigt. Lt. SCHOECK ist die 40%-ge Erhöhung von Qr bei DEHA und HALFEN auf die Anpassung aneinander (im Rahmen einer gemeinsamen Unternehmensgruppe) und an die neueste Zulassung zurückzuführen. Die Durchstanzbemessung von SCHOECK wird demnächst ebenso aktualisiert und an die neue Zulassung und DIN angepasst (uns wurde angedeutet, dass die Bemessungen klarer und saubererer definiert und durchgeführt würden). Danach dürften diese Unterschiede in der Bemessung nicht mehr vorhanden sein.

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4. Zusammenfassung


Bei unserem Vergleich der Durchstanzbemessungsprogramme von DEHA, HALFEN und SCHOECK beschränkten wir uns auf die Untersuchung der Deckendurchstanzbemessungen. Dabei könnte man die Vor- und Nachteile dieser Programme ( von denen zwei – DEHA und HALFEN eigentlich zu einem Unternehmen gehören ) folgendermaßen zusammenfassen:

In der Gestaltung der Eingabefächen (bzw. Eingabefreundlichkeit der Ausgangsdaten) ist SCHOECK der Sieger. Hier überzeugt die Übersichtlichkeit der Eingaben und die durch den Programmaufbau vorhandene Möglichkeiten, die Auswirkung jeder Datenänderung auf das Ergebnis mitzuverfolgen. Zusätzlich werden parallel zu vielen Eingaben die grafische Darstellungen des Systems aktualisiert. Den zweiten Platz teilen die Programme von HALFEN und JORDAHL. Zwar ist die Eingabe von Ausgangsdaten bei diesen Programmen ebenso übersichtlich, deren Auswirkungen auf das endgültige Ergebnis (auch verschiedenen Fehlermeldungen) sind aber immer mindestens einen Mausklick von der Eingabe entfernt, was bei einer Herantastung an ein bestimmtes Ergebnis bzw. bei Optimierung der Eingaben nervig werden kann. Während die grafischen Darstellungen bei JORDAHL in etwa der von SCHOECK gleicht, ist sie bei HALFEN schlechter. Dies wird aber durch viele hilfreiche Hinweise (z. B. bei unklaren oder eventuell falschen Angaben) wieder wettgemacht. Am unbequemsten ist die Dateneingabe bei DEHA. Die Sprünge zwischen einzelnen Registern
(Decke, Stütze, Ergebnisse etc.) sind zwar allgemein gesehen nichts Schlimmes, die Arbeit mit den Programmen der Konkurrenz ist aber wesentlich angenehmer. Ein zusätzliches Plus bei SCHOECK und JORDAHL ist die Möglichkeit die vorgeschlagene Dübelleistenanordnung manuell zu ändern, um zum Beispiel die Lage von Aussparungen zu berücksichtigen.

Die Anwendungsmöglichkeiten der Bemessungsprogramme von SCHOECK, HALFEN und DEHA sind bis auf wenige Ausnahmen (z. B. fehlende Berechnung der Stützenkopfverstärkung bei DEHA ) identisch und ermöglichen es, jedes System im Rahmen der DIN 1045 bzw. der entsprechenden Zulassung zu untersuchen. Das Programm von JORDAHL beschränkt sich dagegen auf die Durchstanzbemessung von Betonplatten, was den Anwendungsbereich dieses Programm einschränkt. Einen großen Unterschied einer anderer Art bilden die „ingenieurmäßigen“ Lösungen von DEHA und HALFEN, die allerdings nicht immer von Prüfingenieuren akzeptiert werden (sh. Punkt 4*** weiter oben), SCHOECK möchte diese Option in der nächsten Version seines Programms ebenso anbieten.

Die Ausgaben der Bemessungsergebnisse, die bei jedem Programm etwas anders gestaltet wurden, sind ungefähr gleichwertig. DEHA bietet mehr Informationen in Textform zu gewählten Dübelleisten und deren Bemessung, HALFEN, SCHOECK und JORDAHL fassen diese Angaben in der grafischen Darstellung der Ergebnisse zusammen. Als einziges Programm bietet JORDAHL in der Ergebnisausgabe keine Informationen darüber, wie die gewählten Kopfbolzendübel mit der aufzunehmenden Last zusammenhängen. Die Grafiken bei SCHOECK und JORDAHL geben gute Informationen über Aussparungen. Eine evtl. vorhandene Stützenkopfverstärkung wird jedoch nur bei SCHOECK dargestellt.

In der Übereinstimmung der Bemessungsergebnisse liegen DEHA und HALFEN sehr nahe bei einander (fast immer gleiche Ergebnisse). Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied zwischen diesen beiden Programmen und deren Konkurrenten SCHOECK und JORDAHL bei der Deckendurchstanzbemessung in Fällen der Rand- / Eckstützen und Wandinnenecken bzw. –enden, auf den wir im Punkt 3**) (sh. weiter oben ) hingewiesen haben.

Bei jedem Programm außer JORDAHL können die Bemessungsergebnisse als dxf – Datei an ein CAD – Programm exportiert werden. Während DEHA und HALFEN neben einer Zeichnung noch den Text dazu liefern (Position, Leistentyp), beschränkt sich SCHOECK auf eine gute Zeichnung, die genau der Ausgabezeichnung entspricht (Aussparungen, evtl. manuelle Änderungen der Leistenanordnung). JORDAHL bietet einen Datenexport in Formaten .bmp, .jpg und .emf (sowohl Text als auch Grafik ).

Zusammenfassend ist aus unserer Sicht das SCHOECK-Programm das bequemere und einfachere in der Anwendung, obwohl der Vergleich der Bemessungsergebnisse bei dem Einen oder Anderen ein gewisses Misstrauen wecken könnte ( sh. Punkt 3***), was allerdings mit der Ausgabe der nächsten Version geklärt werden sollte.

 

Links zu den Herstellern:

Deha               Halfen            Schöck

Jordahl

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