Halfen Deha Meldung

Geschrieben von Administrator am . Veröffentlicht in Aktuelle Pressemeldungen

Hoch korrosionsbeständig: HCR-Halfenschienen

 

Mehr Sicherheit im Tunnel oberstes Gebot

 



Die Katastrophe im schweizerischen Uster, bei der im Jahr 1985 12 Menschen durch eine herabstürzende Hallenbaddecke getötet wurden, war Anlass, die Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit von Verankerungen aus nichtrostenden Stählen neu einzustufen.

Bei der Abhängung der Betondecke des Hallenbades handelte es sich um Rundstahlbügel mit 10 mm Durchmesser aus austenitischem Chrom-Nickel-Stahl mit der Werkstoff-Nr. 1.4301, auch bekannt als Edelstahl A2. Aus der chlorhaltigen Luft bildete sich auf der Metalloberfläche ein saurer, chloridhaltiger Feuchtigkeitsfilm. Dieser führte zu lokalen Anfressungen der Bügel und infolge der Spannungsrisskorrosion schließlich zum Versagen der Bügel.

Weitere Untersuchungen an Verankerungen in Tunneln zeigten, dass chloridhaltige, metall- und betonangreifende Ablagerungen vorhanden waren. Des Weiteren gleichzeitig ein aggressives Klima, das durch saure und oxidierende Atmosphäre gekennzeichnet war.

Selbst der sonst in zahlreichen Vorschriften vorgeschriebene nichtrostende Stahl mit der Werkstoffnummer 1.4571, früher Edelstahl A4 oder V4A genannt, erreicht unter diesen Bedingungen nicht die erforderliche Beständigkeit. Lediglich die nichtrostenden Stähle der Korrosions-Widerstandsgruppe IV gemäß Anlage 1 der bauaufsichtlichen Zulassung Nr. 30.3-6 für „Erzeugnisse, Verbindungsmittel und Bauteile aus nichtrostenden Stählen“ werden für Verankerungen in Hallenbädern, Straßentunneln, schlecht belüfteten Parkgaragen und Kläranlagen als ausreichend sicher eingestuft.

Gemeint ist legierter Stahl mit Zusätzen aus Chrom, Nickel, Molybdän, Kupfer und Stickstoff in genau definierten Mengen. Diese nichtrostenden HCR-Stähle (High Corrosion Resistent) tragen die Werkstoffnummern 1.4529, 1.4547 und 1.4565.

Die Vorschriften in der Schweiz, dem Land der Tunnelbauweltmeister, sind eindeutig: Die SIA 179 schreibt in Abschnitt 4.14 und in Tabelle 11 für Befestigungsmittel in Tunneln diese hochlegierten, nichtrostenden Stähle der Gruppe IV vor. Bei Neubauten von Straßentunneln in Deutschland dürfen entsprechend der ZTV-ING* Befestigungsmittel und Leerrohre nur noch aus den Werkstoffen 1.4529 oder 1.4547 eingesetzt werden. HCR-Halfenschienen entsprechen diesen Anforderungen.

Ein erstes Projekt mit dieser Ankerschiene aus dem Werkstoff 1.4547 wird im Frühjahr 2004 in Berlin ausgeführt. Im Zuge des Neubaus der Stadtautobahn A 113 werden auf einer Gesamtlänge von 1200 m Tunnelbauwerke mit modernster Sicherheitstechnik errichtet.

Zahlreiche Wechselverkehrszeichen, Flachsignalgeber und Beleuchtungsanlagen müssen an der Tunneldecke und an den Tunnelwänden angebracht werden. Befestigt werden diese mit mehreren Schrauben an Ankerschienen, die zuvor einbetoniert wurden. Die Planer haben für dieses Gewerk Ankerschienen und zugehörige Schrauben aus dem HCR-Werkstoff (nichtrostender Stahl 1.4547 bzw. 1.4529) ausgeschrieben.

Das Angebot von HALFEN-DEHA wurde schließlich berücksichtigt: Die ersten Halfenschienen mit der Bezeichnung HCR 49/30 werden in unterschiedlichen Längen im März 2004 ausgeliefert.


 

* Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Ingenieurbauten, Ausgabe März 2003