Die politischen Rahmenbedingungen sind verantwortlich für die Krise im Wohnungsbau

Geschrieben von Administrator am . Veröffentlicht in Aktuelle Pressemeldungen

Fördern statt fordern

 

Deutschland braucht neue Wohnungen, aber es wird nicht gebaut. Entgegen anders lautenden Prognosen zu Jahresbeginn wurden in 2007 bisher 31 % weniger Bauanträge als im Vorjahr gestellt . Ohne Anpassung der finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und ohne geeignete Fördermaßnahmen, fürchtet die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau (DGfM), wird sich dieser Trend fortsetzen und warnt davor, dass damit die Bildung von Wohneigentum für weite Kreise der Bevölkerung unerschwinglich wird. Bereits jetzt ist Deutschland im europäischen Vergleich mit 2,3 Wohnungen pro 1000 Einwohner Schlusslicht bei den Pro Kopf-Fertigstellungszahlen neuer Wohnungen.

Die derzeitige Krise des Wohnungsneubaus mit einem Rückgang der Baugenehmigungen in 2007 von über 31 %“, so DGfM-Geschäftsführer Dr. Ronald Rast, „hat nichts mit einem rückläufigen Wohnungsbedarf zu tun.“ Im Gegenteil: Wegen der wachsenden Zahl von Single-Haushalten sowie der sich ändernden demografischen Rahmenbedingungen gehen führende Wirtschaftsforschungsinstitute bis 2015 von einem jährlichen Mindestbedarf von über 250.000 neuen Wohneinheiten aus. Im laufenden Jahr jedoch werden Bauanträge für weniger als 200.000 neue Wohnungen gestellt.

 

Ursache ist laut DGfM die Gesetzgebung der Vergangenheit. Da finanzwirtschaftliche Rahmenbedingungen nurmehr eine mangelhafte Rendite-Perspektive eröffnen, sind Privatpersonen kaum noch bereit, in Wohnraum zu investieren. Hinzu kommen ständig steigende Energiekosten und neue kostenträchtige Umweltschutzauflagen für Hausbesitzer ohne Entlastung an anderer Stelle.

 

Zudem fehlen geeignete Förderungen. Bei den jüngsten Beratungen zum Nachtragshaushalt 2008 fielen die für das KfW-Programm zum altersgerechten Bauen vorgemerkten Gelder dem Rotstift zum Opfer. Das Bauministerium sah erneut nur den Schwerpunkt bei Verkehrsinvestitionen. Allgemein waren Diätenerhöhungen wohl vordringlicher.

 

„Eine bedarfsgerechte und energieeffiziente Entwicklung der Wohnraumsituation in Deutschland“, kritisiert Rast, „kann so natürlich nicht stattfinden,“ und warnt vor sozialer Schieflage im Wohnungsbau: „Die Politik muss endlich erkennen, dass sie nicht nur Forderungen an Wohnbauinvestoren stellen kann, sie muss auch wieder fördern.“ Sonst, fürchtet der DGfM-Geschäftsführer, werde Wohneigentum für Rentner, junge Familien und Schwellenhaushalte unbezahlbar. „Das kann schnell zum Wahlkampfthema werden.“